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Zwischen Mid-term Tests und Osterferien...

Ein fröhliches HELLOOOO aus Down Under,

auch ich melde mich nach einer kleinen Abstinenzphase mal wieder zurück. In den letzten Tagen hat sich schon wieder eine ganze Menge ereignet im Land der Surferboys und Strandschönheiten.

Hinter mir liegen wunderbare Osterferien mit vielen neuen Impressionen und meine beiden Mid-term Tests in Marketing Principles und Consumer Behaviour. 

Ich bleibe gleich mal bei den Tests, die unterschiedlicher hätten nicht sein können. Ich dachte ja die ganze Zeit, dass die Anforderungen eines Multiple Choice Tests mich nicht vom Hocker werfen können - aber da hatte ich die ganze Angelegenheit doch ein wenig unterschätzt. Auch wenn beide Tests jeweils mit nur 10% in die Gesamtwertung eingehen, hatte man doch das Gefühl, in eine richtige Prüfungssituation hineingeworfen worden zu sein. Vor den Nasen der Studentenschaft wurde der Countdown des Todes ausgegraben – eine überdimensionale Stoppuhr geliehen aus dem Internet und mit Beamer, für alle sichtbar und munter abwärts tickend, an die Wand gestrahlt. Der Consumer Behaviour – Test vor einer Woche ließ sich noch ohne allzu großen Lernaufwand ziemlich gut bewältigen: 9 von 10 % für meinen ersten australischen Test halte ich für akzeptabel! Meine Hoffnung, dass sich die Marketing Principles auch so leicht von der Hand kreuzen lassen, starb dann allerdings schon zu Beginn des Tests. So ist das mit dem gefährlichen Halbwissen und falschen Erwartungen. Man lernt daraus: Auch für Multiple Choice Tests sollte man sich durchaus vorbereiten und neben dem zu Gemüte geführten Unterrichtsmaterial auch das empfohlene Buch mehr als nur mal kurz überfliegen...

Neben den Mid-term Tests lässt man sich hier an der University of Newcastle noch viele andere kleine Nettigkeiten einfallen, um die Studenten an den Schreibtisch zu binden und die vollen 100 % der Gesamtnote zu erarbeiten.

Hausaufgaben, die jede Woche eingesammelt werden und zu je 2% in die Note eingehen, Poster-Präsentationen (ja richtig, hier darf noch gebastelt werden) und Fallanalysen, die vor versammelter Tutorium-Kulisse vorgestellt werden dürfen und so weiter. Prinzipiell ist es gar nicht schlecht, dass man nicht wie an der Heimathochschule erst kurz vor den Prüfungen in Zeitdruck und Panik verfällt und merkt, wie viele 1000 Blätter in den nächsten Tagen noch in den Kopf gepresst werden müssen.

Für meine beiden Designkurse, die ich noch auf meiner Wunschliste stehen hatte, darf ich natürlich auch fleißig kreativen Output liefern – die neuste Kreation wird ein lustiges, fliegendes, buntes Mobile mit roten Bussen und quietschgrünen Bäumen und 12 Zeitfresser-Seiten mit handgeschriebenen Typographie-Studien.

Ich kann behaupten, ich bin wirklich sehr ausgelastet im Moment.

Aber weil ich Test 2 von 2 heute endlich hinter mich bringen konnte, wartet zur Feier des Tages mein erstes selbst gebackenes Bananabread im Backofen auf meine Mitbewohner und mich. Das komplette Haus wurde schon mal ziemlich gut beduftet. Also wenn es so schmeckt wie es riecht, muss ich  irgendwas richtig gemacht haben… J

Für alle, die gerade zu faul sind, Google anzuwerfen, hier mein kleines Geheimrezept:

·      4 ripe bananas, smashed

·       1/3 cup melted b***er

·       1 cup sugar (can easily reduce to 3/4 cup)

·       1 egg, beaten

·       1 teaspoon vanilla

·       1 teaspoon baking soda (I used ordinary baking powder)

·       1 pinch of salt

·       1 1/2 cups of all-purpose flour

·       1/2 teaspoon cinnamon

·       1/2 cup walnuts

 

Stimmt... da war ja noch etwas: Die Osterferien! Ich bin schon wieder so gestresst, dass ich das Gefühl habe, die Osterferien lägen schon wieder Monate zurück.

Mit der Reisegruppe Germany – 5 netten Studenten aus Deutschland, die auch ihren Weg an die Universität of Newcastle gefunden haben – ging es Richtung Queensland mit Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, als Hauptziel und Zwischenstopps in Brisbane, Byron Bay, Surfers Paradise, Gold Coast und Red Rock.

Der Linksverkehr war zu Beginn doch recht ungewohnt. Noch ungewohnter war allerdings, dass man mich viermal an einem Tag (Karfreitag) aus dem Wagen zog, um mich für den Alkoholtest fleißig von 1 bis 10 oder in erhöhter Schwierigkeitsstufe von 20 – 10 zählen zu lassen. Ich glaube, so lernen die Australier zählen! :D

Da es allen anderen Autofahrern um uns herum auch so ging, konnte ich zumindest irgendwie beruhigt sein, dass mit meiner Fahrweise alles in Ordnung war...

Die Polizei war auch jedes Mal mit meinem deutschen Führerschein zufrieden – das Geld für den internationalen Führerschein kann man sich also tatsächlich sparen.

 In River Heads tauschten wir unseren leicht protzigen metallicblauen Holden gegen einen  gefühlten Monstertruck (eigentlich ein ganz normaler Jeep), der samt uns an Board mit der Fähre nach Fraser Island übersetzt wurde. Von der netten Vermietung, wo wir unseren Jeep für 2 Tage erstanden hatten, gab es ein Briefing und überhaupt alles Wichtige, was uns das Überleben in der Wildnis sicherte, angefangen von Anweisungen im Umgang mit Dingos, über Campingerlaubnis, bis hin zur getimten Route mit allen wichtigen touristischen Attraktionen auf Fraser Island.

...und dann heizten wir los über Sandpfade durch den Regenwald hin zu traumhaften Seen (u.a. Lake McKenzie) und über den Sandstrand mit 80 km/h zum 1935 gestrandeten Schiffsfrack Maheno. Geschlafen wurde furchtbar romantisch unter schönstem Sternenhimmel, mit dem Kreuz des Südens, das bereits für die australische Flagge Modell stehen musste, über unseren Köpfen, und Meeresrauschen in den Ohren, direkt mit dem Zelt hinter der Düne.

Und wie das Klischee es so will, begann unser Morgen danach natürlich auch mit dem Sonnenaufgang – dafür steht man natürlich furchtbar gern 5:30 Uhr auf.

Mittag gab es dann an einer der Grillstationen, die überall in NSW und Queensland umher und frei zur Verfügung stehen – gemeinsam mit einem Dingo. Gefüttert werden durfte der arme Kerl natürlich nicht. Für einen Moment hätte ich fast vergessen, dass man wilde Tiere nicht streichelt, so niedlich wie der „Fast-wie-ein-Hund“-Dingo aussah. 

Am nächsten Tag liefen wir in Brisbane ein und schauten uns die flussdurchzogene ehemalige Expo-Stadt an – auch diese war ihren Besuch wert. 

Für den Strandurlaub eignet sich Byron Bay hervorragend. Vor allem Surfer werden es lieben. Den kleinen, weißen Leuchtturm sollte man sich auch angeschaut haben – immerhin steht man direkt am östlichsten Punkt des australischen Festlandes.

 

 

 

 

Mittlerweile vermisse ich HOLDEN!, wie wir unser kleines Protzauto auch liebevoll genannt hatten. Hier in Newcastle tragen mich mein unglaublich verrostetes, nicht ganz bremssicheres Fahrrad mit pinkfarbener Alarmklingel (geliehen von Mr. Bicycle) zur Uni und der leicht überteuerte Bus, sowie die Bahn zuverlässig durch die Stadt.

Und jetzt, meine Lieben, gibt es Bananabread! ;)

Bis zum nächsten Mal!

Wem das zu lang dauert oder einfach noch nicht alle Fragezeichen beseitigt wurden, der darf gern jeder Zeit die IEC-Facebookgruppen „Studieren in Australien“ und „The University of Newcastle“ oder meine persönliche Pinnwand mit Fragen bombardieren. 

 

Grüßelis aus Newcastle

Anne

Annegret Franzl zuletzt bearbeitet am 24.04.2012