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Arbeiten in Newcastle

„Ich gehe auf jedem Fall arbeiten, sobald ich in Newcastle bin!“  Zumindest hatte ich das behauptet, bevor ich in Newcastle angekommen war.

Dann vereinnahmten mich das Studium, insbesondere die Designkurse mit ihren unzähligen Bastel- und Zeichenprojekten, und die anderen Aktivitäten, die man in Australien so unternimmt, so sehr, dass Arbeiten dann doch irgendwie zur Nebensache wurde. In den ersten beiden Monaten hielten mich meine Ersparnisse gerade so am Leben. Was kostet die Welt? Oh. Ich nehme dann doch das Leitungswasser. Das gibt es übrigens in jeder Bar, in jedem Café und überhaupt fast überall kostenlos! ;) Und dann kam das lang ersehnte Bafög nach 2 Monaten des Wartens, womit es sich zwar nicht in Saus und Braus leben lässt, aber man doch ganz gut über die Runden kommt. Erschwerend kam noch hinzu, dass die Arbeit nicht zu mir ins Haus geflattert kam, sondern tatsächlich mit aufwendiger Jobsuche verbunden war. Arbeit liegt also auch in Australien leider nicht auf der Straße.

 

Falls ihr aber nicht vorhabt, zu sehr auf Sparflamme zu fahren oder das Bafögamt euch nicht mit dem gewünschten Geldsegen beglückt, dann habe ich hier ein paar Tipps für euch, wie das mit dem Arbeiten in Newcastle vielleicht doch funktionieren könnte.

 

An der Uni findet ihr das „Career-Hub“, eine Art Arbeitsamt für Studenten der University of Newcastle, mit freundlichen Mitarbeitern, die euch in Sachen „Ich brauche dringend einen Job!“ mit Rat und Tat an 5 Tagen in der Woche zur Seite stehen.

Ihr findet hier auch Infobroschüren zum Mitnehmen mit einer Bandbreite an Themen von „Wie schreibe ich den Cover Letter?“ über „Job Search“ bis hin zu „Typical Interview Questions“.

 

„Finding part-time/ casual work is a competitive process. You will need to be resourceful, persistent and creative.“ Ja, wer hätte es gedacht? ;)

 

Um euch für Jobs zu bewerben, habt ihr mehrere Möglichkeiten:

 

1. Ihr schafft mit einem netten, freundlichen Lächeln im Gesicht eure prall mit Fähigkeiten und Fertigkeiten gefüllten Lebensläufe in die Shops, Cafés, Bars oder Restaurants um die Ecke.  Dazu solltet ihr euch allerdings erst einmal euren englischen Lebenslauf zusammenbasteln. Am besten bringt ihr euch gleich einen englischen Lebenslauf mit all euren über die Zeit angehäuften „skills and personal qualities“ gleich von Deutschland mit nach Australien. Das spart euch Zeit und Druckkosten.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr euren Lebenslauf im Career Hub auch noch einmal ordentlich durchchecken lassen, damit keine Flüchtigkeitsfehler oder verfehlte australische Standards euer freundliches Lächeln überschatten.

 

2. Ihr registriert euch auf der Internetseite des Career Hub, wo ihr euch durch verschiedene lokale Jobangebote browsen könnt. Hier findet ihr auch die neuesten und mindestens genauso schnell wieder vergriffenen Stellen, die von der Universität ausgeschrieben werden. Hier heißt es auf alle Fälle: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Allerdings finden sich im Laufe des Semesters auch immer wieder neue Ausschreibungen im Pool.

Auf dem Campus befindet sich beispielsweise Gloria Jean’s Coffee, die immer mal wieder freundliche Milchaufschäumer und Kaffeezauberer suchten. Weiterhin konnte man auch studiengang- und kursspezifisches Wissen erfordernde Arbeit in den Stellenausschreibungen finden. Auch die Bibliothek sollte als Anlaufpunkt nicht außer Acht gelassen werden.

Zu „temporary administration work“ kann man sich bei employment[at]newcastle.edu.au erkundigen.

Wenn ihr euch schon einmal von Zuhause aus beim Career Service informieren und vorstellen wollt, dann könnt ihr das unter folgenden Kontaktdaten gern versuchen:

studentemployment[at]newcastle.edu.au

Phone: +6149215588

www.newcastle.edu.au/service/careers/index.html

 

3. Die lokalen Tageszeitungen, wie beispielsweise der „Newcastle Herald“, informieren euch in aller Regelmäßigkeit über freie Arbeitsstellen im Raum Newcastle. Mit ein bisschen Glück werdet ihr also auch hier fündig. Freie Exemplare findet ihr im Career Hub.

 

4. Es gibt wie auch in Deutschland in Australien jede Menge Webseiten, die euch eine Übersicht über offene Jobangebote geben, wie zum Beispiel

  • www.careers.colesmyer.com.au
  • www.seek.com.au
  • www.careerstone.com.au
  • www.wowcareers.com.au
  • www.jobsearch.gov.au

 

5. Und manchmal klappt es auch mit der Mund-zu-Mund-Propaganda. Umso mehr Leute ihr kennt, umso größer ist die Chance, dass einer jemanden kennt, der einen kennt, der von einem weiß, dass dieser jemanden kennt, der wiederum einen Bekannten kennt, der zufällig gerade eine Aushilfe im Café sucht...

 

Solltet ihr eine „Tax File Number“, welche vom Australian Taxation Office (ATO) vergeben wird, benötigen, so wendet ihr euch am besten erst einmal an das International Office auf dem Campus, wo ihr euch grundlegende Informationen sichern könnt.

Weiterhin finden sich auch einige nützliche Informationen auf der Website des ATO (www.ato.gov.au)

Study abroad und Exchange Studenten sind prinzipiell steuerbefreit. Sollten allerdings Steuern gezahlt werden müssen, so darf man sich diese am Ende eines „financial years“ (30. Juni) wieder zurückerstatten lassen.

 

 Wenn euch interessiert, wie das derzeitige Verdienstverhältnis und Arbeitsbedingungen in Australien zur Zeit aussehen, dann könnt ihr euch die folgenden Webseiten zu Rate ziehen: www.industrialrelations.nsw.gow.au und www.gewr.gov.au

In der Regel kann man aber definitiv mit 15-25 Dollar in der Stunde rechnen. Australien hat ein sehr hohes Lohnniveau, welches man gut mit der Schweiz vergleichen kann. Im Gegenzug ist natürlich auch alles andere ein gutes Stück teurer als in Deutschland.

 

 

Um euch ein paar Anregungen für mögliche Jobs zu geben, leite ich euch die Vorschläge des Career Hub weiter: 

 

  • Administration (siehe Employment Agencies in den Yellow Pages)
  • Call Center (lokale Zeitungen und Arbeitsvermittlungsagenturen)
  • Childcare (lokale Zeitungen, Schulen mit „out of school centres“)
  • Cleaning (Career Hub, lokale Zeitungen, Yellow Pages; Green Card erforderlich; „OH&S induction costs“ in Höhe von 60 Dollar)
  • Gardening (eigene Anzeige in der Tageszeitung schalten oder die Unternehmen in den Yellow Pages suchen und direkt kontaktieren)
  • Hospitality (persönlich in den Hotels/ Restaurants vorbeischauen oder in den lokalen Zeitungen nach freien Stellen suchen; ggf. sind die Zertifikate „Responsible Conduct of Gambling“ oder „Responsible Service of Alcohol Certificate“ in Tageskursen á $65 zu erwerben)
  • Retail Sales (Internetbewerbungsverfahren, z.B. Coles, Myer, Woolworth, Sanity)
  • Security (Lizenz erforderlich, Kurs für $450)
  • Some Cafés (persönlich vorstellen oder ggf. online bewerben, z.B. Gloria Jeans Coffee)
  • Tutoring (Career Hub, lokale Zeitungen, Ausbildungseinrichtungen in den Yellow Pages)

 

Nun kann ich euch nur noch die Daumen drücken, dass das mit dem Job neben der Uni auch klappt. Allerdings solltet ihr euch auch ab und an einen freien Tag gönnen, um euch die wunderbare Umgebung ein bisschen anzuschauen! 

Annegret Franzl zuletzt bearbeitet am 28.07.2012