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Orientation Days

Hallo Leute,

es ist nun schon ein paar Tage her, dass es endlich los ging. Nach der Orientation, über der ich euch in diesem Post mehr erzählen werde, hat ein paar Tage später auch der reguläre Unibetrieb begonnen...und ich kann euch jetzt schon sagen, dass es hier, wo in Quartern statt in Semestern gerechnet wird, keine Eingewöhnungszeit wie in Deutschland gibt: So hatte ich das Vergnügen gleich mal eine sechs Stunden Schicht in der Bib einzulegen (an meinem dritten Unitag)...aber dazu später mehr!

Orientation! Endlich ging es nach einem Monat in - mehr oder weniger - Cali los...erster offizieller Tag an der University of California San Diego. Nach ein paar Abstimmungsschwierigkeiten am morgen mit zwei Kumpels, die ich zuvor im Hostel kennengelernt hatte, sind wir auch fast pünktlich an der UCSD angekommen. Dort hatten wir jedoch kleine Navigationsprobleme, was auf einem Campus, der fast fünf Quadratkilometer groß ist schonmal am ersten Tag vorkommen kann...man hätte vielleicht wirklich sich vorher schonmal mit der Location vertraut machen sollen!

Schließlich hatten wir dann aber doch den Central Patio der "UCSD Extension" gefunden, über die alle International Students im sogenannten "UPS Program" an die UCSD kommen. Die Extension selbst bietet auch Kurse an, vor allem Online- und Abendkurse für Berufstätige, in die man sich auch einschreiben kann. Dass wir etwas später kamen, hatte nur zur Folge, dass unsere Registration in einer späteren Gruppe stattfand und wir die letzten waren, die dann an der Campus Tour teilgenommen haben. Definitiv sehr nützlich um sich von älteren Studenten einen großen Teil des Campus zeigen zu lassen, um sich schonmal einen ersten Überblick verschaffen zu können.

Nach einer sehr gehetzten Mittagspause, in der wir uns unsere Photo ID Card der Uni besorgt haben und schnell etwas gegessen hatten, ging das straffe Programm auch schon weiter: In einer Lecture Hall, wo alle der über 300 UPS students versammelt waren, wurden uns dann sämtliche wichtigen Informationen von "Legal Status in the US", über "Campus Services" and "Health Insurances" bis hin zu "Housing" and "Acticities" mitgeteilt. Zum Glück gab's gleich bei der Registration eine Mappe mit vielen Details inkl. einem "Handbook for Students", in dem dieser Informationsschwall nochmal nachgelesen werden konnte. Zum Abschluss ergab sich dann die Möglichkeit seine neuen "Classmates" kennenzulernen. Überraschenderweise ist ein gutes Drittel der Internationals aus Norwegen, gefolgt von etwa 60 Chinesen, 40 Brasilianern, doch erstaunlicherweise nur 30 Deutschen und vielen anderen Nationen. Also insgesamt eine sehr bunte Mischung, die ich hoffentlich in den nächsten Wochen umso besser kennenlernen werde!

Tag eins war damit zu Ende, aber diese Informationsflut sollte am nächsten Tag mit unserer ersten von insgesamt drei "Academic Advising Sessions" über das ganze Quarter weitergehen. Die erste fand in Form einer Präsentation von einer der drei "Academic Advisern" für die 300 UPS Students statt, jeweils immer für eine Gruppe von etwa 40 Leuten. Hier kam also der Part, in dem all die wichtigen Fragen beantwortet werden sollten: Wann fangen die Kurse an? Können wir jeden Kurs nehmen, der uns interessiert? Wie können wir uns einschreiben? Gibt es Wartelisten? ...

Leider gab es nicht die Antworten, auf die man gehofft hatte. Im Laufe dieser Session konnte man sehen, wie die Gesichter immer fragender und sorgenvoller im Hinblick auf die Kurswahl wurden. Grund war zunächst mal, dass die Liste mit den Wunschkursen, die man im Vorfeld bereits aus Deutschland abschicken musste, keinerlei Einfluss hat und es nur darum ging, sich überhaupt mal anzuschauen, was denn so angeboten wird. Auch können wir uns als UPS Students nicht wie reguläre UCSD Students oder Studenten, die über ein Austausch Programm ihrer Heimatuni hier gelandet sind, einfach online über Tritonlink (das Kursportal der UCSD) für unsere Wunschkurse anmelden. Was wir also zu tun hatten, war "Crashing Courses", wie ich es bereits von Freunden an anderen Unis (z.B. SDSU) schon gehört hatte: Man geht in der jeweils ersten Stunde des Fachs zum Professor, bittet diesen um eine Unterschrift und/ oder (abhängig vom Department) holt sich einen Department Stempel ab, falls überhaupt noch Platz im Kurs ist. Sollte jedoch eine reguläre Warteliste bestehen, gehen die Chancen gegen null diesen zu bekommen. Neben der Möglichkeit reguläre UCSD Kurse zu belegen, kann man auch, wie eben schon erwähnt, Extension Kurse belegen, was - wie ich gehört habe - einfacher sein soll. Allerdings geben diese oft nur drei statt der üblichen vier Units, sodass es schwer wird auf seine insgesamt zwölf Units (Faustregel: 24 ECTS) zu kommen, die quasi bei den Studiengebühren von rund 8000$ "inklusive" sind. Studenten, die nach Vorschrift ihrer Heimatuni mehr belegen müssen, müssen dementsprechend extra zahlen.

Dieser ganze Prozess erschien also von Anfang sehr stressig und in gewissen Maße auch ungerecht, da man trotz der hohen "Tuition Fees" das letzte Glied in der UCSD Nahrungskette ist, und die Sonderrolle einem nicht im positiven Sinne zukam, obwohl die Uni uns ständig versucht hat, klarzumachen, wie stolz sie auf uns ist und wie wichtig wir Internationals für das Leben an der UCSD sind. Was uns ebenfalls mitgeteilt wurde und uns als "extra attention" und ganz und gar nicht als "punishment" verkauft wurde, war die Tatsache, dass sollte man in seinem ersten Quarter schlechter als eine B- sein, so steht man im nächsten "under probation". Bei einer weiteren "so schlechten Note", wird man dann aus dem Programm gekickt, da sie von uns, bei den harten Aufnahmebedingungen, ohnehin nichts anderes erwarten... auch wenn man diese Bedingungen im Vorhinein schon auf dem sogenannten "UPS Acknowledgement Form" unterschreiben muss, so wurden einem die Erwartungen nochmal ganz klar vor Augen geführt...ziemlich straff also das ganze hier!!

Dieser Anschein, wie stressig das ganze werden würde, hat sich schliesslich auch direkt in den ersten Unitagen bestätigt. Deren Empfehlung acht bis zwölf Kurse in den ersten beiden Wochen zu belegen, um sicherzugehen, einen Kurs zu bekommen hat sich als schier unmöglich herausgestellt, bei einem zusätzlichen Arbeitsaufwand außerhalb der Lectures von ca fünf Stunden.

Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass die Adviser, sowie die TA's der Professoren oder andere Personen, mit denen man während dieses Prozesses in Kontakt tritt, überaus hilfsbereit sind und einen sehr guten Job darin tun, einem bei diesem komplizierten Verfahren bei Seite zu stehen!

Wie stressig die Kursbelegung der ersten Tage war, erfahrt ihr im nächsten Post.

Bis dahin,

Tim

University of California San Diego

Tim Linnenweber zuletzt bearbeitet am 17.10.2014