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Tijuana, Mexico

Hallo Leute,

Letztes Wochenende hatte ich Besuch von einem Freund aus Vancouver, der sich entschieden hatte, zusammen mit seinen zwei Roommates das Wochenende in San Diego zu verbringen. Durch sein mittlerweile über zweijähriges Studium in Vancouver hatte er das Glück, viele Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen, von denen einer - und jetzt komme ich endlich zum Punkt - aus Tijuana kommt und uns für Samstag nach Mexiko eingeladen hatte.

Zwei seiner Freunde hatten uns netterweise in San Diego abgeholt, so dass wir uns keine Sorgen über Bus, Taxi, Mietwagen etc. machen mussten. Von dem, was ich von anderen gehört habe, ist es allerdings nicht zu empfehlen mit einem Mietwagen/ dem eigenen Wagen mit kalifornischem Nummernschild die Grenze zu überqueren, da diese regelmäßig aufgebrochen werden, wenn man sie an der falschen Ecke stehen lässt.

Bevor wir also unseren eigentlich "Tour Guide", Betto, treffen konnten, haben uns seine Freunde erst mal zu ihm nach Hause gebracht, wo wir unser "Gepäck" für die Nacht ablegen konnten. Hier gab es dann auch den ersten Wow-Moment: Betto's Elternhaus befand sich nämlich in einer abgesperrten Wohnsiedlung mit Mauern, Schranken und Pförtnern, bei denen man sich vor dem Betreten der Residenz erstmal einen Besucherpass holen musste. Dementsprechend beeindruckend waren dann auch die Häuser hinter der Schranke...

Nachdem wir uns kurz mit unserer Bleibe für Nacht vertraut gemacht hatten, ging es dann nach Tijuana Downtown, wo Betto uns nach seiner Arbeit erwartete. Nach einer kurzen Stärkung haben er und seine Freunde uns dann ein bisschen deren Lieblingsplätze der Stadt gezeigt. Um ehrlich zu sein, war ich ziemlich froh, dass wir in unserer Gruppe mehrere hatten, die Spanisch konnten, da ich leider noch nicht eine einzige Spanisch Stunde in meinem Leben hatte. Daher war es beruhigend mit Kumpels unterwegs zu sein, die sich zum einen verständigen konnten und sich zum anderen in der Stadt auskannten (von der man so viele gefährliche Dinge hört). Darüber hinaus war es natürlich toll von Locals herumgeführt zu werden und nicht in irgendeinem Laden zu landen, in dem der einzig Spanisch Sprechende der Tourist aus Barcelona ist.

Am nächsten Tag hat uns Betto dann zu seinem Lieblings Taco Place gebracht, der so in einer Wohnsiedlung am Rande von Tijuana versteckt war, dass man auch diesen niemals ohne seine Hilfe hätte finden können. Bis auf die ein oder andere Schweißperle bei den Nicht-Mexikanern, die die Schärfe nicht so ganz vertragen haben, war es auch ein echt leckerer Geheimtipp. Anschließend hatten wir nach einer kleinen "Stadtrundfahrt" auch das Glück wieder zurück nach San Diego gebracht zu werden. Leider war dazwischen noch zwei Stunden Stau an der Grenze angesagt, die man auf dem Hinweg einfach mit dem Auto ohne jegliche Kontrolle überqueren konnte. Während des Wartens an der Grenze wurden einem dann sämtlicher Kram von diversen Straßenverkäufern angeboten: Sparschweine in Superman/Batman/Spiderman-Form, Gemälde, Ukulelen, Decken, Eis, Churros...ihr wisst, was ich meine!

Alles in allem muss ich sagen, dass ich mich während meines Aufenthalts nicht einmal unwohl oder bedroht gefühlt habe, allerdings auch sehr dankbar war, spanisch sprechende Kumpels um mich herum zu haben. Auch Betto und seine Freunde aus Tijuana haben bestätigt, dass es Ecken gibt, die gefährlich werden können, aber haben zur gleichen Zeit betont, dass es bei Weitem nicht so schlimm es, wie es von so einigen manchmal ausmalt wird, sodass man an jeder Ecke überfallen werden kann.

Int'l Border

Tim Linnenweber zuletzt bearbeitet am 18.11.2014