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Jobsuche - Einfacher als gedacht!

Soo, es hat sich einiges getan die letzten Tage. Die für euch vielleicht positivste Nachricht: Nach drei Wochen schmeckt das Leitungswasser nicht mehr nach Chlor, nach vier Wochen bemerkt man auch den Geruch nicht mehr ^^

Wie die Überschrift vermuten lässt, habe ich inzwischen einen Job gefunden. Vor 2 Wochen, glaube ich, sind eine Freundin und ich ins nahegelegene Stocklands (das Einkaufszentrum, ihr erinnert euch?) gegangen und haben Resumees verteilt. Wir hatten eine Vorlage am ersten Tag in der Präsentation über Jobsuche bekommen, und ich habe stark daran orientiert. Was wir per Hand ergänzen mussten, waren unsere Availabilities, also die Zeiten, an denen wir arbeiten könnten. Unsere Ziele waren Imbissbuden, Kaffeestände, der ein oder andere Klammotenladen und Supermärkte. Die größeren Ketten (Mcces, Woolworths, Coles, TWC) nehmen keine Resumees entgegen, stattdessen muss man sich online auf deren Homepages bewerben (unter career, ganz einfach). Auf gumtree zB. Findet man auch einige andere Jobs. Wir hatten uns vorgenommen, es erst einmal bei Stocklands zu versuchen, weil die Busfahrt in die Stadt, wo es größtenteils ums Kellnern gegangen wäre, ja doch ne ganze Weile dauert. Yeliz wohnt zwischen Uni und dem Einkaufszentrum, und mit dem Rad brauche ich etwa 15-17 Minuten. Der Bus (Die 201 oder 208, glaube ich) braucht 10 Minuten, ist aber nicht soo verlässlich, also würde ich immer einen früher nehmen.

Die meisten Läden nehmen eure Bewerbungen entgegen, also nehmt 20-30 Kopien mit, aber bisher habe ich erst 3 Rückmeldungen bekommen. Wir waren 2-3 Woche zu spät dran, viele neue Kräfte waren gerade eingestellt worden. Lohnt sich also, den Lebenslauf schon zuhause fertig zu schreiben, ggf in der Uni auf Fehler checken zu lassen (in der Bib oder Mittwochs an den Ständen des Uni-Jobcenters, die vor dem Education Centre aufgebaut werden, problemlos möglich) und so bald wie möglich loszuziehen.

Die meisten Mitarbeiter geben ihren Managern Bescheid, die euch dann erklären, ob sie gerade auf der Suche sind oder eure Bewerbung eher bei den Akten landet. Und vergesst auch das Stocklands Gebäude auf der anderen Straßenseite nicht (Wo Coles und Kmart sind), da gibt’s auch einige Läden. Die Besitzerin der Kmart Carvery, n kleiner Imbiss dort, wirkte zwar etwas verplant und schroff, war aber die erste, die sich zurückgemeldet hat – mit guten Neuigkeiten: Sie würde Yeliz und mir „ne Chance geben“, ich sollte doch heute noch vorbei kommen. Wegen Vorlesungen nicht möglich, also haben wir den Termin auf die nächste Woche geschoben. Ob das jetzt ein Vorstellungsgespräch oder Probearbeitstag war, war mir nicht ganz klar, was sowohl an der schlechten Tonquali meines Handys lag (Jaa, Mittwoch gibt's endlich n neues) als auch an ihren unklaren Anweisungen. Aber gut, Bluse angezogen, schwarzes Top drunter, so war ich für alles bereit.

Wie sich herausgestellt hat, haben wir nicht um eine Position konkurriert, und wurden auch nicht getestet oder so, ich hab ein Tshirt bekommen und meine erste Schicht fing an. Kasse, Kellnern, Abwasch, Sandwiches/ Kaffe machen, mir wurden alle Aufgabenbereiche einmal erklärt und dann gings los. (Wichtig: Wenn ihr euch dort bewerbt, ihre einzige Frage – etwa 10x gestellt inzwischen ^^ - ist, ob ich auch einen Kaffee machen könne. Also vergesst euren Lebenslauf, ein großes Schild mit „I can brew coffee“ tut’s hier scheinbar :P ) Wir waren angestellt!! BEIDE! =)

Vertrag gibt's nicht wirklich, die Stunden nach der Schicht einfach in ne Akte eingetragen und der Lohn wird dann wöchentlich ausgezahlt, 10-15 Stunden arbeiten wir etwa die Woche, bei 22$ Stundenlohn (Da würde ich auch gerne meine erlaubten 20 voll machen, aber hey, ich beschwer mich nicht) Etwa 18$ ist Mindestlohn, und je nach Alter und Studentenstatus gibt’s nochmal etwas Aufschlag. Wichtig ist, dass ihr nach Ankunft möglichst schnell eure Steuernummer (TFN) beantragt, das geht ganz einfach online. Ich warte immer noch auf meine, 2 Wochen inzwischen, Yeliz hat ihre schon. Die braucht euer Arbeitsgeber zur Anmeldung, und erst dann gibt’s auch Kohle. Die wird euch auf ein Australisches Konto bezahlt, den Antrag bei der.. ähm.. lila?.. Bank gegenüber war in ner halben Stunde erledigt, man musste keine 2 Wochen auf irgendwelche Karten oder Pins warten, super.

Bei dem Stundenlohn ist übrigens auch der höhere Lebensunterhalt hier völlig verständlich. Wenn man das mal vergleicht, gut, dann kosten die Pfirsiche hier halt 8$ das Kilo, dafür arbeite ich jetzt 22 Minuten. In Deutschlang kosten sie 3€, dafür arbeite ich genauso lange.

Also, wir lernen: Eigeninitiative zahlt sich aus, Ironie des Schicksals ist mal wieder ganz groß (Die Begegnung war etwas seltsam, also war das eigentlich der letzte Laden, in dem wir anfangen wollten ^^) und 10-15 Stunden neben dem zeitlich nicht ganz so intensiven Studium (Von der Anwesenheits“pflicht“ her gesehen zumindest, nicht was den Workload betrifft) schafft jeder, besonders bei den Konditionen.

Ich hab mich auch mehr oder weniger damit abgefunden, dass ich aus dem Wohnheimvertrag nicht wirklich herauskomme, aber das passt schon. Gerade ist meine Kaffeemaschine angekommen (Ja, ich weiß, ich sollte wirklich mal meine Prioritäten überdenken und damit nicht rumnerven, aber – ich bin so glücklich, endlich!).Aber jetzt ist's doch aushaltbar.

Der nächste Beitrag dreht sich um Uni, Autokauf und das generelle Leben hier, ich teile die Einträge nur mal auf, damit ich fleißiger erscheine ;) Und weil’s einfacher zu lesen ist, glaube ich. Kommt aber sofort!

Poloshirts machen tolle Uniformen ;)

Kaja Wilhelm zuletzt bearbeitet am 24.08.2015