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O-Woche

Hey :)

Ich hatte ja geschrieben, dass ich ein bisschen über die Uni und die O-Woche erzählen würde. Also der Campus ist riesig. Wie gesagt,sind es von meinem Wohnheim bis zum Supermarkt geschätzte 1,5 km, in diese Richtung sind es die am weitesten auseinanderliegenden Gebäude. Auf etwa der Hälfte des Weges ist das Education Centre, wo es Kaffee und viele Arbeitsplätze mit PCs gibt. Außerdem findet ihr hier Aushänge für aktuelle Events und einige Wohnungsangebote. Wer, anders als ich, sich für kein Wohnheim entschieden hat, sondern ein WG-Zimmer sucht, sollte hier also vorbeischauen, außerdem in Gebäude 27, wo viele Tutorien stattfinden (200 Meter weiter). Außerhalb des Campus‘ zu wohnen macht finanziell gesehen durchaus Sinn, ich finde mein Wohnheim überteuert, habe allerdings schlechte Chancen, aus dem Vertrag herauszukommen. Die Einrichtung ist eher spartanisch, den Reinigungsdienst (wöchentlich) benötige ich nicht, und zumindest in diesem Wohnheim ist das Essen nicht inklusive. Es ist ausreichend, aber nicht das Wahre. Alle, die ich kennengelernt habe, haben innerhalb der ersten Woche hier ein WG-Zimmer ohne Probleme gefunden, Wöchentliche Preise ab 175$ (Rotary International House im Vergleich: 225$). Man sollte aber darauf achten, nicht direkt in der Stadt zu wohnen, sondern in der Nachbarschaft „Douglas“. Die beinhaltet auch die JCU und umfasst einen Umkreis von etwa max. 20 Fahrradminuten. Näher findet man nichts.

Die Hörsäle und anderen Einrichtungen sind meist um das Education Centre zu finden, zumindest die für Gesellschaftswissenschaften. Den gesamten Campus habe ich auch noch nicht erkundet, die naturwissenschaftlichen Einrichtungen sind wohl weiter östlich. Das Schöne ist, dass überall Karten herumstehen und man im Internet eine interaktive Karte findet, auf der man alle Gebäude mittels Eintippen ihrer Nummern finden kann.

Die O-Woche begann am Montag mit der Begrüßung der internationalen Studierenden. Auch wenn die Broschüren und diverse Mails besagen, dass man unbedingt am Montag anwesend sein musste, ist das nicht 100%ig richtig. Es hat irgendetwas mit der Versicherung zu tun, man kann aber, wenn man beispielsweise Klausuren in Deutschland zu schreiben hat, ein bisschen später ankommen.

Wir bekamen Informationen zur Uni präsentiert, die Hauptsache war eigentlich das Kennenlernen untereinander, Gratis Pizza und verschiedene Präsentationen zum Auto/Fahrradfahren in Australien, Jobsuche etc. Mein Highlight war das Angebot der „JCU Green Fleet“, die jedes Semester ein paar Fahrräder für je 50$ verkaufen. Im ersten waren es wohl noch 100 Räder, dieses Mal bloß 38. Wir waren viel zu viele Bewerber, deshalb wurde ausgelost, und ich habe das drittletzte bekommen =) Ich hatte dementsprechend wenig Auswahl, es ist nicht das hübscheste, aber völlig ausreichend für meine Zwecke. Ich habe noch Lampen bei BigW besorgt, ein Schloss und einen Helm (Es wurden welche verschenkt, aber nur in Kindergröße). Eventuell besorge ich mir noch einen bequemeren Sattel. Trotz dieser extra Ausgaben ist es immer noch bedeutend günstiger als ein neues Rad. Die GreenFleet bietet außerdem einen kostenlosen Reparaturservice an und es gibt einen abschließbaren Fahrradschuppen. Ich habe keine Sorgen, das meins gestohlen wird, aber für hochwertigere Räder macht das durchaus Sinn.

Fahrrad fahren wird, wenn ich nicht unbedingt in die Stadt muss, meine primäre Art der Fortbewegung sein. Meine Hörsäle sind recht nah an meinem Wohnheim, aber man ist trotzdem einfach schneller. Außerdem ist es so warm, auch wenn es „Winter“ ist, da ist man froh, wenn man aus der Sonne kommt. Die ersten Nächte habe ich ohne dicke Decke tatsächlich gefroren, aber ab 7-8 Uhr morgens laufe ich nur in Top und kurzer Hose herum. Ich bin gespannt, wie das im Sommer wird. Dank des Ozonlochs ist die Sonne hier auch wirklich intensiv. Ich hatte nicht das Gefühl, Sonnencreme zu brauchen, einen Sonnenbrand habe ich auch noch nicht bekommen, aber schon nach diesen paar Tagen etwas Farbe J Manchmal, so wie jetzt gerade, ist es bewölkt, aber Winter heißt auch Trockenzeit, also regnet es nicht. Wo der Rasen nicht bewässert wird, ist das sehr deutlich zu erkennen. Die Hügel beispielsweise sind sehr ausgetrocknet und verdorrt. Wir waren am Strand, ich persönlich finde das Wasser leider noch zu kalt, um zu schwimmen. Außerdem braucht man von der Uni aus ca. 30 min mit dem Bus (Tagesticket 4$, Station Sturt Street, wo auch ein Woolworths zu finden ist) und noch einmal 5-10 Minuten zu Fuß. Leider etwas weit.

Dienstag stand die allgemeine Begrüßung neuer Studierender auf dem Plan, also auch australischer. Wir haben uns dann in Gruppen aufgeteilt, grob nach unseren Studienfächern getrennt, und wurden von unseren Mentoren, die uns das gesamte Semester betreuen, durch die Bibliothek geführt, zu den wichtigsten Räumen für unsere Fächer und es wurde eine Präsentation gehalten mit den wichtigsten Infos für unser Studienfach. Diese war allerdings offensichtlich für Erstsemester ausgelegt, was mir nicht unbedingt allzu viel gebracht hat. Außerdem konzentriere ich mich dieses Semester auf meine Geschichtskurse, welche ich den Social Sciences zugeordnet hatte, da es eine separate Gruppe für Geschichte gab. Deshalb habe ich leider keine zukünftigen Klassenkameraden kennenlernen können, keine meiner vier Gruppenmitglieder hat etwas in diese Richtung studiert. Mittags gab’s dann wieder Free Lunch (Pizza J ) und Nachmittags verschiedene Angebote. Da mich vermutlich der Typ im Flugzeug mit seiner Grippe angesteckt hat oder ich in den Hügeln von einer Mücke mit Dengue-Fever infiziert wurde, bin ich aber ins Bett gegangen. Medizin ist zum Glück unkompliziert im Supermarkt zu kaufen und auch sehr erschwinglich.

Für die Kurse gibt’s eine Online Plattform, Learn JCU, auf der Texte hochgeladen werden und Ankündigungen gemacht werden, sehr übersichtlich. Man erfährt auch, welche Textbücher man sich zulegen muss (Ich brauch nur welche in 2 Kursen, zusammen 70$, alles andere wird hochgeladen. Nicht vergleichbar also mit US-Standards). Die gibt’s auch hier im Buchladen auf dem Campus. Ich habe außerdem meine Student ID Card abgeholt und denke über eine Mitgliedschaft bei der Student Association nach, das bringt einige Vorteile und Vergünstigungen mit sich, zB. Kaffee für 2,50$ statt 4,50$ und 2$ vor 10 Uhr morgens. Amazon Australien gibt es nicht direkt, aber Amazon.com verschickt auch hierher, ich werde mal schauen, wie viel der Versand kostet und eine Kaffeemaschine ordern. Bei BigW lag die günstigste, die ich gefunden hatte, bei 70$, bei Amazon gibt’s schon welche für 21. Muss ja nur ‘ne ganz einfache sein.

Neben den Trips werden auch kleinere Schulungen in Academic Writing, Top 10 Assignment Tips, Connecting with JCU Wireless und viele, viele andere angeboten, in dem Übersichtsheft, das man Montag und Dienstag ausgehändigt bekommen hat, ist eine Übersicht zu finden.

Der erste Ausflug führte ins Reef HQ, das sich mitten in der Stadt befindet. Es war kleiner als ich gedacht, hatte, aber durch die Führung hat man einiges über Korallen und Schildkröten (Die Einrichtung dient auch als Auffangstation für verletzte oder kranke Meeresbewohner) erfahren. Des ist gleichzeitig eine riesige meeresbiologische Forschungsstation und ein begehbares Aquarium. Ich bin nicht ganz sicher, ob es mir die 20$ wert war, aber als Einführung in das Great Barrier Reef fand ich die Führung durchaus interessant.

Am nächsten Tag war eine Busfahrt mit einigen Anhaltspunkten, „Exploring Townsville“, geplant (umsonst). Wir haben im Riverview Park gehalten, haben ein Quiz auf der Fahrt gemacht und sind den Castle Hill heraufgefahren. Der Ausflug war liebevoll geplant, und wir haben auch einige Tipps bekommen was Bars etc. angeht, das Nachtleben in Townsville hält sich aber eher in Grenzen. Da ich Fahrten mit vielen Kurven nicht gut vertrage, war mir unglaublich schlecht, als wir oben auf dem Hügel angekommen sind, die Aussicht war aber trotzdem wahnsinnig schön.

Freitag gab’s einen Ausflug ins Billabong Sanctuary (30$), wo viele exotische Tiere zu sehen sind. Wir wurden in 4 Gruppen aufgeteilt und uns wurde ein depressives, kuschelbedürftiges Wombat gezeigt, ein kleines Krokodil, eine Schlange und Koalas, bis auf die Koalas durfte man alle Tiere streicheln und halten. Außerdem gab es nach den Präsentationen noch viele Vögel, Dingos und andere Tiere zu sehen, und eine Fütterung größerer Krokodile. Man konnte im Wasser überhaupt nicht erkennen, dass sich die Tiere darin befanden, oder dass sie sich bewegt haben, was mir persönlich noch einmal vor Augen geführt hat, wie wichtig es ist, sich beim Wandern, Zelten und Schwimmen an den Warnungen und Schildern zu orientieren.

Im nächsten Beitrag geht’s um die ersten Vorlesungen J

Blick auf Magnetic Island von Castle Hill

Kaja Wilhelm zuletzt bearbeitet am 07.08.2015