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ROADTRIP TO THE US!

"My favourite thing is to go where I've never been" Dieser Spruch trifft ziemlich gut auf meinen Roadtrip in die USA letztes Wochenende zu, von dem ich euch jetzt erzählen will und damit hallo - wieder aus Winnipeg ;)

 

Ich war vorher noch nie in den Staaten und da ich jetzt ja schon mal auf dem richtigen Kontinent bin, bietet sich ein kleiner Ausflug in das Land der Stars and Stripes ja an. Mein Freund aus Deutschland, der mich momentan in Winnipeg besucht, war mit von der Partie - wir haben am Freitag Vormittag ein Auto bei Alamo am Flughafen in Winnipeg gemietet und dann ging's auch schon los! Mit zahlreichen Google-Maps-Routen-Ausdrucken (dank des mangelnden Navis) und viel guter Laune bewaffnet sind wir in unser kleines Abenteuer gestartet. Nach etwa 1.5 Stunden erreicht man die Grenze zur USA und darf sich dann durch das teils lustige, teils merkwürdige Prozedere mit den amerikanischen Grenzbeamten schlagen. Nach einem kleinen Verhör (Woher kennt ihr euch? Was wollt ihr in den USA? Wo habt ihr das Auto her? Wann fahrt ihr wieder zurück? etc.) mit einem ziemlich einschüchternden Beamten mussten wir dann noch unsere Fingerabdrücke abgeben und haben dann den Visa Waiver in unsere Reisepässe geheftet bekommen - jippie!

 

Weiter ging's dann circa 6 Stunden bis nach Minneapolis, Minnesota - unserem ersten Zwischenstop. Ziemlich geschafft von der langen Fahrt sind wir abends nur noch ins Hotelbett gefallen und dafür dann am nächsten Morgen früh aufgestanden, um die Stadt zu erkunden. Nach einem Abstecher in die wunderschöne St. Mary Basilika sind wir durch den Loring Park spaziert, haben uns natürlich den obligatorischen Sculpture Garden mit "Spoon & Cherry" angeguckt und den höchsten Wolkenkratzer in Downtown gesucht.

 

Uns ist dabei aufgefallen, dass Minneapolis für eine Großstadt mit knapp 400.000 Einwohnern recht friedlich ist - auf den Straßen waren nur wenige Menschen unterwegs und selbst in Downtown war es ziemlich ruhig.

 

Nach dem Auschecken aus dem Hotel sind wir nach St. Paul, Minnesota gefahren, das oft die Zwillingsstadt von Minneapolis genannt wird und innerhalb von 15 Minuten per Auto über die Interstate 94 zu erreichen ist. Die gigantische St. Paul Cathedral, die auf einem kleinen Hügel liegt, muss man mal gesehen haben! Nachdem wir die Aussicht über die riesige Stadt genossen haben, haben wir uns wieder ins Auto geklemmt und sind die zweite Hälfte unserer Reise angetreten...

 

... durch das leicht verschneite Wisconsin hindurch sind wir nach circa 7 Stunden in Chicago, Illinois angekommen. Wenn man sich abends auf dem Highway langsam der Downtown und der beleuchteten Skyline nähert, bleibt einem erstmal die Sprache weg! Nach einem kurzen Schock über die extrem teuren Gebühren für Parkhäuser haben wir unsere gute Laune bei einem Spaziergang über die weihnachtlich geschmückte "Magnificient Mile" (die Hauptstraße in Downtown mit allen bekannten internationalen Läden) wieder gefunden. Am nächsten Morgen wurde dann erstmal ein billigeres Parkhaus leicht außerhalb ausfindig gemacht, und von dort aus dann die Suche nach einem Frühstück begonnen. Uns hat die "Corner Bakery", eine Kette mit mehreren Filialen in Downtown, sehr gut gefallen - studentenfreundliche Preise und echt lecker!

 

 

Gut gestärkt haben wir die Chicago Stock Exchange angeguckt, sind in den Willis Tower (das höchste Gebäude im Westen) hochgefahren und haben uns in die verglasten Aussichtsboxen auf 442 Meter Höhe getraut! Bis man nach unten guckt, ist es eigentlich nicht schlimm, aber als ich es dann nach einer Weile getan habe, war mir doch ein bisschen mulmig zumute... ;) Trotzdem (oder gerade deswegen?) - definitiv ein unvergessliches Erlebnis! Anschließend sind wir an der Küste des Lake Michigan entlang zum Millennium Park gelaufen. Nach kurzer Verwirrung haben wir auch die leicht versteckte Touristenattraktion #1 in Chicago gefunden: die Cloud Gate - oder auch Bohne Chicagos, in der sich die Skyline wiederspiegelt. Hier tummeln sich Touristen aus aller Welt und man hat ein bisschen das Gefühl, man befände sich in einem Ameisenhaufen. Man wird von den Gesprächen, dem Gelächter, der Euphorie und der positiven Hektik richtig angesteckt!

 

Der Blick vom Millennium Park aus auf die Skyline Chicagos

 

Dementsprechend ging's dann weiter in das nächste Getümmel: den deutschen Weihnachtsmarkt! :) Als Nürnberger haben wir uns gefreut wie die kleinen Kinder, als wir die Buden entlang spaziert sind und von Bratwurstbrötchen über Christbaumschmuck zu original Nürnberg Glühwein alles heimische gefunden haben! Bei einer Tasse Glühwein haben wir dann von zwei Einheimischen den Tipp bekommen, zum Abendessen Deep Dish Pizza zu essen, eine kulinarische Spezialität in Chicago. Gesagt, getan: abends saßen wir bei Giordano's und haben riesige Augen bekommen, als unsere Pizza an den Tisch gebracht wurde! Im Gegensatz zur "traditionellen" Pizza ist eine Deep Dish Pizza circa 5 Zentimer hoch und dadurch quasi eine Pizza-Torte mit Unmengen Käse und einer zweiten Schicht Teig als Deckel. Glaubt mir, wenn ich sage, dass man sich hinterher nicht mehr bewegen will... ;) Aber auch das war definitiv das Erlebnis wert!

 

Am nächsten Morgen mussten wir leider nach einem Abstecher zum sehr windigen Navy Pier wieder auschecken und die Heimreise antreten. Circa 20 Stunden waren wir unterwegs - eigentlich wären es ungefähr 13 Stunden reine Fahrtzeit gewesen, doch durch den Schnee in Wisconsin und Minneapolis sind wir stundenlang nur mit 60 kmh anstelle von 110 vorangekommen. Nach vielen Kaffee- und Essens-Pausen in unzähligen McDonalds sind wir dann Dienstag früh wieder in Winnipeg angekommen - zwar müde, aber um viele Erfahrungen reicher! :)

 

Zurück im harten Alltag: Nachdem ich gestern meine letzte Hausarbeit abgegeben habe, geht jetzt das große Gelerne für die Finals los! Nächste Woche kommen drei Prüfungen auf mich zu und in der Woche drauf dann die Letzte. Beim Gedanken daran fällt einem richtig auf, wie schnell die Zeit hier verflogen ist! Die letzten Wochen versuchen wir Internationals deshalb (trotz Klausuren) noch so gut wie es geht zu genießen! In diesem Sinne - ich klemm mich mal wieder hinter meine Zusammenfassungen!

 

Viiiiiele herzliche Grüße aus Winnipeg! Theresa

 

Theresa Lorenz zuletzt bearbeitet am 19.12.2015