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Welcome to Winnipeg, Manitoba!

Hallo ihr Lieben,

nach meiner ersten Woche in Winnipeg habe ich euch einiges zu erzählen! Meine Anreise ist nicht ganz so gelaufen, wie ursprünglich geplant - aber mittlerweile kann ich darüber lachen ;) Lest selbst...

Nach der Verabschiedung am Flughafen in Nürnberg hatte ich einen Zwischenstop in München, um von dort aus weiter nach Toronto zu reisen. Während des Flugs wurden die "Declaration Cards" ausgeteilt, auf denen man Angaben zur eigenen Person, Dauer des Aufenthalts und mitgeführte Waren machen muss.

Nach circa 10 Stunden in der Luft bin ich in dem riesigen Flughafen dort angekommen. Bevor man seine Koffer holen kann, muss man durch den Zoll und den Beamten von "Canadian Border" die Declaration Card zeigen und Auskunft darüber erteilen, warum man einreist, ... das Gespräch an sich war gar nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte (ich hatte im Internet gelesen, dass manche Officers ein richtiges Verhör durchführen...) und ich wurde im Anschluss daran in ein separates Büro geschickt, um eine Studienerlaubnis in meinen Reisepass geheftet zu bekommen.

Erstmal kam mir das nicht komisch vor, aber als ich dort in der Wartschlange stand, fiel mir wieder folgendes ein:
Wer weniger als 6 Monate in Kanada bleibt, braucht keine Studienerlaubnis. Ständig mit dem Blick auf der Uhr (ich hatte nur 90 Minuten Puffer zwischen den beiden Flügen) kam ich ins Grübeln. Das Boarding für meinen Flug nach Winnipeg begann und ich wurde richtig nervös!

Als ich kurz darauf endlich an der Reihe war, musste ich den Official Letter of Acceptance der Uni sowie die Zahlungsbestätigungen für Studiengebühren und das Wohnheim vorzeigen. Immernoch verwirrt, was ich eigentlich hier sollte, habe ich die Beamtin schließlich darauf angesprochen. Nachdem sie verdutzt einen längeren Blick auf meine Declaration Card geworfen hatte und bemerkt hatte, dass ich nur vier Monate in Kanada bleiben werde, durfte ich gehen. Ohne irgend einen Vermerk in meinem Reisepass, wohlgemerkt... mir wurde klar, dass der Kerl von Canadian Border meine "duration of stay"-Angabe wahrscheinlich nicht richtig gelesen hat... doch es war schon zu spät. Ich bin zwar noch wie vom Affen gebissen zum Gate gerannt, aber da war das Flugzeug, in dem ich hätte sitzen sollen, bereits hoch oben in der Luft... Shit happens!

Ich wurde also auf den nächsten Flug nach Winnipeg umgebucht und hatte somit drei Stunden Aufenthalt am Flughafen in Toronto. Die erste dieser drei Stunden verbrachte ich mit zunehmend hysterischen Versuchen, die Leute vom Airport-Pickup-Team zu erreichen und ihnen mitzuteilen, dass ich erst drei Stunden später dort ankommen werde. Doch leider ging dort niemand ans Telefon... vor meinem inneren Auge sah ich mich schon die Nacht am Flughafen in Toronto verbringen.

Meine Rettung kam dann zum Glück in Form eines kanadischen Mädchens in meinem Alter und ihrer Mutter, die mir meine Verzweiflung wahrscheinlich angesehen hatten und mir daraufhin Hilfe angeboten haben ;) Das Mädchen hat die Emailadresse des Airport-Pickup-Teams gegoogelt und dann in meinem Namen eine Email dorthin geschrieben. Innerhalb einer Viertelstunde kam eine Antwort zurück: das Büro sei leider gerade nicht besetzt. Dass ich später ankommen würde, wäre aber kein Problem, denn sie wären sowieso bis Mitternacht am Flughafen, um auf andere internationale Studenten zu warten. Ich muss sagen, ich war selten so erleichtert...! :)

Im Flugzeug lernte ich dann Marion kennen, eine Studentin aus Frankreich, der exakt dasselbe passiert war wie mir! Wahrscheinlich sind wir an den gleichen Officer geraten... ;) da das Ganze meine Nerven ziemlich strapaziert hatte, bin ich dann eingeschlafen und habe vom Flug nach Winnipeg nicht viel mitbekommen ;)

Das Pickup-Team hat uns herzlich in Winnipeg begrüßt und zu unseren verschiedenen Wohnheimen gebracht. Dort wurde ich von Taylor (eine der vielen Residence Advisors) und meiner Mitbewohnerin Emily erneut sehr warm willkommen geheißen. :) Es war kurz vor Mitternacht, als ich hundemüde aber glücklich in mein Bett gefallen bin und die erste Nacht in meinem neuen Zuhause verbracht habe!

Trotz elf Stunden Schlaf litt ich am folgenden Tag ganz schön unter Jetlag. Viel Kaffee hat mich durch die ersten Tage gebracht und dann hat sich das Problem glücklicherweise erledigt. Auch ans Englisch sprechen gewöhnt man sich unglaublich schnell & dank der Tatsache, dass vom "Campus Living"-Team ständig irgendwelche Events geplant sind, bei denen man die anderen Studenten kennenlernt, hat hier Heimweh fast keine Chance!

In den ersten Tagen kriegt man alles mit einer Engelsgeduld erklärt und gezeigt: Wo kauft man die Bücher für die Kurse? Wie finde ich meine Klassenräume? Wo ist das Fitnessstudio und die Bücherei? Wo hole ich mir die Karte für die Mensa? Wo sind die Waschmaschinen und Trockner? usw. :) Am Sonntag gab's eine obligatorische "residence orientation", bei der die letzten Fragen dann endgültig geklärt wurden.

Eine spezielle Orientierungs-Veranstaltung für alle internationalen Studenten gab's dann gestern, einen Tag vor Uni-Beginn. Zu tief werde ich nicht ins Detail gehen - wenn sich jemand dafür interessiert, darf er oder sie mir selbstverständlich gerne schreiben!
Prinzipiell kann man sagen, dass wir über alles Wichtige rund um Krankenversicherung, Studiengebühren, Studentenvereinigungen und das Zusammenleben am Campus im Allgemeinen informiert wurden. Beim gemeinsamen Frühstück und Lunch haben wir auch einige der anderen internationalen Studenten kennengelernt.
Als Abschluss gab's dann eine kostenlose Sightseeing-Tour durch die verschiedenen Stadtteile Winnipegs: Chinatown, Corydon (auch bekannt als Little Italy), The Forks, Exchange District, ... an einigen Stationen haben wir Halt gemacht und konnten uns ein wenig umsehen. Am besten hat's mir im Assiniboine Park gefallen: eine wunderschöne grüne Oase auf einem riesigen Areal mit gemütlichen Cafés, einem kleinen Museum und dem Zoo. Das Wetter war - abgesehen von dem kalten Wind, an den ich mich echt noch gewöhnen muss - spitzenmäßig mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel!

...nach dieser schönen Woche beginnt jetzt quasi der harte Uni-Alltag. Ich bin schon gespannt, ob es sehr anders sein wird als das, was ich von meiner Uni in Nürnberg gewohnt bin. Drückt mir die Daumen, dass ich mich nicht mit zu vielen Hausarbeiten herumschlagen muss! ;)

Liebe Grüße & bis bald!

Theresa

Oben: Wesley Hall - Unten: Recplex Centre and Mc Feetors Hall

Theresa Lorenz zuletzt bearbeitet am 09.09.2015