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Weihnachten in Vietnam!

Irgendwie klappts dann doch nicht...

Auch wenn wir uns vorgenommen hatten, jede Woche einen Post zu veröffentlichen, so musstet ihr jetzt wieder drei Wochen warten. Dafür gibt’s natürlich umso mehr zu erzählen.

Ich (Matthias) fange mal mit meinen Wochen bis zum ersten Weihnachtsfeiertag an. Merlin wird dann seine Tage erzählen und am Ende werden wir wieder von unserer gemeinsamen Reise berichten.

Nachdem wir am zweiten Advent den letzten Blogpost aufgesetzt hatten, war für mich der Montag danach ein vorfreudiger Tag, denn ich wartete auf den Besuch meiner Freundin aus Deutschland. Leider steckten wir mitten in der Endphase für zwei Assignments, so dass die ersten Tage noch eher unspektakulär waren. Also starten wir mal mit der Uni:

Nur so viel, Gruppenarbeiten mit Vietnamesen können sehr anstrengend sein. Zunächst wäre einmal die Pünktlichkeit zu nennen, Meetings angesetzt um 5, können auch schon einmal 1,5 Stunden später beginnen. Nachdem ich meiner Gruppe mehrmals gesagt hatte, dass ich keine Zeit habe sobald meine Freundin da ist und mir wohlwollend versichert wurde, dass wir es ja vorher fertig machen, wurde ich natürlich eines Besseren belehrt. Aber ich will mal nicht zu viel meckern, Vietnamesen sind nicht faul, sie haben nur ein komplett anderes Verständnis von Effizienz und verstricken sich einfach in zu viele unnötige und unwichtige Diskussionen. Am Ende hat es doch ganz gut geklappt und wir konnten rechtzeitig eine passable Arbeit abgeben. Für mein zweites Assignment hatte ich ein wenig mehr Glück und war in einer Gruppe mit zwei dänischen Kumpels, da ist man dann doch ganz froh über die äußerst effiziente und saubere Handhabe. Für das letzte verbliebene Fach sind noch eine Gruppenarbeit und ein Essay fällig, die aber bereits beide von mir gut abgearbeitet wurde.

Nun zum Sightseeing:

Natürlich wollte ich meiner Freundin die Hektik von Saigon zeigen und sie in die ein oder andere dann doch vielleicht ruhigere Ecke führen. Was ist ihr sofort aufgefallen? Natürlich der Verkehr, Musterbeispiel am ersten Tag: Taxi von D1 nach D7 1,5 Stunden, autsch. Natürlich ließen wir uns davon die gute Laune nicht verderben und am Abend wollte ich Vanessa natürlich auch das Nachtleben von Ho Chi Minh City zeigen. Wie schaut ein typischer Dienstag bei uns auch? Bar96/Vortrinken in einem Studenten-Apartment danach Lush. So tanzten wir auch an diesem Dienstag bis in die früheren Morgenstunden.

Hätten wir das bloß einmal gelassen. Da meine Freundin nur zwei Wochen zu Besuch war, hatten wir natürlich ein straffes Zeitfenster. Also ging es am Mittwoch Morgen um 8 ins Mekong Delta für einen 1-Tages-Trip. Vielleicht lag es an unseren verkaterten Körpern, aber generell ist das Mekong Delta nichts Besonderes. Es ist sehr touristisch, man wird von einem Fleck zum anderen geschoben und ja, gesehen-abhaken.

Am Donnerstag hieß es dann einmal ausruhen & Uni pur, Vanessa musste leider den Tag alleine verbringen.

Aber am Freitag stand dann schon das nächste Highlight auf dem Programm: Hoi An. Ich hatte ein schönes Hotel gebucht, allerdings wurden wir erst einmal eiskalt erwischt. In Hoi An ist bis Ende Januar Regenzeit und so goss es aus Eimern, der Fluss war übergelaufen, die Stadt nur per Boot begehbar, nicht einmal zur japanischen Brücke konnten wir gehen. Strand? Gesperrt.

Trotzdem ließen wir uns die gute Laune nicht verderben, ließen uns Schuhe und Kleider schneidern (25$ für ein Kleid, 50$ für ein Paar Business Schnürer) und genossen die Zeit in den vielen Cafés. Das Wetter wurde dann auch die anderen Tage besser, so dass Stunde für Stunde ein neuer Teil dieser wundervollen Stadt begehbar war. Einen Vorteil hatte das Hochwasser dann doch, wir konnten Hoi An sowohl per Boot als auch zu Fuß erkunden und für jeden Vietnam-Reisenden sollte Hoi An auf der Liste stehen. Viele kleine Handwerksgeschäfte, leckeres Essen, gute Cafés, einfach traumhaft. Am Sonntag ging es nach einem gemeinsamen Essen mit Merlin (vielleicht erzählt Merlin dazu später mehr) zurück nach Saigon.

Am Montag stand dann Teil 2 unserer Saigon-Sightseeing-Tour an. Museum der Kriegsverbrechen, Independence Palace und ein großer Park. Ja so viel hat Saigon nicht zu bieten, dafür haben wir ein tolles Cafe gefunden und ich habe zum ersten Mal in der Zeit hier ein Schnitzel verdrückt (gut wars J). Ansonsten stand am Montag auch einmal relaxen auf dem Programm.

Am Dienstag hatte ich wieder Uni, Vanessa ging zu den Cu-Chi-Tunnels und abends stand leider schon die Abschiedsparty unseres guten Kumpels Axel auf dem Programm. Alles in allem, wieder ein toller Dienstag.

Mittwoch ging es dann bereits um 7.00 Uhr nach Phu Quoc, weswegen wir dieses Mal Dienstag nicht all zu lange feierten. Phu Quoc ist traumhaft, Scooter fahren, in der Sonne bruzzeln, Kokusnuss am Strand genießen und ein wenig braun werden. Ich bin allerdings gespannt wie Phu Quoc in einigen Jahren aussieht, noch ist es teils Paradies, teils schon katastrophal. Im Norden werden große Hotels hochgezogen, die noch nicht vorhandenen Straßen entstehen wohl in Windeseile, schade denn gerade ist Phu Quoc an den richtigen Stellen noch ein Paradies. Den Sao Beach sollte man unbedingt gesehen haben, weißer Sandstrand, türkisblaues Wasser, der Traum von einem Stand. Zurück ging es am Weihnachtsfeiertag, denn am Tag trafen wir uns mit vier Dänen und einem Deutschen für ein Weihnachtsbuffett in einem Hotel in D1. Auch wenn es etwas teuer war, das Essen war phänomenal (Austern, Hummer, Rinderlende, Truthahn, Sushi, Lamm, Currys, Shrimp, Frosch und und und) und auch der Wein war verdammt lecker. Mit einer Flasche Wodka im Club Play hieß es dann eigentlich auch schon Abschied nehmen. Nach einem Brunch am ersten Weihnachtsfeiertag brachte ich Vanessa wieder zum Flughafen und die zwei-wöchige Zeit war leider schon viel zu schnell vorbei.

So, nun werde ich (Merlin) mal von meinen Erlebnissen der letzten zwei Wochen berichten. Leider hatte ich nicht soviel Zeit zum erleben und reisen wie Matthias, aber auch ich habe viele schöne Sachen erlebt. Meine Mutter hatte mich im Dezember besucht, ihre Anreise war bereits am 3. Dezember. Die ersten Tage habe ich mit ihr in Ho Chi Minh verbracht, bevor sie dann alleine von Ho Chi Minh aus einige Tagestripps zu den Cu Chi Tunnels und ins Mekong-Delta gemacht hat. Ich habe die freie Zeit genutzt, um noch an einigen Assignments zu arbeiten, was mir je nach Auslegung gut bzw weniger gut gelungen ist. Als herausragendes Erlebnis habe ich einen Kochkurs mit meiner Mutter gemacht, bei dem wir zunächst Frühlingsrollen, dann eine klassische Pho-Suppe und schließlich noch gebratenen Fisch zubereitet haben. Als Highlight gab es dann zum Nachtisch Bananen in Kokosmilchsud was einfach herausragend geschmeckt hat. Wir haben für unsere Kochleistung ein Zertifikat und ein kleines Kochbuch bekommen. Es war auf jeden Fall ein sehr schönes Erlebnis und mit Kosten von etwa 40 USD pro Person auch preislich akzeptabel. Wir haben dort 3 Stunden verbracht und hatten sehr viel Spaß, ich kann es jedem nur empfehlen.

Das Wochenende darauf bin ich dann mit meiner Mutter zur Grenze Vietnam-Kambodscha gereist, da wir eine Bootsfahrt auf dem Mekong hoch bis Phnom Penh machen wollten. Der direkte Busweg von Ho Chi Minh nach Phnom Penh dauert nur 6-7 Stunden, wir hatten uns hingegen für eine Busfahrt von 8 Stunden nach Chau Doc, einem kleinen Grenzort im Süden Vietnams und die Weiterfahrt von dort mit dem Boot von nochmals 6 Stunden entschieden. Die Busfahrt war wirklich anstrengend, da die Straßen sehr schlechte Qualität hatten und wir unheimlich viele Pausen gemacht haben. Letztlich sind wir dann aber glücklich und heile angekommen und waren froh, dass wir noch einen Spaziergang am Pier von Chau Doc machen konnten. Leider musste ich dann feststellen, dass ich meinen Reisepass in Ho Chi Minh vergessen habe!! Wenn auch immer ihr auf reisen seid, denkt an euren Reisepass! Ich habe mich so geärgert und die ganze Busfahrt ist umsonst gewesen. Das war ein absolut katastrophales Erlebnis, zumal ich mich auf die Zeit mit meiner Mutter ebenso wie auf die Bootsfahrt gefreut habe. Nachdem wir lange überlegt haben ob es eine Option gibt, habe ich dann resigniert und beschlossen die Heimreise anzutreten, sodass meine Mutter alleine weitergefahren ist.

Back in Ho Chi Minh bin ich dann am Samstag noch auf die Saigon Soul Pool Party gegangen, die ich nur empfehlen kann. Sie findet jeden Samstag statt und ist immer relativ gut besucht. Der Pool gehört zu einem Hotel und befindet sich im Außenbereich im zweiten Stock. Die Getränke sind etwas teurer als am Straßenstand aber immer noch nicht überteuert, insbesondere im Vergleich zu den teils sehr hochpreisigen Drinks in den ganzen Rooftopbars in Ho Chi Minh. Wir haben dort bis 21 Uhr unsere Drinks am Pool genossen und sind dann gleich in der Stadt geblieben um noch eine Pizza zu essen. Tagsdrauf hatte ich wiederum Zeit mich der Uni zu widmen. Neben Uni gab es dann nur noch Gym und teils Essen gehen mit Freunden bis ich schließlich das Wochenende vor Weihnachten nach Hoi An aufgebrochen bin um dort meine Mutter wiederzutreffen. Sie hatte in der Zwischenzeit neben Phnom Penh noch Siem Reap bzw. Angkor Wat in Kambodscha besucht und ist dann in den Norden gereist. Dort hat sie sich Hanoi und Halong Bay angeschaut. In Hoi An haben wir uns dann wiedergetroffen. Ich hatte Hoi An, wie ich euch ja in den früheren Blogposts berichtet hatte, schon besucht, wollte die Stadt aber nochmal mit meiner Mutter erleben.

In Hoi An haben wir uns in ein richtig gutes Spa Hotel eingebucht und haben dort sehr fancy gelebt. Am ersten Tag sind wir direkt die Stadt erkunden gegangen und mussten feststellen, dass von der Überflutung noch einige Reste verblieben sind. Abends zum Dinner haben wir uns dann, wie bereits erwähnt, mit Matthias und seiner Freundin in dem leckersten Restaurant in Hoi An, das Morning Glory Restaurant, getroffen. Am zweiten und dritten Tag habe ich dann mit meiner Mutter viele Shopping-/ Boots- und Stadterkundungstouren gemacht. Meine Mutter hat sich eine Tasche und drei paar Schuhe machen lassen und ich habe auch ein paar Anzugschuhe von ihr zu Weihnachten bekommen. Mein absolutes Highlight war dann die abendliche Fahrt auf dem Wasser mit einem kleinen Holzboot während ganz viele kleine Lichter auf dem Fluss geschwommen sind. Wir haben viele schöne Fotos gemacht und dann nochmal alles Revue passieren lassen bei einem guten Glas Wein in einem schnuckeligen Restaurant. Ich habe mich dann nach dem Wochenende wieder auf den Weg nach Ho Chi Minh gemacht und dort die Tage bis Weihnachten verbracht.

Nha Trang Beach

Zu Weihnachten habe ich mich dann mit meiner Mutter in Nha Trang getroffen. Wir hatten zunächst ein akzeptables Hotel, das jedoch durch negativen Service aufgefallen ist. Daher haben wir dann zu Heiligabend das Hotel wechselt und haben uns eine letzte Nacht in einem hochpreisigen Hotel gegönnt, das definitiv überzeugt hat. Nha Trang hat außer Strand nicht viel zu bieten. Wir haben eine Fahrt mit dem Cable Car gemacht, die jedoch sehr teuer war. Dann haben wir uns noch eine Pagode angeschaut, die jedoch entgegen unserer Erwartungen keinen Unterschied zu anderen Pagoden gezeigt hat, die wir uns bereits in Ho Chi Minh etwa angeschaut haben. Eine kleine schöne Galerie und den Nightmarket haben iwr uns dann auch noch angeschaut. Letztlich haben wir gut gegessen und noch einige Stunden am Beach genossen. Nach zwei Tagen sind wir dann zurück nach Ho Chi aufgebrochen und haben die letzten Vorbereitungen vor der Abreise meiner Mutter getroffen. Nachdem diese am 26. dann abgereist ist, konnte ich wieder Zeit mit Matthias verbringen.

Nachdem am zweiten Weihnachtsfeiertag für uns beide Uni angesagt war, ging es am Abend erst einmal 14 Stunden mit dem Bus nach Sihanoukville (ja Bus fahren macht Spaß) und gleich am nächsten Morgen nach Koh Rong. Koh Rong ist ein Paradies, kein Internet an manchen Stellen, keine Elektrizität, keine Straßen (ja nur Taxi-Botte oder laufen), wunderschöne Sandstrände und Dschungel. Wir hatten zudem ein cooles Hostel an einem verlassenen Fleck (dennoch nah zum Main-Beach) und genossen die Tage in der Sonne richtig. Wer in der Ecke ist, sollte auf alle Fälle so schnell es geht nach Koh Rong (angeblich planen Sie einen Flughafen und das würde den Charme der Insel komplett auf den Kopf stellen), allerdings sollte man sich schon gewiss sein, dass die Insel speziell ist (Elektrizität, Internet, Wasser, und und und ;).

Koh Rong Accomodation

Koh Rong Beach

Am 30 machten wir uns dann zurück nach Sihanoukville um den Nachtbus nach Bangkok zu erwischen. Gott sei Dank fuhr ein Schnellboot, denn das Wasser war an diesem Tag sehr stürmisch und die Rückfahrt erinnerte eher an eine Achterbahnfahrt. Tja Nachtbus geplant 17 Stunden, nun sind wir nach 20 Stunden immer noch weit entfernt von Bangkok.

Silvester wurde dann mit Freunden aus der Heimat in Bangkok gefeiert und war wie auch schon Weihnachten mal ein Erlebnis der anderen Art, mehr dazu aber in unserem nächsten Blogpost, der schon bald kommen wird!

Tja leider bleiben uns nur noch 2,5 Wochen in Fernost. Ihr hört uns bald wieder.

Bis dahin

Merlin & Matthias

Merlin Kaiser zuletzt bearbeitet am 05.01.2017