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Travelling im Norden Vietnams!

Viel zu erzählen...

Eigentlich wollten wir Euch ja noch vor der freien Woche mit einem Update und unserem finalen Reiseplan versorgen, es war aber einfach so viel zu tun, dass wir Euch nun einerseits einen längeren Reisebericht bereitstellen und andererseits ein kleines Video über die freie Woche hochladen.

Zunächst gibt es noch Einiges zum Wochenende Mitte November (18-20) in Mui Ne zu erzählen. Eigentlich hatten Merlin und ich geplant mit einer kleinen Gruppe von 5-6 Personen ein Wochenende am Strand zu verbringen, weg von der Hektik von Saigon. Als wir einen Post in unsere Facebook-Gruppe gesetzt haben, ob jemand Lust hat mit nach Mui Ne zu kommen, konnten wir bereits nach zwei Stunden ahnen, dass wir wohl doch eher eine Gruppe von 15-20 Personen sein werden. Am Ende waren wir dann sogar 27 von den Internationals, was natürlich ein partyreiches Wochenende zur Folge hatte. Da wir so viele Leute waren, waren wir auf mehrere Unterkünfte aufgeteilt, wobei der Großteil in einem Hostel untergebracht war. Ausgestattet mit zwei Pools war es auch der perfekte Treffpunkt für unsere täglichen Partys. Neben Musik, wurde man auch ganztags mit diversen günstigen Getränken und Essen versorgt. Der Pool wurde vom Großteil so sehr gemocht, dass 90% der Anwesenden den Strand nur von der Ferne gesehen haben. Aber natürlich war es auch die perfekte Gelegenheit einfach ein paar Tage in der Sonne zu entspannen und der Geruch und Wind des Meeres war eine willkommene Abwechslung zum Smog in Saigon. Nach dem ersten Tag waren wir dann auch schon bei den Besitzern, einem schwulen Belgier und Vietnamesen, so bekannt, dass wir teils gewisse Sonderrechte genossen haben. Neben Sonne und Meer hat Mui Ne ansonsten touristisch eher wenig zu bieten. Am Samstag watschten wir durch den sog. Fairy River Stream, der insbesondere aufgrund des roten Sandes ein wenig an einen Märchenwunderlandschaft erinnerte. Sand sollte dann auch für unseren zweiten Ausflug eine Rolle spielen. Nach kurzer Schlafenszeit machten wir uns am Sonntag um 04.00 Uhr morgens auf, um zu den hier bekannten weißen Sanddünen aufzubrechen. Allerdings war diese Tour es nicht unbedingt wert um 04.00 Uhr morgens aufzustehen, da insbesondere die Lautstärke der zahlreich fahrenden Quads den Sonnenaufgang etwas zunichte machte. Auch einen Stopp am Fischerhafen in Mui Ne wurde auf dem Rückweg gemacht. Obwohl es nicht viel zu sehen gab, hat uns das Hostel in Mui Ne so gut gefallen, dass wir spontan entschlossen haben einen Tag länger zu bleiben. Ein Tag ohne Party und nur relaxen, war dann auch bitter nötig. Und da der Rest am Sonntag wieder abreiste, war dies auch der perfekte Zeitpunkt. Da Mui Ne nur 210km von Saigon entfernt liegt, machten einige den Trip auch mit dem gekauften bzw. gemieteten Scooter. Da eine Französin auf der Anreise zwei Stürze hatte und von der Polizei angehalten wurde, wollte sie nicht mehr mit dem Scooter zurückfahren. Dies war ein weiterer Grund einen Tag länger zu bleiben, da wir so mit dem Scooter der Französin zurück nach Saigon fahren konnten. 210 km zu zweit auf dem Scooter an 5h, gutes Erlebnis, aber dabei soll es auch bleiben. Bereits einige Male haben wir erwähnt, dass Verkehr in Vietnam eine Geschichte für sich ist, dies konnten wir dann auch auf der Fahrt zu spüren bekommen. Zunächst mal muss man sagen, dass wir durchaus schnell unterwegs waren, der Start war auch wundervoll, da die ersten 30km direkt entlang des Strandes zurückgelegt wurden. Danach mussten wir auf die Autobahn wechseln, wobei Autobahn in Vietnam heißt, dass es unmöglich ist schneller als 80km zu fahren, dir schon auch durchaus Fahrräder und Kühe als Geisterfahrer dir entgegen kommen oder du von LKWs auf den Grünstreifen gedrängt wirst. Alle 80km mussten wir zudem den Fahrer wechseln, da es ansonsten unerträglich war für den Beifahrer (ja der Arsch tat weh). Eigentlich hatte die ersten 170km alles schon viel zu gut funktioniert, wir wurden zwar von der Polizei herausgezogen, sind aber einfach weiter gefahren und hier sind die Polizisten einfach viel zu faul einem zu folgen. Dann kamen wir jedoch wieder in die Nähe von Saigon und es war einfach nur grauenvoll, fast 2h für 30km, unzählige Motorräder, Sand und Staub und zahlreiche leichte Kollisionen, so dass wir einfach nur froh waren nach 5h wieder sicher anzukommen zu sein. Wir waren von oben bis unten dreckig, durchgeschwitzt und der Arsch hat nach 5h auf dem Scooter einfach nur weh getan. Auch in der Uni mussten wir dann wieder in die Gänge kommen, einige Gruppenmeetings und Deadlines standen an. Dies war schlussendlich auch der Grund warum wir unsere Reise nicht fertig planen konnten und keine Zeit für einen Blogpost hatten. Leider verpassten wir auch die letzte Vietnameseclass, da wir einfach mit Assignments beschäftigt waren. Nach nur zwei Tagen in Saigon, brachen wir dann auch schon am Donnerstag Abend nach Hanoi auf. Und gleich am Flughafen konnten wir einen Unterschied feststellen, es war im Vergleich zu Saigon verdammt kalt ☹.

Freitag, Tag 1 Hanoi: Erst früh um 02.30 am Hostel angekommen mussten wir zunächst erst einmal ausschlafen. Gegen 11.00 Uhr brachen wir zu Fuß auf, um jede Sehenswürdigkeit abzulaufen. Wir hatten ein Hostel im Old Quarter gewählt, was sich als eine gute Option herausstellte, da wir innerhalb von 5 Stunden alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatten. Besonders schön fanden wir die Kathedrale, da wir dort auf einem Balkon mit einer schönen Aussicht auch ein nettes Mittagessen hatten. Ansonsten besichtigen wir noch einige Tempel und Pagoden, das Mausoleum von Ho Chi Minh und das Old Quarter. Am Abend ging es dann auf den Pub Crawl von unserem Hostel. Dort trafen wir auch zum ersten Mal auf unsere kanadische Freundin, die bereits eher nach Hanoi gereist war und den Großteil der Week 7 mit uns verbringen wollte. Mit unserer Unterkunft hatten wir ein echtes Schnäppchen gemacht, für 5 USD gab es freies Frühstück, einen Drink zum Sonnenuntergang, einem Drink zu jedem Essen, Freibier zwischen 7 und 8, einen Shot um 8, Freibier von 10 bis 10.30...was will man mehr?

Samstag, Tag 2 Halong Bay Sonntag, Tag 3 Halong Bay: Etwas geschwächt vom Pub Crawl mussten wir um 07.00 Uhr vom Hostel Richtung Halong Bay aufbrechen. Nach einer vierstündigen Busreise bestiegen wir unser Boot, um in die Halong Bay aufzubrechen. Etwas Pech hatten wir an diesem Tag mit dem Wetter, da es eher frisch und bewölkt war. Wir waren eine Gruppe von 25 Leuten und hatten eine kleine Insel für uns alleine. Einfach nur traumhaft. Am Nachmittag gab es dann zahlreiche Aktivitäten wie Cliff jumping, Boat jumping, kayaking vorbei an den Häusern auf Wasser, und und und. Immerhin war das Wasser ziemlich aufgeheizt, so dass man nur fror nachdem man wieder aufs Boot zurückgekehrt ist. Dennoch war auch der Samstag ein netter und beeindruckender Tag. Die Entschädigung für das mäßige Wetter gab es dann auch schon am Sonntag. 27 Grad, strahlender Sonnenschein, da wirken die riesigen Kalksteinfelsen und das türkisblaue Wasser gleich noch einmal viel beeindruckender. Merlin genoss die Sonnenstrahlen am Strand unserer einsamen Insel, ich machte mit anderen Leuten der Tour einen kurzen Trek auf die andere Seite der Insel, vorbei an wilden Affen und dann mussten wir auch schon wieder zurück nach Hanoi. Dort angekommen gab es das übliche Abendprogramm, 19.00 Uhr free flow, danach PUB CRAWL

Montag, Tag 4 Sa Pa Dienstag, Tag 5 Sa Pa Mittwoch, Tag 6 Sa Pa: Mit Sa Pa stand dann eine Empfehlung zahlreicher Leute aus Ho Chi Minh City auf dem Plan. Dort trafen wir uns dann auch mit einer Vietnamesin und einer Deutschen, die bereits einen Tag eher in Sa Pa eingetroffen sind. Wenn man die 33 Grad aus Saigon gewohnt ist, erlebt man hier dann auch wirklich einen Kulturschock. 2 Grad tief, 13-16 hoch, wobei 2 Grad tief im Vergleich zu Deutschland richtig kalt ist, da Sa Pa sehr hoch liegt und gerade in dieser Jahreszeit auch sehr neblig ist. Zudem gibt es kaum Isolierung in den Wänden, jedes Restaurant hat Fenster und Türen geöffnet, kurzum ohne Winterjacke oder mindestens 5 Schichten ging nichts. Also machten wir uns gleich am ersten Abend auf, um uns eine gefakte North Face Jacke für umgerechnet 12 Euro zu kaufen. Sa Pa ist insbesondere für seine Reisterrassen berühmt, hat daneben noch zahlreiche Wasserfälle, Aussichtspunkte sowie den höchsten Berg Indochinas zu bieten. Wir entschieden uns an einem Tag für eine Tour zu zwei Wasserfällen und am nächsten Tag für einen Trek durch die Reisterrassen, gerne hätten wir auch den höchsten Berg Indochinas gesehen, was aufgrund des starken Nebels aber nicht möglich war. Die Wasserfälle waren jedenfalls ganz nett und obwohl wir die Reisterrassen von den Philippinen bereits kannten, waren die in Sa Pa nicht minder spektakulär. Im Tal, dem Startpunkt für den Trek der Terrassen angekommen, wurden wir dann von einer Gruppe einheimischer Frauen begleitet, die auch bis zum Ende unseres Treks wacker an unserer Seite blieben. Wir hatten keine Tour gebucht und dann am Ende im Internet gelesen, dass sie tourlose Touristen eben begleiten und auch bis zum Ende an deren Seite bleiben. Anfangs war es etwas nervig, aber während des Treks war es durchaus hilfreich jemanden an der Seite zu haben. Erstens war das Gelände sehr rutschig, also es ist sehr empfehlenswert richtige Trekking Schuhe zu haben, zweitens war auch nicht immer klar wie die Route ist, denn eine richtige Beschilderung gab es nicht. Mit Hilfe unserer vietnamesisch sprechenden Freundinnen und den einheimischen Frauen gelang der Trek doch dann ganz gut. Am Ende haben wir den 7 Begleiterinnen umgerechnet je 2€ für die Tour gegeben. Auf jeden Fall ein guter Trip nach Sa Pa zu fahren. Am Mittwochmorgen fuhren wir dann wieder zurück nach Hanoi, wo wir den letzten gemeinsamen Abend auf dem Pub Crawl ausklingen ließen. Merlin ging am Donnerstag nach Hause, um Assignments zu machen, unsere kanadische Freundin reiste weiter nach Laos und ich hab mich für eine Tour entschieden, die zu diversen Tempeln, Pagoden, Höhlen, einem Nationalpark, einem See und den viertgrößten Wasserfällen zwischen Grenzen (Ban Gioc) führte. Am Central Backpackers Hostel Old Quarter angekommen, erlebten wir dann noch eine positive Überraschung, da wir ein Upgrade in einen private room bekommen haben. War für die letzte Nacht auf jeden Fall nicht all zu schlecht ;).

Donnerstag, Tag 6 Hanoi/Abreise Merlin & Catherine: Da die Tour vom Reiseplan her sehr stressig war, entschied ich (Matthias) mich am Donnerstag nach der Abreise der beiden, einfach nur einmal im Bett liegen zu bleiben. Am Nachmittag schlenderte ich nur einmal kurz für 2h durch die Gassen des Old Quarter und verweilte an einem Cafe für eine Stunde. Am Abend traf ich noch auf einen deutschen Freund, den ich in Saigon kennengelernt habe.

Freitag, Tag 7 Cave Ho Chi Minh Samstag, Tag 8 Ban Gioc Sonntag, Tag 9 Ba Be National Park & Lake: Mit einer Reisegruppe von 14 Personen, einem Führer und einem Fahrer machten wir uns morgens um 07.00 Uhr Richtung Nordost-Vietnam auf. Insbesondere der Freitag mit 10h Fahrt war natürlich sehr anstrengend. Der Freitag war auch etwas unspektakulär, da wir nur eine Pagode besichtigten. Am späten Nachmittag konnten wir außerdem einen Blick in die Höhle werfen, in der Ho Chi Minh, nachdem er wieder über die Grenze von China nach Vietnam gekommen ist, für mehrere Wochen lebte. Die Höhle war wenig spektakulär und sehr schlicht, aber der so genannte Lenin-Fluss und die Gegend um die Höhle waren sehr sehenswert. Insbesondere am glasklar, türkis-blauen Wasser machte das Verweilen nach so langer Fahrt wirklich Spaß. Am Abend schliefen wir dann in einem Hotel. Wobei für Schlafen blieb nicht so viel Zeit, mussten wir doch am nächsten Morgen um 07.00 Uhr schon wieder das Hotel verlassen. Ziel am Samstag waren die Ban Gioc Wasserfälle, die Hauptattraktion der Tour, und die Bilder im Internet hatten erahnen lassen, dass sie einfach nur atemberaubend schön ist. Um ehrlich zu sein, hatte ich noch keine so großen Wasserfälle gesehen, es gibt weltweit auch nur drei größere Wasserfälle zwischen Grenzen, die Viktoria-, Niagara- und die Iguazu Wasserfälle. Neben zahlreichen Fotos, fuhren wir auch auf einem kleinen Boot direkt an die Wasserfälle heran, sodass wir nur circa 1,5m von der chinesischen Grenze entfernt waren. Leider ging es nach wenigen Stunden an den Wasserfällen, an denen man auch gut und gern einen Tag verbringen kann, auf einen weiteren 7 Stundentrip zu einem Homestay im Ba Be National Park. Da es von Hanoi nur eine Tour zu den Wasserfällen gibt und dies neben dem Scooter (wobei die Wasserfälle wie ihr an den Fahrtzeiten erkennt, schon richtig weit weg sind) die einzige Möglichkeit ist dort hin zu gelangen, waren neben einigen Vietnamesen und den Touristen auf chinesischer Zeit, kaum andere Leute dort. Ein echter Geheimtipp. Ich hatte am Anfang auch überlegt nach Ha Giang zu fahren (wenn man Zeit soll man das auf alle Fälle machen), da es aber zu ähnlich zu Sa Pa ist, mich dann doch für die Wasserfälle entschieden. Leider hatte ich am Samstag mich etwas schwach gefühlt, so dass ich Abends am Homestay angekommen mich sofort ins Bett begab. Am Sonntag ging es auch wieder um 07.00 Uhr los zum Ba Be Lake, den wir zunächst in kleinen Gruppen auf Bamboofloßen erkundeten. Danach fuhren wir mit einem kleineren Boot über den See zu einem Tempel, einer Höhle mit tausenden Fledermäusen. Der Bootstrip durch die wunderschöne Landschaft war eine willkommene Gelegenheit zu entspannen. Um circa 12.00 Uhr ging es dann auch schon wieder zurück nach Hanoi. Insgesamt haben wir 25h in einem Mini-Van verbracht, was schon richtig stressig war und der ein oder anderen Reisenden am Ende auch etwas gesundheitliche Probleme bereitete. Aber der Stress war es auf jeden Fall wert. Abends am Hostel in Hanoi angekommen, hatte ich nur noch 1-2 Bier und lies auch den Pub-Crawl ausfallen.

Montag, Tag 10 Rückreise Ich war dann auch wieder froh nach 10 Tagen straffen Programm wieder nach Saigon zu kommen. Insgesamt ist der Norden von Vietnam wirklich sehr sehenswert und man kann die Gegensätze zum doch eher moderneren Saigon wirklich erkennen. Am Montag gönnte ich mir dann einen wirklichen Ruhetag, bestellte Pizza und hatte einen ersten Blick auf die vielen Bilder, die ich während des Trips geschossen hatte. Restwoche Die Tage danach, stand dann auch die Realität wieder auf dem Programm. Viel Uni, Assignments, aber auch der ein oder andere Gym-Besuch. Am Freitag feierten wir dann auf der Backpackerstraße den Geburtstag eines vietnamesischen Buddys, am Samstag stand dann die Saigon Poolparty auf dem Programm. Gott sei Dank ist am Sonntag auch endlich mal wieder Zeit für den Blog geblieben und wir hoffen, dass ihr auf den nächsten Eintrag nicht solange warten müsst. Als besonderes Highlight haben wir euch dieses Mal noch ein Video mit hochgeladen! :)

Bis bald,

Merlin & Matthias

 

Merlin Kaiser zuletzt bearbeitet am 11.12.2016