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Zurück in Deutschland

Nach viel Eingewöhnungszeit in Deutschland habe ich mich nun endlich wieder einigermaßen eingelebt. In den letzten Monaten ist sehr viel passiert und ich musste einiges klären.

Aber zuerst meine Erlebnisse aus der letzten Woche in Kanada und dem Rückflug nach Deutschland.

Meine letzte Woche wollte ich in Montreal verbringen. Also hieß es wenige Stunden nach der letzten Prüfung ab zum Flughafen und los nach Montreal. Der Abschied von den in Kanada gewonnen Freunden fiel mir sehr schwer. Schon die Wochen davor waren wir alle sehr traurig und schwelgten bereits in Erinnerungen.

Letzter Abend in Winnipeg

Die Reise nach Montreal stellte sich als nicht so einfach heraus. Mein Flieger nach Montreal wurde gestrichen, da das Flugzeug bei der Landung einen Schaden erlitten hatte. Alle die nicht in Winnipeg wohnhaft waren, wurde ein Hotel zugewiesen und bekamen einen Essensgutschein. Ich muss sagen, das hat mir eine sehr entspannte Nacht in einem tollen Hotelzimmer beschert. Und das obwohl ich normalerweise ein großer Fan von Hostels bin.

Am nächsten Morgen ging dann mein Ersatz-Flieger nach Montreal. Dort machte ich mir ein paar schöne und sehr kalte letzte Tage. Ich traf dort auch eine Deutsche, die sehr am Zweifeln war, ob sie ihr Auslandsjahr wirklich durchziehen sollte, da sie gerade wenige Tage dort war und großes Heimweh hatte. Ich hätte sehr gern mit ihr getauscht. Natürlich habe ich sie zum Weitermachen motiviert und wir haben heute immer noch Kontakt. Sie berichtet mir regelmäßig wie viel Spaß sie in Kanada hat und wie sehr sie das liebt, was sie macht.

Montreal

Als ich dann in Deutschland landete, war in mir nichts mehr wie vorher. Die Freiheit und die Nähe zur USA sind Dinge, die mir sehr wichtig geworden sind. Kaum gelandet, bekam ich auch direkt die „deutsche“ Kälte der Menschen zu spüren. Ich war am Verzweifeln. Eins war für mich sofort klar: Ich kann dort nicht weitermachen, wo ich bei meinem Abflug nach Kanada aufgehört hatte.

Die unzähligen Kontakte und Gespräche zu Reisenden von überall auf der ganzen Welt, sowie die Freundschaften die ich während meines Auslandsaufenthaltes geschlossen hatte, beeinflussen mich noch immer immens.

Was mich sehr beeindruckt hatte, war, dass selbst ein Busfahrer in Kanada immer fröhlich zu den Gästen war und auch gerne auf sie wartete. Wohingegen in Deutschland man nur böse Blicke bekommt und der Busfahrer einen sehr unzufriedenen Eindruck macht. Die Stimmung in Kanada war immer sehr entspannt, selbst wenn es zu formellen Dingen kam. Keiner spürte diesen Arbeitsdruck, oder ließ ihn zu mindestens nicht an den Kunden aus und schafft dennoch seine Ziele in vorgegebener Zeit.

Als ich dann das erste Mal wieder in der Uni war und mit meinem Dozenten ein sehr langes Gespräch führte, beschloss ich nach ein paar Wochen Bedenkzeit mein Studium abzubrechen.

Was mir auf meinen vielen Reisen klar wurde, war, dass ich meine Zeit nicht mit irgendetwas verschwenden will, was mich nicht erfüllt. Die Studieninhalte in Deutschland für mich im Nachhinein einfach uninteressant, wohingegen ich in Kanada sehr gern mein Studium fortgeführt hätte. Dort erschienen mir Hausarbeiten nicht so langwierig und nervig, da es um Themen ging, die mich wirklich sehr interessierten.

Die letzten Monate habe ich also damit verbracht etwas zu suchen, was mir Spaß machte. Ich habe einige Nebenjobs angenommen, in denen ich konnte schon in verschiedene Bereiche schnuppern konnte, die mich meinem Ziel näher bringen.

Das Auslandssemester in Kanada, sowie die Unizeit haben mich sehr dazu angeregt mir klar zu werden, was meine eigenen Ziele und Wünsche sind. Dafür bin ich sehr dankbar.

Dank dem IEC konnte ich gut geplant und entspannt nach Kanada reisen, da ich im Notfall immer einen Ansprechpartner hatte. Im Nachhinein vermisse ich Winnipeg und die Menschen sogar ein wenig.

Ich möchte mich deshalb hier noch einmal sehr beim IEC für die vielfältige Unterstützung bedanken. Dank euch habe ich in Kanada eine unvergessliche Zeit erlebt, die vieles in mir verändert hat.

Idyllisches Kanada

Diana Niederberger zuletzt bearbeitet am 15.03.2018