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Leben mit einer kanadischen Gastfamilie

 

Hallo ihr Lieben,

wie ihr vielleicht durch meine Blogeinträge bereits mitbekommen habt, wohne ich während meines Auslandssemesters bei einer Gastfamilie. Dazu erzähl ich euch heute ein wenig mehr.

Zunächst einmal wird das Zusammenleben mit einer Gastfamilie während eines Auslandssemesters direkt von der Universität beworben und man findet alle notwendigen Informationen auf deren Website (definitiv ein Punkt für die University of Winnipeg!). Man füllt einfach eine Art Anmeldeformular aus in dem ein paar Fragen zur Person und insbesondere zu den Essgewohnheiten zu beantworten sind. (Glück für mich – auch als Vegetarier kein Problem :P)  Ein kleines Manko vielleicht: Man muss die Gesamtsumme des Aufenthaltes dann im vorhinein bezahlen. Erhält dafür aber dann ein eigenes Zimmer bei der Gastfamilie, max. 40 Minuten von der Universität entfernt. Hinzu kommt, dass man sich keine Gedanken ums Essen machen muss, da Frühstück, Lunch und Abendessen im Preis inbegriffen sind. Es handelt sich also quasi um das „rundum Sorglos Paket“.

Ich bekam dann relativ kurzfristig (so zwei Wochen vor Semesterstart) mein Match, also eine Mail mit Adresse und Kontaktdaten sowie Hobbies der Familie. Meine Gastfamilie besteht aus der Gastmutter Aimee (sie ist in Winnipeg aufgewachsen und 28 Jahre alt), einer achtjährigen Tochter Taydem und einem ca. einjährigem Gastbruder namens Benjamin. Hinzu kommt Maria (17 Jahre alt), die aus Estland stammt (jedoch in Spanien wohnt) und neun Monate ebenfalls Teil der Gastfamilie ist. Sie geht in Winnipeg zur High-School, um so ihr Englisch zu verbessern. Da sie aber nur zwei Tage vor mir eingezogen ist, war die Situation für sie genau so neu wie für mich. Wir verstanden uns auf Anhieb und unternehmen gerne was zusammen.

Das Haus in dem wir wohnen wird momentan gleichzeitig renoviert und so kam es, dass mein Zimmer bei Anreise noch nicht fertig war: Es war weder gestrichen, noch möbliert. Kurzerhand wurde meine kleine Gastschwester also zu ihrem Vater ausquartiert und ich habe die ersten drei Nächte in ihrem Zimmer neben Plüschhund und Puppen genächtigt. Danach war glücklicherweise dann alles bereit für den Umzug in den Keller. Mittlerweile sind auch nach einem Besuch bei Ikea alle Möbel zusammengebaut und funktionstüchtig. Es befindet sich darunter auch ein großes Bett, ein Schreibtisch und zwei kleine Schränke. Über die Zimmergröße lässt sich definitiv nicht meckern! Auch die Tatsache, dass mein Zimmer im Keller das momentan einzig bewohnbare ist, ist nicht so unangenehm, da im Obergeschoss meist doch ziemlich viel los ist. Lernen und mich für die Uni vorbereiten ist so auch entspannt daheim möglich.

Das Haus besitzt auch eine kleine Grünfläche, in dem sich ein kleiner Garten mit Gemüse befindet. Meine Gastmum achtet wirklich sehr auf gesunde Ernährung. Tomaten, Petersilie oder Salat aus dem eigenen Garten stehen so meist auf dem Speiseplan.

Aimee backt auch recht gerne, so dass Muffins oder ein Apfel-Crumble quasi stets in der Küche verfügbar sind. Das Essen ist recht abwechslungsreich und reicht von selbstgemachten Sushi bis hin zur Pizza die mit Gemüse aus eigenem Anbau belegt ist. Wirklich fabelhaft sind zudem ihre Pancakes mit Ahornsirup! Sollt ich hier mal das Rezept in die Finger bekommen, werde ich es auf alle Fälle mit euch teilen! Es wird meist gemeinsam gegessen und die Abende sind eine Abwechslung aus gemeinsam Kaffee trinken/ Serien oder Filme schauen oder auch gerne mal basteln und malen mit Taydem. Na und wie man sich vorstellen kann, ist mit zwei Kindern auch immer etwas Action geboten.

Die Wohngegend empfinde ich als recht angenehm, da es eben nicht direkt in der Stadt ist. Es handelt sich eher um eine etwas idyllischere Wohngegend. (Es gibt zudem nur wenige 100 Meter entfernt einen Fluss neben dem ein kleiner Park angelegt ist. Auch den Spielplatz dort haben wir bereits besucht :D). Zwar ist so der Weg zur Uni und in die Stadt immer mit einer Busfahrt verbunden, jedoch bekommt man als Student ohnehin eine Busfahrkarte, die mit den Studiengebühren auch abbezahlt ist.

Momentane Lieblingsthemen hier im Haus sind Halloween und Thanksgiving, wobei es sich in erster Linie um Kostüme und Essen dreht. Man darf also gespannt sein, was mich hier erwartet…

Hier in Kanada ist der Herbst bei Temperaturen um die 15 Grad langsam aber sicher angekommen, was sich in den herrlichen Farben der Bäume widerspiegelt.

Christina Friedl zuletzt bearbeitet am 21.09.2018