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Rückblick

 

Ich sitze mittlerweile wieder gemütlich zu Hause bei ganz angenehmen Temperaturen um den Gefrierpunkt und lasse anlässlich meines letzten Blogeintrags die letzten fünf Monate noch mal Revue passieren.

So ein Auslandssemester vergeht wirklich wie im Flug. Am Anfang ist man damit beschäftigt herauszufinden, wie man den Alltag am besten meistert. Hat man es dann endlich so einigermaßen heraus, hat man das Gefühl, auch schon wieder die Koffer zu packen und sich von seinen neu gewonnenen Freunden verabschieden zu müssen.

Nun aber zu den positiven und nicht ganz so positiven Erfahrungen der letzten Monate:

Das überwiegende Hauptargument für die University of Winnipeg sind für mich einfach die im Vergleich günstigen Studiengebühren. Es ist einfach eine gute Möglichkeit, eine längere Zeit in Amerika zu verbringen, ohne ein Vermögen zu zahlen. Somit bietet es sich an, das gesparte Geld gleich in Reisen zu anderen Orten in Kanada oder in die USA zu investieren :P

Ein weiterer Pluspunkt ist die wirklich gute Betreuung an der Universität. Hierarchien zwischen Studenten und Dozenten sind viel flacher, als ich das aus Deutschland gewohnt bin. Antworten auf meine Mails bekam ich auch bis spät in die Nacht, aber sicher einen Tag später. Man hat sich für meine Anliegen auch immer Zeit genommen und auf schriftliche Abgaben ein aussagekräftiges Feedback bekommen. In meinen Kursen waren immer maximal 40 Leute anwesend, was ich auch als ganz angenehm empfunden hab. In dieser Hinsicht war wirklich alles einwandfrei und meine Erwartungen konnten klar übertroffen werden.

Meine gewählten Kurse fand ich gut machbar, wobei das Niveau der Einstiegskurse tatsächlich mehr an die Oberstufe erinnert, als an die Uni daheim. Klar, man braucht den ersten Test vielleicht, um sich an etwas andere Schwerpunkte und Fragen zu gewöhnen, aber das sollte dann auch ganz gut funktionieren. In den Kursen von höheren Semestern (bei mir Consumer Behaviour) hingegen konnte ich niveautechnisch nicht wirklich einen Unterschied ausmachen. Mehr als drei Kurse würde ich aber auch rückblickend nicht wählen. Jedoch würde ich euch empfehlen für die gewählten Kurse auf alle Fälle auch Learning Agreements einzuholen, damit die Kurse dann an der Heimatuni auch angerechnet werden können. Und zwar VOR eurem Auslandssemester.

Die Entscheidung für eine Gastfamilie bereue ich trotz schlechter Erfahrungen in meiner ersten Gastfamilie nicht. Hier mal der Hinweis, dass es auch eine Notfallnummer vom Homestay Programm gibt. Die hätte mir damals vielleicht durchaus weitergeholfen…

Bei meiner zweiten Gastfamilie habe ich dann durchweg positive Erfahrungen gemacht, viel über die Menschen und das Essen gelernt. Zudem habe ich hier immer Tipps bekommen, was ich denn noch machen oder sehen sollte. Zusätzlich konnte ich dank meiner neuen Gastschwester auch einiges über China lernen. Da Winnipeg auch allgemein sehr multikulturell ist, war das immer ganz nett. Ich habe mir außerdem den Stress erspart, sich im Wohnheim selbst Internet besorgen oder mich mit Geschirr eindecken zu müssen…

Das hier habe ich von meiner Gastfamilie zu Weihnachten bekommen und die Pralinen werden in Winnipeg hergestellt und sind somit ein ganz nettes Mitbringsel.

Die nicht ganz so positiven Dinge:

Ich habe es ja schon des Öfteren angedeutet: Die Uni liegt einfach mal in Downtown und damit im Brennviertel. In der Universität ist immer sehr viel Sicherheitspersonal unterwegs und das gesamte Universitätsgelände ist mit Kameras überwacht. Am Anfang fand ich das recht befremdlich, aber man gewöhnt sich halt auch sehr schnell daran. Woran man sich auch sehr schnell gewöhnt, ist das offensichtliche Drogen- und Armutsproblem der Stadt. Ich habe es besonders oft beim Busfahren mitbekommen oder wenn man in Downtown unterwegs ist. Für mich als Landkind war es am Anfang schon eher schockierend, aber wie gesagt, man tut es den anderen recht schnell nach und sieht einfach drüber hinweg. Nachts habe ich es tatsächlich versucht zu vermeiden, allein unterwegs zu sein. Hier ist die Gastfamilie vielleicht ein Nachteil, da man eben etwas außerhalb wohnt. Abends allein mit dem Bus zu fahren war nichts, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Da hat man es im Wohnheim definitiv leichter, wo die meisten Internationals wohnen.

Teuer ist so ein Auslandssemester allemal. Vergesst insbesondere nicht Geld für Bücher einzuberechnen und zudem wird auch für jedes Formular eine extra Gebühr erhoben. Daran denkt man bei einer Kostenkalkulation wohlmöglich nicht gleich. Jedoch sollten diese Kosten aber nicht unterschätzt werden. Ich habe wohl nochmal 260 Dollar für Bücher liegen gelassen.

Um sich den Stress, die Bücher am Ende wieder los zu werden, zu ersparen, kann ich nur das Mieten im Bookstore empfehlen. Ja, auch wenn es vielleicht teurer ist, als die Bücher online zu kaufen. Es erscheint aber als die praktischere Lösung, wenn man nur ein Semester hier verbringt. Ich hatte nämlich eins selbst gekauft, dass ich dann am Ende des Semesters jedoch nur an den Bookstore für einen lächerlich geringen Preis verkaufen konnte.

Auf alle Fälle ja sagen würde ich immer wieder zu einem Auslandssemester. Nicht nur meine Englisch-Kenntnisse, sondern auch mein Hochdeutsch konnte ich hier verbessern :D:D

Dank eines indischen Dozenten bin ich stolz sagen zu können, jetzt auch Englisch mit indischem Dialekt besser verstehen zu können.

Christina Friedl zuletzt bearbeitet am 06.01.2019