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Orientation Week

Hallihallo,

Ich habe nun die Orientation Week überstanden und ich denke die kann einen ganzen Blogpost füllen. 

Vorab schon mal eine kleine Warnung: erwartet keine Orientierungstage/Orientierungswoche wie bei euch daheim. Es gibt keinen Tropfen Alkohol. Trotzdem sind alle Gruppenleiter total aufgedreht und es fällt einem teilweise schwer zu glauben, dass da alle nüchtern sind. Mir ist es schwer gefallen mich nüchtern und bei fremden Leuten auf das alles einzulassen. 

Aber von Anfang an. Man sollte wissen, dass man sich für die Orientation Week vorab anmelden muss. Es gibt drei verschiedene. Einmal für alle Engineering Studenten, einmal für Business Leute und einmal für alle. Da ich weder zum einen noch zum anderen gehöre, habe ich mich für die General Orientation week (auch FROSH genannt) angemeldet. Das ganze kostet 125$ und geht online. In dem Package ist aber dann alles enthalten für die gesamte Woche. Man hat dann noch die Möglichkeit verschiedene Add-Ons dazu zukaufen. Ich hab mich für das Carleton Athletics Ultimate Ravens Fitness Package entschieden. Kostet noch einmal 99$ und man bekommt folgendes:

  • den CUFit pass (Damit kann man einen Großteil der angebotenen Kurse das ganze Semester lang besuchen. Z.B. verschiedene Spinning Classes, Yoga, Pilates, Zumba, Kickboxing Fundamentals, Strength Training usw.),
  • 1 Speciality class sign up (Es gibt auch Kurse, für die müsste man noch einmal extra zahlen, weil man dafür ein bisschen Zeit und Wissen braucht und es einen ausgebildeten Instructor braucht. Z.B. Muay Thai Kickboxing, Swimming Classes, Bauchtanz usw. Ich habe mich für „Dynamic Kickboxing Women only“ entschieden. Darauf freue ich mich schon riesig!),
  • eine Under Armor Gym Bag,
  • CUFit day pass (Damit schätze ich mal kann man einmal einen anderen Speciality Kurs ausprobieren),
  • 2 vouchers for on-campus varsity games.

Sport- und Teamgeist wird hier groß geschrieben. Man identifiziert sich relativ schnell selber als einer der Ravens und das find ich total cool. 

Ravens

Am Sonntag ging die Orientation Week los. Bevor man zu irgendwelchen Veranstaltungen gehen kann muss man sich erst sein Welcome Package abholen. Das ist nicht nur ein Kulli und ein Block, sondern mehrere T-Shirts, ein Ravens-Pulli, eine Ravens-Flasche, Blöcke etc. Und ein Team-Shirt. Man wird für die Woche in mehrere Teams aufgeteilt. Ich war bei den „Locomotives“ dabei. Wir hatten orange Shirts und waren mit zwei anderen Teams das „industrial age“. Denn das Motto lautete „Through the ages“ (oder so ähnlich) ;)

Welcome Kit

Dann ging’s auch schon weiter in eine Art Hörsaal. Man wurde aufgeteilt in On-Campus und Off-Campus. Dort gab’s zwei witzige junge Herren, die ein paar allgemeine Infos und hilfreiche Tipps über das Studentenleben verraten haben. Da war schon eine ganz gut Stimmung bei den neuen Erstis! Nachdem die Jungs fertig waren, ging’s in Hörsaal Nummer zwei. Hier wurden Spiele gespielt á la Game Show im TV. Man konnte sogar was gewinnen! Mir ist nach und nach aufgefallen, dass die Kanadier recht wenig Berührungsängste haben, die machen einfach. Uns Deutschen fiel das nach wie vor etwas schwer…

Der vorletzte Stopp für den Tag beinhaltete das Erlernen verschiedener kleiner Tänze, aufgeteilt in den einzelnen Gruppen. Außerdem hat jede Gruppe ihren eigenen Cheer. Den mussten wir nach und nach lernen. Aber dieser kurze Treff war eigentlich nur ein Einsammeln aller Gruppenteilnehmer um zum Eröffnungsspiel der Ravens zu gehen. Football. Nicht mein Fall, aber hier das ganz große Ding! College Sportarten werden in Nordamerika ja eh total gefeiert, darüber lügen die ganzen Filme einmal nicht. Es gibt sogar Cheerleader und das Uni eigene Stadion war voll! Wie schon erwähnt, Football ist nicht so meins, deswegen bin ich nach der kleinen Halbzeitshow heimgefahren. Vor allem, weil es morgen früh gleich weiter geht!

Es ging wirklich früh los, um 8:00 sollte man wieder antanzen. Mit der Busfahrt eingerechnet, war das definitiv zu früh, selbst für mich Frühaufsteher. Angefangen hat’s in der Basketballhalle. Hier haben sich ALLE Teilnehmer eingefunden. Ich schätze bestimmt 1000 Erstis. Andere Dimensionen, als bei mir daheim, so viel steht fest! Hier haben sich ein paar Organisationen und Einrichtungen der Uni vorgestellt, mehr ist hier nicht wirklich passiert.

Danach ging’s weiter in einen neuen Hörsaal, in dem unsere Gruppenleiter eine Präsentation halten (mussten). Danach mussten/durften/sollten wir verschiedene Cheers erlernen… alles Neuland für die lieben Deutschen ;)

Cannabis

Funfact: Cannabis ist ja in Ontario legal. Das bedeutet auch, dass nicht nur über Alkohol „aufgeklärt“ werden muss in der Uni, sondern eben auch über den Genuss von Cannabis ;) irgendwie surreal.

Ist das geschafft, ging es weiter zu den allgemein beliebten Canal Games. Die Uni liegt ja gleich am Ottawa River, bzw. am Kanal. Nach einem kleinen Fußmarsch sind wir am Ziel angekommen. In den Teams aufgeteilt ging’s von Station zu Station, von Spiel zu Spiel. Hüpfburg-Parcours, Hüpfburg-Basketball, Hufburg-Dies und Hüpfburg-Das. Noch andere kleine Spielchen bei denen man etwas gewinnen kann. Zu Beginn gab’s für jeden 1-2 Stücke Pizza. Sonst gab’s noch ganz viele andere Stände, bei denen man wieder fleißig Goodies, Coupons und Snacks abstauben konnte. Immer wieder kam es vor, dass sich zwei Teams gegenseitig „herausgefordert“ haben, dann musste man gegenseitig seinen Cheer aufsagen. Bzw. eher performen! Umso lauter desto besser! Wirklich nicht, was man erwartet, aber wenn man es schafft sich darauf einzulassen macht es total viel Spaß! Ich fand’s einen super coolen Nachmittag.

Abends gab es noch weitere Veranstaltungen, angefangen mit einem Hypnotiseur gefolgt von der „Drake Night“ oder Bingo, wer will ;) Ich hab mal kurz bei der Drake Night vorbei geschaut, die fand in „Olliver’s“ statt. Einer der zwei Pubs an der Uni, der von Studenten geführt wird. Auch hier hat sich die Stimmung übertragen. Lange hab ich’s leider nicht ausgehalten, denn morgen ging’s wieder früh weiter.

Dienstag war die Academic Orientation, hier wird man in seinen Studiengang aufgeteilt und kommt mit den neuen Erstis zusammen. Es folgt eine ganz normale Vorstellung des Studiengangs, was man zu erwarten hat usw. Die Besonderheit bei meinem war, diesen gibt es erst seit letztem Jahr! Also total frisch und noch etwas unerfahren. Da ich nur 2. Semesterkurse belegt habe, habe ich mit den neuen Erstis leider nichts zu tun, sondern erlebe mit den jetzigen 2.Semestern das neue Semester zum aller ersten Mal. Darauf bin ich schon einmal sehr gespannt! 

Nach der Präsentation war Zeit für Lunch und danach gab’s noch einmal ein Welcome Event für Exchange Students. Hier gab’s viele Informationen, die eigentlich relativ spät kamen. Oder schon am I-Start Orientation Day abgedeckt wurden. Also halb so interessant. Aber es gab Donut holes von Tim Hortons! Also hat sich’s doch wieder rentiert ;)

Das eigentlich Interessante heute ist die Carleton Expo. Hier stellen sich alle (es gibt mehr als 300 verschiedene) Clubs der Uni vor. Jeder hat einen kleinen Stand und man kann durchschlendern und sich alles anschauen, was einen interessieren könnte. Mich hat am meisten der Carleton Outdoors Club gereizt. Wie der Name bereits verrät organisieren die Events … draußen. Habe mich für White Water Rafting angemeldet (noch bisschen mit gemsichten Gefühlen, aber das wird bestimmt cool ;) ). Achja, man konnte auch Mario Kart spielen - das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Abends standen die Athletic Games an. Da wurde man leider nur in die verschiedenen Ages unterteilt und nicht in die einzelnen Teams, deswegen hat man viel gewartet und wenig getan. Aber ja grob gesagt, es wurden wieder Spiele gespielt, diesmal im Athletics Teil der Uni verteilt. Wären es weniger Personen pro Station gewesen, hätte es bestimmt etwas mehr Spaß gemacht.

Am Mittwoch den 4.9.19 ging offiziell die Uni los, deswegen war da Pause. 

Am Tag darauf hatte man abends die Wahl zwischen der Athletics Night an der Uni oder man konnte die Downtown erkunden. Wir haben uns für Erstres entschieden. Wer hätte es gedacht es waren wieder Spiele ;) haben aber nur bei einem mitgemacht: Bubble Soccer. Menschen in großen durchsichtigen Gummibällen, die Fußball spielen. Bzw. in unserem Fall „Wer hat Angst vorm bösen Mann“. Es war irre witzig allein nur zum Zuschauen!

Am letzen Tag hab ich nicht mehr teil genommen, da war ich auf einem Festival. Aber es hätte auch ein kleines Konzert gegeben und eine Closing Ceremony.

So mein Fazit zur Orientation Week: (bzw. Mein Tipp)

Löscht alle Erwartungen! Lasst euch drauf ein! Ich wünschte bei mir hätte es nicht so lange gedauert, einfach nur zu machen. Denn es war wirklich witzig, alle waren so gut drauf und die Stimmung war ständig unglaublich gut! Ist es die 125$ wert? Das muss jeder für sich selber entscheiden, ich habe von ein paar wenigen gehört, dass es ihnen nicht so gefallen hat. Auch, weil ihnen alle zu kindisch waren. Mich hat das nicht gestört, eher im Gegenteil. Ich fand’s total erfrischend! Die Woche ist auf jeden Fall gut vollgepackt, langweilig wird einem nicht.

Ellenlanger Post, aber jetzt wisst ihr was euch erwartet und ob ihr das Geld investieren wollt oder nicht ;)

See ya!

 

Samantha Stadler zuletzt bearbeitet am 14.10.2019