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White Water Rafting - Panda Game

Hallihallo,

Lange nichts mehr von mir hören lassen. Das liegt daran, dass ich erst ein paar Ereignisse sammeln musste, sodass sich ein neuer Blogpost rentiert. Jetzt sind es so viele, dass ich zwei draus machen muss ;) Beide handeln um Freizeitaktivitäten. Heute plauder ich etwas über das White Water Rafting und das berühmte Panda Game. Aber eins nach dem anderen.

Ich nenne es ab jetzt WWR, okay? Also das WWR wurde vom PCOCC organisiert ;) vom Parks Canada Outdoors Club of Carleton. Ziemlich langer Name. Der Spaß hat schlappe 180$ gekostet. Da musste ich auch erst mal schlucken, aber es war auch wirklich alles dabei. Busfahrt, drei Mahlzeiten, Camping-Equipment und das Rafting natürlich.

Am Freitag ging’s am frühen Abend los. Wir haben uns alle bei der Uni getroffen, mussten im Vornherein zwei Waiver ausfüllen und ausdrucken - bzw. in umgekehrter Reihenfolge - die sowas sagen wie, falls man stirbt ist man selber Schuld und darf weder den Club noch den Rafting Veranstalter verklagen. Auf jeden Fall äußerst beruhigend! Blöderweise hab ich vorher auch noch WWR und dessen Risiken gegoogelt. Hätte ich nicht machen sollen. Also bin ich schon einmal mit einem etwas mulmigen Gefühl hingefahren. Wie dem auch sei, es standen zwei Busse zur Verfügung. Ein typischer amerikanischer, gelber Schulbus und ein etwas kleinerer. Beide waren bis zum letzen Platz voll. Es ist wohl wirklich einer der beliebtesten Ausflüge des Jahres. Wir waren minimum eineinhalb Stunden unterwegs in Richtung Gatineau Park. Haben einen kurzen Stopp beim Supermarkt eingelegt, für unser „Abendessen“. Hab da nämlich erst rausgefunden, dass es die gestellten Mahlzeiten erst am nächsten Tag gibt. 

Schoolbus

Im Camp angekommen, wurden die ganzen Zelte etc. verteilt und wir haben uns daran gemacht unseres aufzubauen. Was die Platzverteilung und Größe des Zelts angeht, hatten wir aber definitiv unterschiedliche Vorstellungen. Wir waren zu viert und haben nach einem vierer Zelt gefragt. Nach dem Aufbau wurde uns aber schnell klar, dass wir da ganz klar nicht zu viert reinpassen werden. Nach längerem hin und her konnten wir unseren Nachbarn tauschen und kamen so zu einem etwas angemessenerem Zelt. Es war nach wie vor sehr kuschelig. Das Camp an sich war aber sehr schnuckelig. Es gab ein mehrstöckiges, offenes Holzhaus, mit einer Bar, mehrere Sofas, Kicker- und Ping Pong Tisch und ganz wichtig: richtigen WCs! Davor war eine sehr großzügige Feuerstelle inklusive Lagerfeuer. Da haben wir uns dann erst mal S’mores gebraten. Brät man S’mores? Über’s Feuer gehalten auf jeden Fall. Es folgte ein entspannter Abend mit Beerpong und noch mehr S’mores. 

s'mores

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen! Nach einem üppigen Frühstück: Breakfast Burritos - hier habe ich eine Runde ausgesetzt - wurden die Schwimmwesten und Helme verteilt, gleich nach einer weiteren Runde Waiver-ausfüllen. Die haben sich gleich drei mal abgesichert... Ich, nach wie vor nervös. Die Rafts wurden auch schon auf die Busse geschnallt und daraufhin ging es bald los. Zum Startpunkt sind wir nochmal ca. 30min gefahren.

Vor Ort wurden wir dann in Gruppen von 5-8 Leuten aufgeteilt, glaube ich. Ich war auf jeden Fall in einem 7er Boot. Wir bekamen ein Paddel in die Hand und dann ging’s auch schon ins Wasser. Dort wurde uns von unserem Guide David noch alles wichtige erklärt und dann ging’s wirklich ins Wasser. Wortwörtlich. Hat er uns einfach ins Wasser geschmissen um zu sehen „wie wir aufs Wasser reagieren“… es war kalt.

Das erste Rapid (= Stromschnelle) war mehr eine Welle auf der man surfen konnte, oder auch nicht. Hier war einiges los. Wir waren definitiv nicht die Einzigen auf dem Wasser. Viele Kajaks waren ebenfalls unterwegs. Wir fahren also auf die Welle zu, in die Welle rein und - alles war gut. Ich war total erleichtert und guter Dinge. Das fand David aber langweilig. Also nochmal in die Welle und - komplett gekentert. Alle sind ins Wasser gefallen und das Boot hat sich gedreht. Als wir wieder im Boot saßen, wollte er wissen wie wir’s fanden. Alle fanden es total cool. Außer ich. Ich fand das nicht so cool. Deswegen hab ich auch an Land gewartet, als sie wieder und wieder in die Welle gefahren sind und auch, als sie das erste richtige Rapid runtergefahren sind.

Dann war auch schon Lunch. Da gab es verschiedenes Obst, einen Nuss-mix und Käsewürfel. Zum Glück war es heute sonnig und relativ warm, wir hatten nämlich unter den Schwimmwesten nur normale Badekleidung. 

Danach ging’s weiter mit Teil zwei. Jetzt waren es größtenteils nur noch Rapids und keine Wellen mehr. Bei Rapids, ist das Ziel einfach nur runter zu fahren und nicht das Boot zu flippen. Die waren dann auch ganz spaßig! Aber immer, wenn David das Raft wieder absichtlich flippen wollte, bin ich ausgestiegen. Einen kleinen Zwischenstopp gab’s bei einem großen Felsen mitten im Fluss. Hier konnte man Klippen springen. Das fand ich wiederum sehr cool und bin gleich zwei mal gesprungen! Nach ein paar weiteren Rapids waren wir ziemlich am Ende, sowohl was die Strecke angeht, als auch unsere körperliche Verfassung. Ist recht anstrengend muss ich gestehen! Im ruhigen Gewässer konnten wir dann nochmal so ins Wasser springen und einfach entspannen bevor es zurück zum Camp ging.

Dort wurde schon fleißig gegrillt. Es gab sowohl vegetarische als auch vegane Alternativen, was mich echt positiv überrascht hat! Also habe ich mir zwei vegetarische Burger gemacht. Hot Dogs hätte es auch gegeben. Danach, und nach dem Zeltabbau sind wir dann relativ bald wieder nach Hause aufgebrochen. Die Rückfahrt war ziemlich ruhig, da alle müde waren ;)

Fazit:

Es ist definitiv nicht so schlimm, wie ich es im Internet gelesen habe! Wäre meine erste Erfahrung bei der Welle nicht ganz so dramatisch gewesen - ich bin unter das Boot gekommen und habe ein bisschen Panik bekommen - wärs zu 100% ein Erfolg gewesen. So fand ich es trotzdem größtenteils super und es war auf jeden Fall eine einzigartige Erfahrung! War es das Geld wert? Ich denke alle mal.

Gehen wir über zu Teil zwei: Panda Game.

Das Event des Jahres! Zumindest was die University Generation angeht. Hier spielen die Ravens gegen die Gee Gees (das Football-Team der anderen Universität in Ottawa: der OttawaU oder uOttawa, wie man’s nimmt). Hier herrscht wirklich eine große Rivalität zwischen den beiden Unis. Alle identifizieren sich als Student von der oder der Uni und zeigen das auch. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder einzelne mindestens ein Shirt oder einen Pulli von seiner Uni besitzt - mich eingeschlossen.

Und am Panda Day ganz besonders. Die ganze Stadt war voller Studenten, entsprechend gekleidet. Ich wohne leider eher im Gebiet der uOttawa, deswegen haben die Gee Gees im Bus zum Spiel definitiv dominiert. Hier wird auch vor, während und nach dem Spiel getrunken - unter anderem. Auch wir haben etwas vorgeglüht vor dem Spiel. Da das Spiel schon um 12:00 mittags angefangen hat, musste man mit dem Trinken schon relativ früh beginnen ;) Auch hab ich bald rausgefunden, dass das Spiel an sich eher zweitrangig ist. Die Frage, „Auf welche After Party gehst du?“ ist wichtiger als das Ergebnis. 

Übrigens, wir haben leider verloren. Ziemlich hoch sogar…

Aber wie gesagt, alles zweitrangig. Nach dem Spiel wurde weitergetrunken bis es Abends in die Stadt ging. Wir sind zum Byward Market und der war wirklich sehr gut besucht! So gut, dass man sogar anstehen musste um in einen Club oder eine Bar zu kommen. Bzw. kam man in manche gar nicht mehr rein, weil wegen Überfüllung geschlossen. 

Panda Game

Mein Fazit hierzu:

Ich finde das super, dass sich alle so als Ravens oder eben Gee Gees identifizieren! Kennen wir aus Deutschland ja eher nicht so. Auch, dass hier alle stolz ihre Uni-Pullis tragen, finde ich cool. Es war auf jeden Fall ein witziger Tag, den man auf keinen Fall verpassen sollte! Auch wenn man - wie ich - kein Football-fan ist ;)

So viel dazu. Bald folgt ein weiterer Blogpost über noch mehr Input wie man seine Freizeit verbringen kann ;)

Bis dahin, 

See ya!

Samantha Stadler zuletzt bearbeitet am 14.10.2019