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Weihnachten in Kanada

Hallihallo!

Ich kann‘s ja wirklich kaum fassen, meine Zeit hier drüben ist schon fast wieder rum… In gut einer Woche mache ich noch einen kleinen Abstecher in die Karibik bevor ich Ende Januar endgültig nach Hause fliege. Einerseits bin ich total traurig, dass die Zeit so schnell vergangen ist, vor allem, weil ich echt gute Freunde hier gefunden habe; freue mich aber andererseits auch auf daheim - was vermutlich größtenteils an der Weihnachtszeit liegt. Ja, Weihnachten habe ich hier verbracht und werde euch auch gleich darüber berichten!

Vorher noch kurz ein, zwei Sätze zur Uni. Die ist ja schon seit ein paar Tagen endgültig vorbei, aber für die Studenten hier geht es am 6.1.2020 auch schon mit dem nächsten Semester weiter. Krass irgendwie.

Wie dem auch sei, in einem Fach habe ich schon meine endgültige Note bekommen und bin total zufrieden! In den anderen beiden steht das noch offen. Wir hatten ja bis 21.12. Zeit unsere Assignments abzugeben und ich bezweifle, dass sich unsere Dozentin über die Feiertage an unsere Hausarbeiten setzt, also wird das auch noch ein wenig dauern. Ich habe aber ein gutes Gefühl – glaube ich ;)

Okay, zurück zum eigentlichen Thema: Weihnachten in Kanada. Ich muss zugeben, ich dachte unsere typischen, deutschen, kuscheligen Weihnachtsmärkte gibt es weltweit. Weit gefehlt. Das ist wohl wirklich was, womit wir wieder herausstechen (bzw. die Europäer). In Ottawa gab es dieses Jahr den ersten European inspired Christmasmarket. Mein Kommentar dazu: süß. At least they tried. Nein, also es gab glaub ich ca. acht Holzhütten, wie wir sie auch kennen, in denen verschiedene Sachen verkauft werden und eine Große in der es Glühwein, heiße Schoki und so weiter, gab. Da es davon aber eben nur einen Stand gab, war die Schlange umso länger. Leider habe ich zudem auch noch den Fehler gemacht und bin am Eröffnungstag hingegangen. Da war natürlich Gott und die Welt unterwegs und wir standen mind. 20 Minuten an um dann gesagt zu bekommen, dass der Glühwein aus ist. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Wenn einem nach zwei Stunden schon der Glühwein ausgeht, wurde da etwas ganz stark fehlkalkuliert. Mir war das egal, ich trink eh nur Kinderpunsch – den gab es hier nicht einmal -, dann eben heiße Schokolade. Aber es geht ein bisschen ums Prinzip.

Wie auch immer, es hat immerhin überall gefunkelt und geleuchtet und war schön anzuschauen. Leider war es bitterkalt. In der Farmers-market-hall war auch tatsächlich noch Markt, dort sind wir auch noch durchmarschiert und ich habe eine Art Fladen mit Fetakäse, Pesto und Tomaten probiert. Das war wirklich sehr lecker! Leider ist mir der Name entfallen. Aber das war‘s dann auch schon, bald darauf sind wir wieder heimgefahren. Also an diesem Europäischen Weihnachtsmarkt muss noch fleißig gearbeitet werden ;) 

XMAS

Was die Deko in der Stadt angeht kann man sich eigentlich nicht beschweren. In den Shoppingmalls wurden fleißig meterhohe Christbäume aufgestellt, riesige glitzernde Kugeln an die Decke gehängt und hier und da ein Rentier platziert. Auch der Byward Market hat einen Weihnachtsbaum bekommen und mehrere Lichterketten. Generell wurden in der Innenstadt zufällig irgendwelche Bäume behangen. Das Parlament hat wieder eine kleine Lichtershow geboten, ähnlich wie die im Sommer von der ich berichtet habe. Die hier war etwas kürzer und ohne Text, aber mit Musik und trotzdem total schön! 

Lightshow

Parliament Lichter

Also ich muss gestehen, ich habe anfangs irgendwie mit mehr Weihnachtsenthusiasmus gerechnet und Christbäumen an jeder Ecke, alle Häuser voller Lichterketten usw. Dem ist nicht ganz so, aber wie schon gesagt, meckern kann man auch nicht!

Ich war dann noch bei den Glow Gardens. Das ist eine großen Halle, die voll mit Weihnachtsbeleuchtung ist. Ein paar Länder wurden mit ihren Wahrzeichen nachgebaut, wie China, UK, Frankreich usw. Am Eingang hat man einen kleinen Reisepass bekommen, in dem man von allen Ländern Stempel sammeln konnte. Ich fand das eine süße Idee! Im Eingangsbereich gab es noch Stände mit Getränken, Snacks, ein paar haben noch weihnachtlichen Krimskrams verkauft und es gab ganz viele Hüpfrentiere oder Einhörner (für Kinder). Auf jeden Fall prädestiniert für schöne Instagram-fotos ;) Leider kostet der Spaß 20$ Eintritt. Ob ich für das Geld nochmal hingehen würde, ich glaube wohl eher nicht.

glow

glow2

Ottawa hätte noch ein paar Sachen mehr zu bieten, aber die hätten entweder ein Auto erfordert oder zu viel Eintritt gekostet, aber es wird schon einiges geboten!

Nun zum eigentlichen Weihnachten. Wir haben ja den 24.12., unser Heiligabend und damit das eigentliche Weihnachten. Danach noch den 1. und 2. Weihnachtsfeiertag. Hier ist es eigentlich so wie bei den US - Amerikanern, der 24.12. ist nur Christmas Eve und über Nacht kommt dann der liebe Santa Claus (immer schön Milch und Kekse bereitstellen) und bringt die Geschenke für das eigentliche Weihnachten am 25.12. Dann ist Weihnachten streng genommen auch schon wieder rum, denn am 26.12. ist schon boxing day: Ist eigentlich nichts anderes als Black Friday 2.0. Hier hat alles wieder ganz normal geöffnet und es gibt Prozente bis zum Abwinken. Crazy.

Ich habe Christmas Eve und Christmas Morning bei einer Freundin verbringen dürfen, die mich netterweise zu sich nach Hause eingeladen hat. Sie und ihre Familie sind eigentlich Italiener, das Resultat: Das beste Essen, das ich in der gesamten Zeit hier in Kanada gegessen habe. Wow.  Aber eins nach dem anderen:

Sie wohnt leider so weit außerhalb, dass dort keine Busse mehr hinfahren, deshalb sind wir so weit mit dem Bus gefahren wie es eben ging und dann hat sie uns von da mit dem Auto abgeholt. Typische amerikanische Vorstadt – bzw. Vorstadt ist das schon gar nicht mehr. Aber ihr könnt es euch vorstellen. Sie hat drei kleine Hunde, die ich schon kennen und lieben lernen durfte!

Achja, ich habe mit ein paar Klassenkameraden gewichtelt. Wovon ich eigentlich immer nicht so der Fan bin, weil man immer hofft man bekommt nicht die und die Person und falls doch weiß man nicht was man ihr schenken soll. Diesmal hatte ich aber Glück! ;) Das Geschenke-verteilen haben wir eben auch bei der Freundin daheim abgehalten. Es gab Pasta und Weihnachtsmusik, Geschenke und Alkohol. Ein eigenes kleines Weihnachten (bzw. Hanukkah) oder auch Friendsmas genannt ;)

Es kamen noch ein paar Onkel und Tanten, inklusive deren kleine Töchter. Alles in allem waren wir dann glaub ich 15 Leute. Was für mich eigentlich 12 zu viel sind ;) Ich bin so eine große Familie nicht gewohnt. Zu Hause feiern wir immer zu dritt, plus Hund. Aber es war eine schöne Abwechslung! Solange es bei einer Abwechslung bleibt ;) Es gab wunderbar viel gutes Essen! An Christmas Eve wird bei den Italienern anscheinend hauptsächlich Seafood gegessen. Was mir nur recht war. Als Vorspeise gab’s schon leckerste Käse- (und Salami) Platten, selbstgemachtes Knoblauchbrot, selbstgemachte Calamari-Ringe… danach war ich eigentlich schon voll. Aber es ging noch weiter: Mit Shrimps in Knoblauch, Shrimps im Kokosnussteigmantel, Hummer mit Knoblauchbutter, Kartoffeln, Gemüse, Austern und Jakobsmuscheln im Speckmantel (hier habe ich ausgesetzt) und und und. Ich konnte gar nicht alles probieren, weil es so viel war und ich so voll… es hätten noch Gnocchi gemacht werden sollen, aber irgendwer hat wohl eingeworfen, dass es schon genug zu essen gibt. Zusammengefasst: Viel Knoblauch, alles selbstgemacht - was will man mehr ;) Wow, war das lecker. Wir haben als Nachspeise Spekulatius-Himbeer-Tiramisu mitgebracht, was ebenfalls der absolute Renner war! Das war aber auch gut!

Nach dem Essen wurde abgespült und dann wurde im Minuten Takt gefragt, wann’s denn endlich Geschenke gibt! Also durften die Kids dann bald ihre 78 Geschenke aufmachen. Ehrlich, so viele Geschenke auf einem Haufen habe ich noch nie gesehen. Nach der Bescherung – was übrigens nur eine Teilbeschwerung war, denn Santa kommt ja auch noch über Nacht und bringt noch weitere Geschenke… - haben wir ein paar Tischspiele gespielt und irgendwann musste ich ins Bett, ein laaanges Verdauungsschläfchen machen. Wein wurde natürlich auch viel getrunken, nur nicht von mir.

Am nächsten Morgen gab’s ein entspanntes Crêpe Frühstück und Bescherung für meine Freundin und ihre Familie. Sogar wir haben ein kleines Geschenk bekommen, total süß! Danach ging’s wieder zurück in die Wohnung. Leider bin ich kurz vor Weihnachten krank geworden, das war bisschen uncool, aber es war trotzdem sehr schön!

Also, was ich auf jeden Fall empfehlen kann: Wenn ihr schon hier seid, dann bleibt auch noch über Weihnachten und Neujahr (ich weiß noch nicht was für Silvester ansteht, aber das stellt sich auch noch heraus). Ich weiß, man vermisst seine Family zu dieser Zeit schon sehr, kann ich total verstehen, aber zusammen mit der Familie könnt ihr immer feiern. Mal ein anderes Weihnachten erlebt man vielleicht nicht so oft. Mir hat’s auf jeden Fall gefallen.

christmas

Oh, für die die es interessiert: Ja, es gab weiße Weihnachten! Auch, wenn ich wirklich zwischenzeitlich daran gezweifelt habe, weil es momentan echt total mild ist. Meine Freundin meinte auch, dass ungewöhnlich wenig Schnee liegt… aber besser als gar keiner ;)


Fun Fact: Hier wird an Silvester kein Feuerwerk veranstaltet. Also privat scheint das irgendwie keiner zu machen und auch die Stadt an sich veranstaltet keins. Das gibt’s wohl nur an Canada-Day.

Ach, in Québec City war ich ja auch noch. Darüber im nächsten – und letzten (!) – Blog mehr. Nur kurz so viel:

Die wahrscheinlich europäischste Innenstadt außerhalb Europas (die ich bis jetzt gesehen habe). Total niedlich und vor allem jetzt total schön weihnachtlich dekoriert! Gefällt mir wirklich total gut! Es gab sogar einen deutschen Weihnachtsmarkt! Der wurde auch so beworben, leider hat der erst einen Tag später aufgemacht…

Vielleicht noch kurz zur allgemeinen Info: Ich liebe Weihnachten! 

See ya!

Samantha Stadler zuletzt bearbeitet am 28.12.2019