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Algonquin Park - Montréal

Hallihallo!

Ich hatte so viel Besuch in letzter Zeit, dass ich wirklich nicht dazu gekommen bin einen neuen Blogpost zu schreiben. Aber besser spät als nie! Heute also Teil 2 zur kanadischen Freizeit.

Kurze Info zwischendurch: Momentan ist Reading Week, da hat die ganze Uni frei. Wie der Name schon verrät müssen einige hier Stoff nachholen oder eben Kapitel lesen oder wie in meinem Fall, Assignment(s) machen. Manche haben auch gleich kurz nach der Reading Week ihre Midterms - oder kurz davor, je nachdem. Long story short: Wir haben frei ;) Andere nutzen das auch um Urlaub zu machen und wo hin zu fahren. Ich nutze es um mein Assignment zu machen, meinen Besuch durch die Gegend zu führen und ich war das dritte Mal in Montréal!

Aber zurück zum Anfang. Wisst ihr noch wie ich zu Beginn gejammert hab, dass mir die Natur hier ein bisschen fehlt? Genau, und deswegen sind wir - zusammen mit Freunden aus der Heimat - zum berühmten und nicht allzu weit weg liegenden Algonquin Park gefahren. Nicht allzu weit weg heißt übrigens gute drei Stunden. Also haben wir uns einen Mietwagen geholt und auch eine Übernachtung in einem Motel gebucht. Sonst wäre das schon stressig geworden. Nach der Uni sind wir hingefahren, haben übernachtet und dann am nächsten Tag in der Früh in den Park.

Gut zu wissen: Der Park kostet Eintritt. Das Häuschen dazu ist aber schwer zu übersehen. Ich glaube wir haben 18$ gezahlt. 

Wir hatten wirklich Glück! Das Wetter war einfach perfekt, kühl aber blauer Himmel ohne eine einzige Wolke. Zur Zeit ist Fall Rhapsody: der Zeitraum in dem sich die Blätter bunt färben. Alles was ihr auf Bildern von Kanada im Hebst gesehen habt, stimmt! Durch die Sonne haben die Farben noch mehr geleuchtet. Es sah wirklich aus wie bearbeitet. Von gelb, über orange und kräftigem pink bis hin zu allen erdenklichen Rottönen. Dazu der kräftige blaue Himmel als Kontrast und das Meisterwerk ist vollbracht. Es war wirklich wunderschön! 

Wir sind - nachdem wir mehrmals am Straßenrand gehalten haben um Fotos zu machen - zum Parkplatz des Track and Tower Trails gefahren.

Es war Vormittag und wir waren ziemlich allein. Nach Strecken haben wir vorher einfach gegoogelt und der hat sich am besten angehört. Der war ca. 9km lang, führte durch den schönen Wald, inklusive ein paar Treppen, mehrerer kleiner Seen und natürlich den Lookout Point. Das war das Highlight des Trails. Es war wirklich das Highlight. Man ist Stück für Stück einen Berg raufgewandert und dann war man oben ;) Die Aussicht war atemberaubend. Man konnte kilometerweit schauen, ach das reicht gar nicht, man konnte schauen, bis man nicht mehr schauen konnte. Wenn das Sinn macht. Alles voller bunter Bäume. Es war ein Farbenmeer. 

Weiter links konnte man einen See sehen, mit mehreren kleinen Inseln in der Mitte, die ebenfalls mit bunten Bäumen bewachsen waren. Es war wie gemalt. Ich hätte wirklich Stunden einfach nur da sitzen und schauen können…

Algonquin Park

Da wir relativ zeitig oben waren, mussten wir den Lookout Point nur mit wenigen Anderen teilen. Nach einer kleinen Pause, einigen Fotos und viel Genießen sind wir wieder weiter, bzw. zurück. Es war aber ein Rundgang, was ich persönlich immer interessanter finde. Am Rückweg kamen wir noch an einem kleinen See vorbei, da haben wir auch noch mal pausiert und so viel Vitamin-D gespeichert wie nur möglich.

Fazit Track & Tower Trail: Für diesen Trail haben wir ziemlich genau 3 Stunden gebraucht. Die Pausen nicht mit eingerechnet. Ich würde ihn schon als anfängerfreundlich bezeichnen. Ein bisschen Condition sollte man mitbringen, aber sonst definitiv machbar! Der Weg an sich ist schön und abwechslungsreich und der Ausblick ist es mehr als wert!


Danach sind wir zum Auto und noch kurz weitergefahren zu einem anderen Trail, ich glaube er hieß wirklich Lookout Trail und war nur 2km lang. Den sind wir auch noch schnell entlang marschiert. Es war ja nun schon etwas später und da das auch noch so ein einfacher Weg war, war dieser Parkplatz so gut wie voll. Oben am Lookout Point angekommen, waren definitiv schon weitaus mehr Leute unterwegs. Diese Aussicht war eindeutig auch nicht von schlechten Eltern, aber kein Vergleich zu dem von vorhin!

Fazit Algonquin Park: Wunder-, wunderschön! Auf jeden Fall im Herbst hinfahren, sich Zeit nehmen und anschauen. Hier habe ich wieder ein Stück Kanada gefunden, wie ich es abgespeichert habe. Die türkisen Seen fehlen, deswegen ist der Banff Nationalpark nach wie vor meine Nummer eins! Aber der hier kommt ganz klar gleich danach.

Weiter geht’s mit der Stadt Montréal. Wie oben schon angesprochen, war ich dort nun drei Mal in relativ kurzer Zeit. Das lag aber daran, dass ich mit drei verschiedenen Besuchern hingefahren bin ;) Ich erzähl euch einfach was ich alles gesehen habe und empfehlen kann.

Fun Fact: Es ist die zweit größte Stadt Kanadas! Ich dachte immer Vancouver wäre das, aber nope. Die Größte ist Toronto, danach kommt Montréal und danach Vancouver.

Natürlich waren wir in der Old Town. Die erinnert gar nicht ganz so entfernt an eine europäische Innenstadt. Mit Kopfsteinpflastern, „alten“ Häusern und sogar einer Art Marktplatz. Klein, aber fein. Hier kann man schön entlang schlendern, sich satt essen und dann noch Dessert reinschlichten. Als kleine Anregung: Montréal Poutine! Hier habe ich eine Poutine gegessen, die mir sogar geschmeckt hat ;) und ein Pasta Restaurant! Leider ist mir der Name entfallen, liegt aber auf jeden Fall die Straße entlang hinter dem Marktplatz. Und! Als Dessert: Mr. Puffs. Findet ihr genau am Marktplatz. Göttlich! Was ihr euch darunter vorstellen könnt, findet ihr auf meinem Instagramaccount ;)

Montréal Old Town

Gleich daneben ist auch schon der Old Harbour. Praktisch wie alles immer an einem Fleck ist. Hier gibt es ein Riesenrad, eine Zipline, einen Hochseilgarten auf einem Piratenschiff, theoretisch viele kleine Geschäfte in umfunktionierten Containern - die hatten bei unseren Besuchen aber meist alle zu - und noch ein paar Foodtrucks. Ich denke im Sommer ist hier einiges los! Klein, aber fein trifft es hier ebenfalls gut.

Dann hab ich mich ein ein Café verliebt. Bei meinem letzten Besuch habe ich zufällig rausgefunden, dass es das sogar zwei mal in Montréal gibt. Wie dem auch sei, es heißt Dépanneur Café und ist relativ schwer zu übersehen, da es von außen komplett grün angestrichen ist. Drinnen sieht es ein bisschen aus wie ein Antik-Laden. Es gibt Süßkram, Gebäck, lustige Souvenirs und alles ist total bunt und verschnörkelt und einfach charmant. Da war ich bei jedem Besuch drin und habe mir immer ein anderes Cookiesandwich geholt ;) Allesamt sehr lecker!

Natürlich gibt es hier auch eine Chinatown, etwas größer als in Ottawa, aber immer noch kleiner als in Vancouver. Schnuckelig asiatisch ;) Mehrere Shoppingcenter, von dem mindestens eins einer Komplett-Renovierung unterzogen wird und einen Marché Jean-Talon. Hier würde ich einkaufen gehen, würde ich hier wohnen.

Interessanter ist die Underground-City. Soweit ich weiß ist Montréal (ziemlich) komplett „unterkellert“. Eine eigene kleine Welt. Theoretisch müsste man nie an die Oberfläche, weil es hier unten einfach alles gibt. Restaurants, Lebensmittelgeschäfte, Kleidungsgeschäfte, Souvenirs, alles was das Herz begehrt! Irgendwie surreal, aber total cool!

Mein persönliches Highlight von Montréal - neben dem süßen antiken Café - ist der Aussichtspunkt Mont-Royal (hört sich bisschen an wie Montréal… witzig). Ein kleiner Berg inmitten der Stadt. Wir sind schonmal zum Fuße des „Berges“ zu Fuß gegangen, durch Straßen voller Street-Art. Wirklich schönes „Graffiti“. So kann man das eigentlich nicht mehr nennen, es waren wirklich Kunstwerke an jeder zweiten Hauswand. Cool, farbenfroh und lockert die Häuserschluchten auf.

Zurück zum Berg, der Aufstieg erfolgt entweder kurz und knackig über ein paar Stufen oder etwas länger aber entspannter über Serpentinen. Wir sportlichen jungen Hüpfer haben uns natürlich für die Treppen entschieden. Legday erfolgreich absolviert! Der Ausblick wieder fantastisch! An dem Tag, an dem wir da oben waren, hatten wir auch mal wieder super Glück mit dem Wetter! Hier kann man über ganz Montréal blicken. Eine etwas andere Aussicht, als im Park, aber keineswegs weniger beeindruckend. 

View Montréal

Fazit: Auf jeden Fall einen - oder mehrere - Besuch(e) wert! Aus der Sicht eines Europäers, gefällt sie mir besser als Ottawa, was die Architektur angeht. Hier findet man immer wieder ältere, schöne Häuser bzw. Bauten in der Stadt. Inmitten der neuen und modernen Hochhäuser. Auch wenn man jetzt vielleicht denkt, wie passt denn das zusammen? Es passt. 

Außerdem ist sie natürlich größer und hat somit auch einiges mehr zu bieten.

Was mich am meisten stört ist, dass hier alles auf französisch ist ;) Liegt ja in der Provinz Québec, aber ist trotzdem nur 1,5 Stunden von Ottawa entfernt und es ist kaum noch etwas zweisprachig. Obwohl in Ottawa alles zweisprachig ist. Englisch reden sie natürlich schon und auch in den Lokalen steht meist in klein nochmal das Ganze in Englisch, aber man merkt sofort, dass hier französisch gesprochen und gelebt wird.

Und last but not least: Das Ziplining. Das war ein Ausflug, der von dem Club CUEx aus ging. Der Club der Auslandsstudenten sozusagen ;) Der Ausflug hat 45$ gekostet plus einmalige Mitgliedsgebühr von 10$. Es ging recht früh los und wir sind mit einem amerikanischen gelben Schulbus in den Gatineau Park gefahren. Wir dachten alle, es sei wirklich nur eine Anlage voller Ziplines. Hat sich dann aber herausgestellt, dass es ein Hochseilgarten war, mit mehreren Ziplines. Ich fand das war eine gute Überraschung. Nur Zipliniing die ganze Zeit hätte ich mir fast etwas langweilig vorgestellt. Zwei Stunden wurden dafür angesetzt. Es waren zwei ziemlich lange Parcours und nachdem wir ausgestattet wurden und eine kleine Einweisung bekommen haben, ging’s auch schon los. Wir sind gleich als erste hoch - zum Glück. Irgendwann waren wir nämlich nur noch zu fünft. Den Rest haben wir gar nicht mehr gesehen, so weit hinten waren die Anderen ;)

Es hat total Spaß gemacht! Ich habe das ja schon öfters daheim gemacht und könnte es immer wieder machen. Sowas wird nie langweilig. Da wir so früh fertig waren, mussten wir 1,5 Stunden warten, bis alle da waren und ebenfalls Pause gemacht haben… Das Wetter war an dem Tag leider nicht so schön. Nasskalt. Ekelhaft. Aber was will man machen.

Nach dem Hochseilgarten sind wir noch einen kleinen Wanderweg zu Ruinen und einem kleinen Wasserfall gegangen. Da sah es echt richtig cool aus! Haben ein paar Fotos gemacht und sind rumgekraxelt. Allzu lang haben wir dort aber nicht verbracht, sondern sind bald wieder zurück zum Bus und dann wieder nach Hause.

Fazit: Wer Hochseilgärten mag, der sollte definitiv mitmachen. Wer Höhenangst hat, ist hier fehl am Platz, logischerweise. Die länge des Ausflugs war auch vollkommen okay. Hat sich zwar zwischendrin ein bisschen gezogen, aber dafür können ja die Veranstalter nichts. Mir hat’s definitiv gefallen!

Das war mal ein langer Post, Holla die Waldfee!

Aber ich mein, ich muss euch natürlich wissen lassen, was man im schönen Kanada und auch an der Uni so alles machen kann ;)

Mal schauen über was ich euch als nächstes berichte!

Bis dahin, 

See ya!

Samantha Stadler zuletzt bearbeitet am 26.10.2019