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Toronto & die erste Woche an der Brock University

WOOOW… reicht das als Zusammenfassung der ersten Woche?

Nein? Ok, ich werde ausführlicher:

Nachdem die Einreise in die USA (Zwischenstopp in NYC) problemlos geklappt hat, war auch die Ankunft in Toronto kein Problem: ich war da, Gepäck war da und ins Land haben sie mich auch gelassen.

Toronto

Da ich erst am 1. September ins Studentenwohnheim einziehen konnte, aber bereits für den 31.8. den Flug nach Toronto gebucht hatte (war günstiger), habe ich mich entschieden, noch eine Nacht in Toronto zu verbringen. Diese Nacht habe ich in Chinatown, gleich in der Nähe des Kensington Market genächtigt und meinen Nachmittag mit durch die Stadt laufen, an der Waterfront sitzen und wieder durch die Stadt laufen verbracht. Im Gegensatz zu New York fand ich die Leute in Toronto sehr relaxed, was vielleicht auch an der kürzlichen Legalisierung von Marihuana liegen könnte.

Toronto Waterfront
 

Einzug ins Studentenwohnheim

Am nächsten Tag ging es dann vom Busbahnhof zur Uni, der Einzug ins Studentenwohnheim stand auf dem Tagesplan. Auf dem Weg dahin traf ich bereits weitere „Internationals“. Wir konnten uns relativ leicht zuordnen, immerhin hatten wir jeweils einen großen Koffer, einen Handgepäckkoffer und einen Rucksack. Im Gegensatz dazu, kamen die anderen Studenten meist mit ihrer ganzen Familie und einen Pick-up voll Zeugs. Ich weiß immer noch nicht, wo die das in den nicht so großen Zimmern des Studentenwohnheims untergebracht haben. Zumal recht viele Dinge, wie z.B. Kerzen, auch verboten sind. Was ich super toll fand: es waren ganz viele Studenten aus höheren Semestern da, die beim Einzug geholfen haben. Dadurch hatte ich den Luxus, dass ich meinen Studentenausweis und meinen Zimmerschlüssel abholen konnte, und meine Koffer bereits vor meiner Zimmertür wiederfand.

DeCew On-Campus residence
 

Der Sonntag wurde dann mit dem Kennenlernen der anderen Bewohner und der Bekanntmachung der Wohnheimregeln verbracht. Ich habe ein Einzelzimmer in dem ältesten Gebäude, was bedeutet, dass wir insgesamt 12 Leute in unserer „Unit“ sind und uns zwei Waschräume teilen (jeweils Männlein und Weiblein). Dafür habe ich noch eine der günstigeren On-Campus Unterkünfte, wobei es mich erstaunt hat, dass ein Zimmer off-campus deutlich günstiger gewesen wäre.

Orientation Week & erste Vorlesungen

Am Montag begann die Orientation Week für uns internationale Studenten, eine super Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen, sich gegenseitig Fragen zu beantworten und die ersten Kommilitonen ausfindig zu machen. Am Dienstag ging es mit der Einführung bei meiner Fakultät, der Goodman School of Business, weiter. Das hier ein anderer Wind als an meiner Heimatuni weht, habe ich ziemlich schnell mitbekommen. Business Dress ist zwar nicht Pflicht, aber erwünscht, ganz nach dem Motto „Dress for the job you want“, Networking findet bereits unter den Studenten statt und verschiedene Zusatzkurse sollen einem beim Start ins Berufsleben helfen.

Glücklich über die Entscheidung an die Brock zu gehen
 

Dass der Wind nicht nur anders, sondern auch ziemlich kräftig weht, habe ich dann in den Kursen in den nächsten Tagen erlebt. In einem Kurs hatten wir bereits vor Semesterbeginn Hausaufgaben bekommen. Das Online Tool, in dem sowohl Buch, Simulation, Quizze und weitere Informationen erhalten sind, hatte ich also bereits gekauft und die Aufgaben (1. Kapitel lesen und dazugehöriges Multiple Choice Quiz machen) erledigt. Wie ich in der Vorlesung erfahren habe, fließen diese Quizze auch in die Note ein. Was ebenfalls einfließt: die erste Gruppenarbeit, die wir noch während der ersten Vorlesung abgegeben haben. So oder so ähnlich ist es bei meinen anderen Kursen auch gelaufen. Gemeinsamkeiten aller Kurse: du brauchst ein relativ teures Textbook, du sollst darin ziemlich viel für jede Stunde vorbereitend lesen, die Note besteht aus vielen einzelnen Teilleistungen, Service Learning steht hoch im Kurs (Projektarbeit mit einer lokalen Firma, die deine Ergebnisse im besten Fall gleich nutzt) und die Mitarbeit wird bewertet.

Die Studenten und Professoren waren alle unheimlich nett. In meinem Business Strategy Kurs kannte ich wirklich noch niemanden und wurde für die Gruppenarbeit gleich von 4 Indern gefragt, ob ich mit ihnen arbeiten möchte. Prinzipiell sind sehr viele ausländische Studenten an der Goodman School, die meisten absolvieren aber gleich das ganze Programm in Form eines internationalen MBA.

Auch wenn das jetzt erstmal nach ziemlich viel Workload klingt, glaube ich an diese Form der Wissensvermittlung mehr als an eine große Klausur am Ende des Semesters, für die man die Hälfte eh auswendig lernen muss. Daher freue ich mich sehr auf die nächsten Monate. 

Auf meinem Instagram Profil (lisamarieerb) findet ihr noch mehr über meine Zeit hier und könnt mir auch gerne darüber fragen stellen.

Viele Grüße

Lisa

Lisa Marie Erb zuletzt bearbeitet am 09.09.2019