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Service Learning / Experiential Education at Goodman School of Business

In diesem Blogeintrag möchte ich euch berichten, wie die Goodman School of Business sich differenzieren will und wie genau meine Erfahrungen mit dem Konzept „Service Learning / Experiential Education” sind.

Website der Goodman School of Business mit mehr Informationen

Die Goodman School of Business ist eine recht junge Business School. Es wird schnell deutlich, dass man in den Rankings noch besser werden will, um mehr potentielle Studenten anzulocken. Dafür setzt man hier stark auf die Verbindung von Theorie und Praxis, um sich zu differenzieren und will den Studenten so gleich einen Einstieg ins Berufsleben ermöglichen. Ich kann nur für den MBA sprechen, denn das MSc Programm ist für Austauschstudenten nicht zugänglich.

Ich belege hier in Kanada drei Kurse und in allen haben wir lokale Unternehmen als Service Learning Partner. Da wir Zugriff auf interne Informationen bekommen und wir ein Dokument zur Geheimhaltung unterschrieben haben, werde ich hier erstmal keine Namen nennen. Dennoch sind die Projekte und Unternehmen so interessant, dass ich von ihnen berichten möchte. Die Universität sucht im Vorfeld die Unternehmen, meist aus der Umgebung, aus und vereinbart das grundsätzliche Gerüst, damit Anforderung und Wünsche des Unternehmens auch mit denen des Professors zusammenpassen.

In unserem Social Media Kurs haben wir das ganze Semester sehr praxisnah gearbeitet und uns in mehreren Simulationen und Assignments ausprobiert. Unsere Gruppe, bestehend aus insgesamt vier Studenten, wird ein kleines, lokales Unternehmen bei ihrer Suchmaschinen Werbung unterstützen. In diesem Kurs arbeitet jede Gruppe mit einem anderen Unternehmen zusammen. Dies ist insgesamt ein sehr spannendes Projekt, da wir nicht nur eine Analyse schreiben und darauf aufbauend Empfehlungen geben, sondern das ganze Projekt auch selber durchführen. Die beiden Gründer sind Absolventen der Brock University und haben mit diesem Unternehmen ein Business, zusätzlich zu ihren normalen Jobs, aufgebaut. Nach dem gemeinsamen Treffen, bei dem sie uns die speziellen Anforderungen mitteilten, haben sie sogar das uns zur Verfügung stehende Budget erhöht. Dieses Vertrauen, uns sowohl Zugang zu ihren Daten als auch der bei Google hinterlegten Kreditkarte zu geben, finde ich sehr toll.

In dem Kurs Integrated Marketing Communication geht es um einen ganzheitlichen Marketingplan für eine lokale Sportstätte. Hier steht natürlich im Vordergrund, dass diese Sportstätte dank Marketingmaßnahmen besser gefüllt werden soll. Gleichzeitig sind aber nur sehr begrenzte personelle Ressourcen vorhanden.

In meinem letzten Kurs, Business Strategy, arbeitet der ganze Kurs nur mit einem Unternehmen und hat daher die gleiche Aufgabe, genau wie bei der Sportstätte. Es handelt sich um ein internationales Unternehmen, dessen bereits in Australien erhältliche Produkte nun auch auf den kanadischen Markt eingeführt werden sollen. Nach der Vorstellung des Unternehmens durch zwei Mitarbeiterinnen ging es hier zuerst an die interne und externe Analyse des kanadischen Marktes. Für mich waren da die kulturellen Unterschiede besonders interessant. Diese erste Analyse wurde dann vom Unternehmen geprüft und während eines gemeinsamen Treffens besprochen. Was ich teilweise schon mitbekommen hatte, aber jetzt nochmal deutlich gemacht wurde: der französischsprachige Teil Kanadas sieht sich etwas anders und möchte mindestens von den Werbetreibenden anders angesprochen und umworben werden. Immerhin gab es im Jahr 1995 bereits das zweite Referendum in dem es darum ging, ob die Provinz Quebec sich von Kanada abspaltet.

Zusammenfassend finde ich toll, dass alle drei Unternehmen mit denen ich zusammen arbeiten darf sowohl von der Größe, als auch dem Geschäftsmodell und dem Produkt völlig unterschiedlich sind. Das Konzept des Service Learnings erinnert mich etwas an meinen dualen Bachelor, da stand die Verbindung von Theorie und Praxis auch im Fokus. Besonders bei der Bachelorthesis konnte man ein Problem seines Unternehmens wissenschaftlich untersuchen. Als normaler Student der zwischenzeitlich nicht gearbeitet hat, ist dieses Konzept sicher die beste Möglichkeit viele erste Erfahrung in der realen Berufswelt zu sammeln. Für die Unternehmen ist es natürlich auch eine tolle Möglichkeit externen Input zu bekommen, eventuelle neue Arbeitnehmer zu finden und kostenlose Unterstützung zu bekommen.

Lisa Marie Erb zuletzt bearbeitet am 06.11.2019