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Würde ich es nochmal machen?

Kurzfassung:

Oh jaaaa!! 

Langfassung:

Die letzten 4 Monate habe ich in Kanada verbracht, um mein Masterstudium mit einem Auslandssemester aufzuwerten. Dies war nicht mein erstes „semester abroad“, da ich während des Bachelors bereits in Südafrika war. Unterschiedlicher hätten beide Aufenthalte aber nicht sein können. Während es im Auslandssemester meistens sehr um die persönliche Entwicklung und das Kennenlernen einer anderen Kultur geht, kam in meinem Fall wirklich noch ernsthaftes Studieren dazu. Alles andere hätte für mich aber auch nicht die vergleichsweise hohen Studiengebühren gerechtfertigt.

Im Vorfeld waren mir zwei Dinge nicht wirklich bewusst: erstens, dass ich an einer Business School der Uni studieren würde und zweitens, dass ich im internationalen Track des MBA Programms fast nur indische und chinesische Kommilitonen haben werde. Beide Umstände fand ich im Endeffekt aber sehr gut. Während ich eine klassische nordamerikanische Uni kennen gelernt habe, könnte ich auch noch herausfinden, wie eine Business School so ist und wie die Leute da ticken. Durch die Einladung einiger indischer Kommilitonen zur gemeinsamen Gruppenarbeit, habe ich auch viel über diese Kultur und Arbeitsweise lernen können. Ich habe mich natürlich als Paradebeispiel deutscher Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gegeben, bin mir jetzt aber nicht mehr sicher, ob sie Deutschland noch als möglichen Arbeitsort betrachten.

Neben meinen indischen Freunden sind mir drei andere Austauschstudentinnen sehr ans Herz gewachsen. Unsere Schwedisch-Französisch-Brasilianisch-Deutsche Kombo war und ist wirklich etwas Besonderes gewesen und ich bin unheimlich dankbar, so viel Zeit mit diesen 3 Mädels verbracht zu haben.

Kanada als Studienort bietet natürlich viele Möglichkeiten zu Reisen. Ich habe mich, auch als ich alleine gereist bin, nie unsicher gefühlt und selbst wenn hätte ich immer auf die große Freundlichkeit der Kanadier vertraut.

Für mich persönlich war der Aufenthalt mit 6 Stunden Zeitverschiebung auch eine Möglichkeit zu sehen, wie es mit dem ortsunabhängigen Arbeiten klappt. Besonders die letzten 2 Wochen als ich nur noch gereist bin und gar keinen festen Tagesablauf hatte waren spannend.

Ich würde immer und jedem zu einem Auslandssemester raten und bin mir sicher, dass jedes Land und jede Uni so seine eigenen Vorzüge haben. Da ich nicht der Mensch zum tagelang am Strand liegen bin, wären auch die teilweise -20 ° C die letzten 2 Wochen vor der Abreise kein Hinderungsgrund für mich gewesen. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Kanadier wiegt das allemal wieder auf. Besonders wenn man auf Natur und viel Platz steht ist Kanada eine gute Wahl und hat landschaftlich viel zu bieten.

Lisa Marie Erb zuletzt bearbeitet am 27.12.2019