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Winterparadies Banff Nationalpark

Ich gehöre zu den glücklichen Austauschstudenten ohne final exams am Ende des Semesters. Daher stand schnell fest, dass ich ca. 2,5 Wochen Zeit habe zwischen der Abgabe des letzten Reports und meinen bereits gebuchten Rückflug kurz vor Weihnachten. Den Rückflug hätte ich wahrscheinlich auch nach vorne verschieben können, aber ich habe mich über die zusätzliche Zeit und die Möglichkeit zum Reisen sehr gefreut. 

Die große Frage war jedoch: wohin? Da ich außer am Anfang es Semesters in New York noch nie in den USA war, war das natürlich eine große Verlockung. Wobei sich hier die gleiche Frage gestellt hat, wohin in den USA? Also habe ich mich entschieden, in Kanada zu bleiben und den Rat meiner Kommilitonen zu folgen. Alle schwärmten vom National Park in Banff und waren schon mal da oder wollten auf jeden Fall noch hin. Die endgültige Reiseplanung lautete somit: erst Banff, dann Montreal und Quebec. Die beiden letzten Städte haben sich viele der anderen Austauschstudenten bereits an einem Wochenende mal angeschaut, ich habe mich dank der freien Zeit dafür entschieden es am Ende mit mehr Ruhe zu machen.

Da ich ein großer Naturfreund bin, die Entscheidung für Kanada hat ja schon so seine Gründe, habe ich mich für eine Woche Banff entschieden. In genau der Zeit wo ich in Banff war, waren ziemlich viele Austauschstudenten vor ihren Klausuren nochmal ein paar Tage in New York. Die große Mehrzahl meiner anderen Kommilitonen, die an der Brock ihren ganzen MBA gemacht haben, sind aktuell auf Jobsuche, ziehen um oder besuchen nochmal ihre Familie. Daher war auch die Entscheidung alleine zu Reisen schnell getroffen. Alleine unterwegs zu sein kenne ich von Business Trips, da hat es sich dann aber meistens auf 1-2 Tage Stadtbesichtigung alleine beschränkt. Ein weiterer Grund warum ich dachte, dass es eine gute Idee ist: ich wusste, dass ich in der Zeit auch viel vorm Laptop sitzen und arbeiten werde.

Daher landete ich am 5. Dezember nach vier Stunden Flug in Calgary und nahm von da aus einen Shuttle nach Banff. Die Idee mit Zug oder Mietwagen nach Banff zu reisen, hatte ich nach einem kurzen Blick auf Google Maps schnell wieder verworfen. Ich habe mal wieder festgestellt, dass Kanada echt unglaublich groß ist.

Ich hatte etwas bedenken, dass ich mich nach ein paar Tagen in Banff langweilen würde. Ja man kann Skifahren, Wandern, verschiedene Touren buchen, Schlittschuh fahren etc., aber das ganze halt bei deutlichen Minusgraden. Mein Programm bestand dann aus 2 Tagen wandern in Banff, wobei ich einfach losgelaufen und immer an tollen Orten geendet bin. Die Banff Gondola mir am zweiten Tag einen tollen Ausblick beschert.

Am Sonntag bin ich nach Lake Louise gefahren und war auch hier wandern, wobei ich wieder ziemlich schnell alleine in der Wildnis war. Mein Highlight, neben dem verschneiten Wald, den Ausblick und dem vereisten See, war ein Schneehuhn, dass gleich neben dem eingeschneiten Trail gehockt hat. Da es am Vorabend geschneit hatte, musste ich dann auch irgendwann aufgeben, weil ich ohne Schneeschuhe doch so meine Probleme in dem tiefen Schnee bekam.

Da die Saison in Banff noch nicht richtig begonnen hat, habe ich mich allerdings gegen die angebotene, kleine Schneeschuhwanderung entschieden und dafür liebe für eine Tour in den Johnston Canyon gebucht. Spätestens hier bin ich dann ein Fan von eingefrorenen Wasserfällen geworden. Zum Glück waren es -20° C als wir losgewandert sind, sonst wären das ja ganz normale Wasserfälle gewesen.

Am letzten Tag bin ich dann Skifahren gegangen. Skier und Co. kann man sich überall in Banff leihen und kostenlose Shuttle Busse bringen einen in eins der nächstgelegenen Skigebiete. Mit dem sonnigen Wetter hatte ich Glück, aber eins kann ich sagen: wenn zu den normalen Minusgraden auch noch Wind kommt und man in einem Sessellift ohne Haube sitzt ist das schon echt mega kalt.

Banff kann ich auf jeden Fall empfehlen, grade im Winter. Ich kann mir vorstellen, dass es im Sommer auch sehr schön ist, ich war aber sehr froh über was Winter Wonderland.  

Lisa Marie Erb zuletzt bearbeitet am 13.12.2019