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Road Trip: Algonquin Nationalpark, Ottawa, Kingston

Nachdem ich im letzten Blogeintrag berichtet habe, dass ich wieder in Toronto war, um meine Eltern abzuholen, soll es nun um den Roadtrip in der Reading Week gehen. Meine Eltern mussten sich größtenteils eine Woche alleine beschäftigen, da ich die Woche nach ihrer Ankunft noch Uni hatte. Hier gibt es aber genug Tagestrips, sei es ein Ausflug zu den Niagara Fällen, nach Buffalo, nach Niagara-on-the-lake oder eine Wanderung zu den DeCew Wasserfällen.

Da es die Woche vor der Reading Week war, stand auch die erste Präsentation der Gruppenarbeit an. Diese haben wir erfolgreich gemeistert, danach ging es los. Die ersten größeren Präsentationen, Test und sonstigen Abgaben stehen vor und nach der Reading Week an, daher der Name, aber dazu später mehr.

Die erste Station hieß St. Jacobs, ein Örtchen in dem laut dem Reiseführer, den mir meine beste Freundin geschenkt hat, noch Mennoniten wie früher leben sollen. Sagen wir es mal so, ja wir haben ein paar typische Kutschen gesehen. Viel beeindruckender war aber der Farmers Market am nächsten Tag. Der war wirklich riesig, es gab unter anderem einen Stand, wo frisch Kartoffelchips gemacht wurden.

Am Nachmittag ging es weiter nach Gravenhurst, wo wir zunächst einen kurzen Trail gelaufen sind. Hier in Muskoka haben wir einen kleinen Vorgeschmack darauf bekommen, die wunderschön es im Herbst im Algonquin Nationalpark sein kann. Die Fahrt auf einem historischen Dampfer zeigte, wie viel Seen es gibt, aber dafür auch unglaublich viele Inseln. Über Port Carling (nettes kleines Museum dort) ging es mit einer Übernachtung in Huntsville endlich in den Algonquin. Nachdem wir unseren Tagespass gekauft haben, brechen wir zur ersten kleinen Wanderung auf. Die 15 offiziellen Trails sind entlang des Highways 60, der durch den Park führt, gelegen und super ausgeschildert. Die zweite Wanderung war dann schon etwas länger, 11 km, mit schwierig beschrieben und sollte ca. 6 h dauern. Sollte ich es noch nicht erwähnt haben, es hat an dem Tag zwischenzeitlich stark geregnet, aber hey, Plan ist Plan. Vielleicht war das auch der Grund, warum wir die Wanderung in 4,5 h geschafft haben. Aber, wäre ich es nicht schon gewesen, dann wäre ich spätestens nach dieser Wanderung ein Fan von Streifenhörnchen geworden – scheuch, gleichzeitig super neugierig und unglaublich schnell.

Am zweiten Tag im Algonquin wollten wir paddeln gehen. Da wir aber nicht sooo gut vorbereitet waren was die schönste Route angeht, paddeln wir eine Strecke auf einem ziemlich großen See und dann wieder vorbei an der Ausleihstation in einem kleinen Flussarm. Ich dachte durchs Paddeln im Spreewald wäre ich geübt, aber bei Wind in der kanadischen Wildnis sind die Kräfte irgendwie anders verteilt. Am Nachmittag haben wir immer noch nicht genug, so eine kleine Wanderung schaffen wir doch noch – naja es wurden 2 Trails.

Für den nächsten Tag, vor der Weiterfahrt nach Ottawa, planen wir noch einen weiteren Trail zu meistern, auch wenn Regen angesagt ist (nur zu 80 %). Ich hatte irgendwie die Idealvorstellung, nochmal den Sonnenaufgang im Algonquin zu erleben, am besten mit Ausblick. Diesem Plan standen leider nur folgende Details entgegen: 1. Es hat GESCHÜTTET, 2. Es war um 6 und auch um 7 Uhr, als wir mit dem Auto am Anfang vom Trail parkten, noch stockdunkel (Wald halt), 3. Um Sonnenaufgang mit Ausblick zu sehen muss man erstmal irgendwo hoch grabbeln. Erkenntnis: Macht sich alles irgendwie schlecht im mittlerweile dämmrigen aber total wolkenverhangenen Zustand. Habe ich dann auch 1,5 h Wandern, pitschnass, auch eingesehen. Aber hey, Plan ist Plan oder?

Da wir ja jetzt mit dem Regen best friends waren, störte er uns auch gar nicht mehr, als wir am Nachmittag zur Stadtbesichtigung in Ottawa aufbrachen. Neben der schönen Stadt an sich, erkundeten wir hier das historische und das Naturkundemuseum. Highlight war aber definitiv der Besuch bei der berittenen Polizei. Dank deiner spontanen Privatführung verbrachten wir fast 2 Stunden (wenn Pferdeleute sich Treffen) auf der Anlage – endlich wieder Stallgeruch.

Während der weiteren Fahrt über Cananoque und Kingston stellen wir immer wieder fest, dass nach Thanksgiving einfach mal off-season ist und ziemlich viel zu hat. Da ich mich während der vergangenen Tage nicht zum Lernen motivieren konnte, machen meine Eltern den 5 h Ausflug bei den Thousend Islands zur Boldt Insel alleine. Das ich mal mehr als diese 5 h während meiner READING WEEK hätte machen sollen, ist mir spätestens in der nächsten Woche bewusst geworden. Was ich ebenfalls in der Woche gemerkt habe: es schläft sich wirklich herrlich so ganz ohne nächtliche Partys im Studentenwohnheim. Ich denke, darüber sollte ich im nächsten Eintrag mal berichten :-)

Lisa Marie Erb zuletzt bearbeitet am 25.10.2019