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Montréal und Québec & Reisen in Kanada

Die letzten Stationen auf meiner Reise durch Kanada waren Montréal und Québec. Eher unabsichtlich habe ich in dieser Woche das genaue Gegenteil von der Woche davor in Banff gemacht. Abgesehen von dem offensichtlichen Unterschied zwischen atemberaubender Natur und großer Stadt, habe ich mich aber auch wieder mehr mit Menschen umgeben. In Banff bin ich bewusst alleine unterwegs gewesen, hatte ein Einzelzimmer und mich auch abends nicht groß unter Leute gewagt.

Da eine Freundin von der Brock University ebenfalls zu ähnlichen Zeiten in Montréal und Québec sein würde, habe ich einfach die gleiche Unterkunft gebucht wie sie: ein Bett im 10er bzw. 6er Frauenzimmer. Und ganz ehrlich: das war Premiere für mich. Das habe ich bis jetzt immer ausgeschlossen, weil ich einfach der Meinung war in Ruhe schlafen zu wollen. Ich hätte mir in den gleichen Hostels auch ein Einzelzimmer buchen können, aber wollte nun mal was Neues ausprobieren und man spart so wirklich nicht unerheblich. Ich bin froh über diese neue Erfahrung, denn das Hostel in Montréal war wirklich toll. Ich habe tolle Leute kennen gelernt, habe mit ihnen gekocht, die Stadt angeguckt und wir sind den Mont Royal hochgestiefelt. Da das Hostel sogar einen Coworking Raum hatte, habe ich da ebenfalls super arbeiten können. Der Austausch mit all diesen Leuten aus der ganzen Welt war interessant und ich werde in Zukunft bestimmt wieder so Reisen.

Montréal als Stadt ist im Dezember schon ziemlich kalt, das kälteste waren -20 ° C. Wenn dazu noch Wind kommt, dann vergeht einem wirklich die Lust auf einen schönen Stadtbummel. Trotzdem kam die Stadt und speziell die Altstadt nicht zu kurz. Es gibt immer wieder die Möglichkeit unterirdisch und / oder in einer Mall zu laufen. Dabei haben wir sogar noch etwas über den bayrischen Weihnachtsmann mit seinem Regenschirm lernen können…

 

Das Biosphere Museum habe ich als einziges Museum besucht. Es war sehr interessant und informativ, auch wenn ziemlich viel Weltuntergangstimmung verbreitet wird und man bedrückt wieder nach Hause geht. Das tollste an Montréal fand ich die vielen Skulpturen und Kunstwerke die quasi an jeder Straßenecke zu finden sind. Tatsächlich sind dabei nur wenige bei mir in die Kategorie „ist das Kunst oder kann das weg“ gefallen.

 

Auch in Sachen Verkehrsmittel wollte ich möglichst viel ausprobieren. Während ich in St. Catharines immer auf Bus und Mietauto zurückgegriffen habe, stand für mich eine Bahnfahrt von Montréal nach Québec an. Die Bahnfahrt hat mich vom Prozedere her sehr an das Fliegen erinnert: man stellt sich an zum Boarding, das Ticket wird dabei kontrolliert und die Zugbegleiter sagen einem an der Tür in welcher Richtung man seinen Platz findet (der immer automatisch gebucht wird). Selbst eine Sicherheitseinweisung gibt es wann man am Autoausgang sitzt, nur die Sicherheitskontrolle vor dem Boarding hat gefehlt. Was auch „gefehlt“ hat war der geringere Sitzplatzabstand. Tatsächlich hatte ich bei beiden Fahren sehr viel Platz zum Beine ausstrecken. Dank der bequemen Plüschsessel und des meist schnellen Internets also eine sehr komfortable Möglichkeit durch Kanada zu Reisen.

Québec hat mir fast noch besser gefallen als Montréal, da es einfach eine kleine, alte, süße Stadt ist. Die Altstadt hat man relativ schnell durchlaufen, ist aber beim zweiten und dritten Mal auch noch schön. Da ich vorher gewarnt wurde, dass spätestens in Québec alles auf Französisch ist, war ich positiv überrascht, dass doch alle Menschen sehr einfach auf Englisch switchen konnten. Das einzige Problem hat sich diesbezüglich nur bei der Besichtigung des Parlaments ergeben. Da war ich bezüglich der Übersetzung der Erklärungen wirklich auf meine französische Freundin angewiesen. Was wir beide sehr interessant fanden war der Umstand, dass es nirgendswo Glühwein gab. Der, explizit ausgewiesene, aber geschlossene deutsche Weihnachtsmarkt wurde uns als einzige Anlaufstelle genannt. Glühwein scheint wohl nicht so beliebt zu sein in Kanada.

 

Da ich etwas Respekt vor dem kanadischen Winter habe, habe ich für die Rückfahrt nach Toronto einen Tag eingeplant, um ja meinen Rückflug nach Deutschland nicht zu verpassen. Ich freue mich darauf, meine letzte Nacht bei einer Freundin in Toronto zu verbringen und dann morgen Abend den Rückflug nach Deutschland anzutreten.

Lisa Marie Erb zuletzt bearbeitet am 27.12.2019