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Das kanadische Unisystem II

In anderthalb Wochen ist hier an der Uvic schon Vorlesungsende, daher ist es langsam wieder Zeit für ein kleines Update zum Thema Uni, Kurse, und Aufwand.  

Der größte Unterschied zu meiner Uni in Deutschland ist für mich die Tatsache, dass sich die Arbeit hier viel mehr auf das gesamte Term aufteilt. Man hat also nicht mehrere Wochen „Leerlauf“ und die letzten paar Wochen Stress, sondern man muss ständig Assignments einreichen, Präsentationen halten, und an anderen Projekten arbeiten. Anfangs war ich noch etwas aufgeregt, wenn ich eine Abgabe hatte, aber mittlerweile ist es kein großes Thema mehr. Wichtig ist bloß, dass man lernt, sich die Zeit gut einzuteilen, und dass nach einem Samstag, an dem man den ganzen Tag unterwegs war im Optimalfall ein Bibtag folgt.

Da die Uvic praktischerweise nur einen Campus hat, auf dem sich alles abspielt, gibt es auch nur eine Bibliothek, die McPherson Library. Diese ist meiner Meinung nach ziemlich gut ausgestattet und was mir zudem noch gut gefällt, ist die Tatsache, dass es in jeder Etage andere Tische, Stühle, Sessel und sogar Ligen gibt. Zwei Etagen sind „quiet areas“, in einer anderen ist es recht laut, weil es nur Gruppentische gibt, und wieder in einer anderen Etage darf man sich leise unterhalten. Natürlich hat man in der Bibliothek auch die Möglichkeit zu drucken und außerdem gibt es abgetrennte Gruppenlernräume, die man online buchen kann. Das ist ziemlich praktisch, wenn man beispielsweise ein Gruppenreferat vorzubereiten hat und auch das Vortragen üben möchte. Wenn man Hilfe bei Assignments braucht, kann man zudem einen Termin beim Writing Centre, Centre of Academic Communication oder der Citation Help vereinbaren. Da diese Hilfe von vielen Studenten in Anspruch genommen wird, sollte man sich am besten ein paar Tage vorher einen Termin geben lassen, denn am Tag selbst und einen Tag später ist es oft schwer ist noch einen Platz zu bekommen. Generell finde ich es aber wirklich gut, dass wir als Studenten diese Möglichkeiten haben. 

Mit meinen Noten hier bin ich im Großen und Ganzen übrigens ziemlich zufrieden. Generell kann man meiner Meinung nach sagen, dass es hier an der Uvic ziemlich einfach ist alles gut zu bestehen, da das Niveau im Allgemeinen eben doch eher typisch nordamerikanisch ist. Für eine sehr gute Note muss man bei einigen Profs allerdings wirklich Leistungen zeigen. Womit ich anfangs gar nicht zufrieden war, war meine Accounting Midterm Note. Daher bin ich letztens zur Office Hour meines Accounting Profs gegangen, um mit ihm zu besprechen, wie ich für das Final Exam am besten lernen sollte. Dabei habe ich auch ein paar Fragen zum Midterm gestellt, worauf hin er es nochmal neu korrigiert hat und ich jetzt eine deutlich bessere Note habe als vorher. Es lohnt sich also auf jeden Fall bei Unklarheiten nachzufragen! 

Ein anderes Thema, was ich in meinem letzten Blogpost zum Thema Uni noch nicht angesprochen hatte, ist die Anwesenheitspflicht. Ob es überhaupt eine gibt, hängt recht stark von der Kursgröße ab. Ob man regelmäßig zum Unterricht/zur Vorlesung erscheint, wird bei mir nur in meinem Englischkurs kontrolliert, in dem wir auch nur um die 30 Studenten sind. In zwei meiner anderen Kurse wurde die Anwesenheit nur in den ersten paar Vorlesungen überprüft. Wenn man in dieser Zeit unentschuldigt fehlt, kann es passieren, dass man aus dem Kurs geworfen wird und andere, die auf der Warteliste stehen, nachrücken. Gerade in kleinen Kursen mit ca. 30 bis 50 Leuten ist es aber schon ratsam, möglichst immer hinzugehen, um einen guten Eindruck zu machen.

Ich kann es kaum glauben, dass ich bald schon mit meinem Term hier durch bin und anschließend bis April nicht zur Uni gehen werde. Final Exams habe ich übrigens nur zwei, das letzte allerding am 21. Dezember um 19 Uhr.. :D 

Nadine Butke zuletzt bearbeitet am 26.11.2018