< zurück zum Blog von Nadine Butke
< zurück zum Universitätsprofil: University of Victoria

Teurer Spaß

Das Studentenleben in Victoria ist insbesondere als Visiting Student nicht gerade günstig. Natürlich hängen die Ausgaben hier, wie überall auf der Welt stark vom Lebensstil ab, aber ich werde versuchen, in diesem Post auf einige Punkte einzugehen, die (fast) alle Studenten betreffen.

Fangen wir mit dem gruseligsten Thema, den Studiengebühren an. Hier an der Uvic zahlt man anders als in Deutschland keinen fixen Semesterbeitrag, sondern es geht danach, wie viele Kurse man belegt. Insgesamt sind in meinem Fall $10848 zusammengekommen, was etwa 7200€ entspricht. In dieser riesigen Summe sind vier Business Kurse, eine verpflichtende Krankenversicherung der Uni, der Bus Pass für das Semester und weitere kleinere Gebühren enthalten. Bei der Krankenversicherung gibt es eine basic und eine extended Version, wobei es empfehlenswert ist, sich die für die basic Variante zu entscheiden, zumal viele internationale Studenten leider doppelt versichert sind. Bei so hohen Studiengebühren lernt man die ca. 300€ Semesterbeitrag in Deutschland echt zu schätzen. :D 

Die Miete ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, wobei diese natürlich stark von der Unterkunftsart abhängt. Meine kostet für knappe vier Monate insgesamt $3215 (2150€), wobei ich für das frühere Einziehen nochmal jeweils $30 für drei Nächte draufzahlen musste. Hier muss ich sagen, dass ich dieses System schon ziemlich unfair finde, denn der offizielle Move-In Day war am 2. September und das Pflichtprogramm für internationale Business Studenten ging am 31. August los. Somit war man also dazu gezwungen mehr zu zahlen als die eigentliche Miete. 

Lebensmittel sind hier nicht viel teurer als in Deutschland und das Essen in der Uni ist recht günstig. Solange man nicht mehrmals wöchentlich auswärts Essen geht, kommt man diesbezüglich jedenfalls gut über die Runden. Man sollte allerdings versuchen, seine Großeinkäufe  nicht bei Peppers, dem nah gelegenen Supermarkt zu erledigen, da dieser trotz Studentenrabatt echt unfassbar teuer ist. Milchprodukte haben hier deutlich höhere Preise als in Deutschland, da diese von der Regierung kontrolliert werden und auch Alkohol ist nicht gerade billig. Beides betrifft mich zum Glück nicht, aber ich habe tragischerweise festgestellt, dass auch 100g Schokoladentafeln umgerechnet oftmals um die 3€ kosten.

Für Wochenendtripps sowie für das Reisen vor oder nach dem Semester kann ich Skyscanner, AirBnB und den „niedrigste Preise zuerst“-Filter von booking.com sehr empfehlen. Auch hier ist natürlich wieder die Frage, wie hoch die eigenen Ansprüche sind. Ich versuche jedenfalls bei meinen Unterkünften so gut es geht zu sparen und mein Geld eher in Aktivitäten zu stecken. 

Zusammengefasst kommt bei einem Auslandssemester in einem Land mit hohen Studiengebühren einiges zusammen, weshalb es meiner Meinung nach wirklich wichtig ist, lieber zu viel als zu wenig Geld einzuplanen. Gerade in den ersten Wochen tendiert man leider dazu, etwas mehr auszugeben als dem Geldbeute gut tut, daher ist es hilfreich, seine Ausgaben von Anfang an regelmäßig zu tracken. AuslandsBAFöG können übrigens viele Studenten beziehen, die in Deutschland keinen Anspruch auf BAFöG haben, da hierbei andere Richtlinien gelten. Daher ist es ratsam sich diesbezüglich früh zu erkundigen und im Fall der Fälle mindestens ein halbes Jahr vor Beginn des Auslandssemesters die benötigten Unterlagen zusammenzusammeln. 

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und kann euch versprechen, dass es im nächsten Beitrag um ein schöneres Thema als Geld gehen wird. :D

 

Nadine Butke zuletzt bearbeitet am 19.10.2018