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Reiseplanung - Das Camperleben

Ich möchte hier mal einen Beitrag hinterlassen, der sich an jene von euch richtet, die vor haben in Australien zu reisen, sich aber noch nicht sicher sind, ob sie das Land lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Greyhound Bus erkunden wollen, oder aber eher zum Campen tendieren. Wir haben unsere dreiwöchige Rundreise im Camper verbracht und ich kann sagen: Es war die beste Entscheidung. Zunächst einmal müsst ihr euch im Vorfeld informieren, über welche Website ihr buchen und welche Art Camper ihr haben möchtet. Dafür gibt es verschieden Websites wie bspw. www.camperdays.de. Nachfolgend ein paar Tipps zur Buchung und Auswahl:

  • Zeitpunkt der Buchung: Am besten bucht ihr mindestens 4 Wochen bevor ihr die Reise antretet. Oft sind nämlich die besten Camper schon ausgebucht und man muss entweder auf ein teureres oder billigeres, weniger komfortables Modell umsteigen. Man kann auch vor Ort buchen, wovon ich allerdings abrate, da entweder Camper ausgebucht sind oder aber man gerne auch mal abgezockt wird.
  • Welche Art Camper? Es gibt vier verschieden Arten:
    • umgebaute Limousinen mit Bett und kleiner Küchennische, die vom Kofferraum aus erreichbar ist (nur von außen) für 2 Personen
    • sogenannte „Hitop“ Camper – ein umgebauter Kleinbus mit Betten für 2-3 Personen und größerer Küchenzeile (Kühlschrank, Waschbecken, Gasofen), sowie Sitzmöglichkeit im Inneren
    • Wohnmobile oder umgebaute Mercedes Sprinter mit großem Innenraum, Küche sowie kleiner Dusche mit integrierter Toilette
    • 4WD Camper – Allradfahrzeug, oft mit Zelt auf dem Dach; Nur falls man ins Outback möchte
  • Versicherung: Auf den Websites werden unterschiedliche Versicherungen angeboten. Klar erkennbar ist das Konzept der australischen Versicherungen: Das Basispaket ist Spotbillig, dafür mit 2500-5000 $ Selbstbehalt und das Premiumpaket (oft auch „VIP“ Versicherung) ohne Selbstbehalt, die aber dafür doppelt so teuer ist. Man muss selbst entscheiden, wie Risikoavers man ist und ob man sich den Ärger spart und lieber mehr zahlt. Ebenfalls sollte man aufs Kleingedruckt achten, da oft in Australien Unterbodenschäden sowie Reifenschäden nicht enthalten sind.

Wir haben uns für die mittelgroße Campervariante entschieden. Auch wenn das Wetter schlecht ist, kann man im Gegensatz zur kleinen Variante im Camper essen und ist geschützt (da die Küche von Innen erreichbar ist + Sitzmöglichkeit). Wenn man frühzeitig bucht, ist die mittlere Variante auch relativ günstig. Wohnmobile würde ich nur empfehlen, wenn man wirklich Wert auf morgendliche Hygiene legt. Ansonsten findet man in jedem Ort auch ganz schnell öffentliche Duschen und Toiletten. Weiterhin muss man mit der größeren Variante öfter Wasser nachfüllen und zusätzlich den „Müll“ abladen.

Camper innen

Das Reisen mit dem Camper bietet viele Vorteile. Man lernt das Leben in Australien intensiver kennen, da man mehr mit den Locals auf Campingplätzen und auf dem Weg in Kontakt kommt. Außerdem ist man viel flexibler, kann die Route nach eigenem Geschmack zusammenstellen und kommt auch an Orte, die bspw. mit dem Greyhound Bus nicht, oder nur sehr schwer erreichbar sind. Ich würde sagen, dass die Kosten für Camping, verglichen mit anderen Reisearten, etwa gleich hoch sind. Im Gegensatz zur Übernachtung im Hostel ist die Übernachtung im Camper vermutlich günstiger. Auf der anderen Seite kommen noch Kosten für Benzin (sehr günstig in Australien, schwankt aber zwischen 10 und 30 Cent am Tag) und Campingplatzgebühren (5-35 Dollar/Nacht und Fahrzeug). Letztere sind oftmals auch umsonst. Über die App „WikiCamps Australia“ (ca. 5 Euro im Appstore) bekommt man alle Infos zu den Campingplätzen in Australien, deren Preise, Ausstattung und Bewertungen – sehr gute Investition. Mit ausgewogener Nutzung von Wasser und Strom kommt man ca. 2 Tage (Hitop Camper) aus, ohne Nachfüllen/Aufladen zu müssen. Wenn man genug Kilometer am Tag fährt (>150 km) kommt man auch länger mit Strom aus. Wasser kann man oftmals kostenlos an einer Tankstelle nachfüllen, wenn man freundlich fragt. Innerhalb von 3 Wochen kann man entspannt die Ostküste von Cairns – Brisbane erkunden und hat sogar noch Zeit von Cairns aus in den Norden zu fahren (Daintree National Park!). Auf dem Weg lernt man viele Locals kennen, die immer Hilfsbereit sind, falls man mal den Weg nicht findet oder anderweitige Fragen hat. Man sollte sich vom Fahren auf der linken Seite nicht abschrecken lassen. Da die meisten Camper sowieso Automatik haben, kann man sich ganz auf den Verkehr konzentrieren und gewöhnt sich innerhalb weniger Minuten an den Linksverkehr. Wer gerne flexibel ist und (so wie ich :D) eine Aversion gegen Planung im Vorfeld hat, dem kann ich Campen in Australien nur ans Herz legen.

Camper

Moritz Schmehling zuletzt bearbeitet am 13.09.2017