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Willkommen im Uni-Alltag

Ahoi ihr fleißigen Bienchen,

heute nehme ich euch mit auf eine kleine akademische Reise und gebe euch einen Schnelldurchlauf (m)einer typischen Uniwoche an der Deakin University. Zu aller erst gestatte ich euch aber einen exklusiven Blick auf meinen Stundenplan für mein Trimester in Down Under:

Auf den ersten Blick sieht meine Woche ziemlich leer aus. Ein Traum für jeden Studenten, möchte man meinen. Aber von wegen. Der erste Eindruck täuscht, wie so oft. Als Full-time Study gelten hier 3-4 units pro Trimester. Und da ist das Wort Vollzeitstudent wirklich Programm. Im Vergleich dazu habe ich in Deutschland im Durchschnitt 6 Module pro Semester belegt, um auf einen vergleichbaren Workload und die Leistungspunkte zu kommen. Ich bin heilfroh, dass ich in letzter Sekunde einen Kurs rausgeschmissen habe und nun "nur" mit 3 Kursen durch das Trimester gehe. Worum es in den einzelnen Kursen geht, will ich euch als nächstes kurz erzählen: The Global Economy beschäftigt sich mit allgemeinen makroökonomischen Fragestellungen und bezieht den theoretischen Hintergrund aus Problemen, die Australien früher oder aktuell zu bewältigen hat. Fundamentals of Finance belege ich, weil ich mir die Punkte mit Hilfe eines Learning Agreements anrechnen lassen kann und ich überraschenderweise ziemlich gern mit Zahlen jongliere ;). Aller guten Dinge sind bekanntlich Drei. Deshalb habe ich mich noch in Introduction of Marketing eingeschrieben. Ein ähnliches Modul habe ich an der MLU bereits abgeschlossen und lerne dementsprechend nichts Neues. Aber hier habe ich die Möglichkeit, landestypische Marken und marketingtechnische Herangehensweisen näher kennenzulernen. Zumal wir im praktischen Teil die Aufgabe haben, für eine ortsansässige Firma eine Marketingstrategie zu entwickeln. Außerdem geht es dabei um Schokolade, was die Recherche und Schreibarbeit etwas erträglicher macht ;)

Was mich zu meinem nächsten Vergleichspunkt zwischen dem deutschen und australischen Universitätswesen bringt. In Australien unterscheidet man ebenfalls zwischen Vorlesungen (classes) und Seminaren oder Tutorien. Dafür sollte man sich entsprechend vorbereiten z.B. indem man die empfohlene Literatur liest, Vorlesungsmaterial ausdruckt und die Übungsaufgaben löst; was ich natürlich jede Woche gewissentlich erledige ;). Soweit auch nichts Neues. Der große Unterschied ist, dass man während des Trimesters sogenannte Assessments abzugeben hat, die keinen allzu geringen Einfluss auf die Endnote haben. Das können z.B. Online Quizze, Präsentationen oder schriftliche Assignments sein. Pro unit kommen dabei nochmal je 3-4 Assessments dazu. Viel Arbeit also in gefühlsmäßig wenig Zeit, da man bis zu den finalen Klausuren gerade einmal 12 Wochen Vorlesungen liegen.

Mein Zwischenfazit lautet also wie folgt: Studieren in Australien ist in gewisser Weise zeitaufwändiger als in Deutschland. Zugleich bleibt man aber immer am Ball und lernt kontinuierlicher, anstatt ein bis zwei Woche vor Klausurtermin ins Bulimie-Lernen zu verfallen. Ob sich die Methode für mich auszahlt wird sich noch zeigen. Aber so viel kann ich schon sagen, dass ich von mir selbst überrascht bin, wie viel Zeit ich bis jetzt in der Bibo verbracht habe :)

Da ich auf dem Campus wohne, brauche ich täglich gerade einmal 5 min zur Uni. Ein riesen Vorteil, wenn man die Nacht in der Bibo druchmachen muss, um einen Abgabetermin einzuhalten. Generell ist der Burwood Campus modern und gut ausgestattet, aber auch super weitläufig. Die Uni hat eine eigene Tram-Haltestelle und extra Buslinien, die auf dem Gelände Studenten aufgabeln. Die Uni und das Studentenwohnheim sind durch den sogenannten Morgans Walk verbunden, den ihr auf dem zweiten Bild sehen könnt. Nicht der schlechteste Weg, um zur Vorlesung zu kommen. Dazwischen liegt direkt ein Park mit elektronischen BBQ-Plätzen und fantastischen Laufmöglichkeiten, um beim Joggen in der Natur den Kopf abzuschalten.

Was die Aktivitäten neben der Studiererei angeht, muss man im Trimester 3 mit einem vergleichsweise leeren Campus rechnen. Es sind hauptsächlich internationale Studierende und die Exchange Studenten anwesend. Dementsprechend ist auch das Angebot an Sportkursen oder Clubs zurückgefahren. Das heißt natürlich nicht, dass ein Studentenleben nicht existent ist. Das Residential Team vom Wohnheim plant wöchentliche Aktivitäten und kleinere Events. Und auch die Studentenverbindung DUSA hat Wochenendtrips oder Workshops im Angebot. Dennoch habe ich mir das Studentenleben etwas aktiver vorgestellt. Da wir aber unter den Austauschstudenten gut vernetzt sind, macht es mir im Endeffekt nicht viel aus. Die meisten Wochenenden sind verplant und unter der Woche trifft man sich auch regelmäßig entweder zum gemeinsamen Kochen, einem Kinobesuch, einem gemütlichen Strandtag oder einem Barabend in der Stadt. Langweilig wird es hier auf jeden Fall nicht.

Ich hoffe, ich konnte euch damit einen guten Einblick in meinen neuen Alltag verschaffen.

Ich würde mich über Fragen oder Anregungen eurerseits freuen, ansonsten müsst ihr euch von meinem nächsten Post überraschen lassen ;)

 

Bis demnächst,

Eure Marie

 

 

 

Marie Kloppe zuletzt bearbeitet am 05.12.2018