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Let's talk about Money

Hallo ihr Lieben,

Wer sich wie ich die totale Reisefreiheit nimmt und als Freemover sein Auslandssemester organisiert, wird früher oder später mit dem Thema Geld konfrontiert. Angefangen bei den Reisekosten über die Unterkunft bis hin zu der nicht unbeachtlichen Summe an Studiengebühren. Deshalb heute mal Hand aufs Herz: Stichwort Finanzierung. Was kostet so ein Auslandsabenteuer am anderen Ende der Welt? Sicher nicht billig, wie man sich vorstellen kann.

Das fängt schon bei so etwas Alltäglichem wie Einkaufen gehen an. Fisch und Milchprodukte sind hier definitiv teurer als in Deutschland. Aber andere Produkte fallen preislich nicht so stark aus dem Raster oder sind sogar günstiger. Ich gehe hier bei Aldi oder Coles einkaufen. Beide Supermärkte haben gute Angebote, ständig Discounts oder bieten großzügige Mengenrabatte an. Da ich eine hauptsächlich Obst- und Gemüsebasierte Ernährung habe, war ich anfangs von den Preisen etwas erschlagen. Ich war überrascht, dass die Preise für Obst und Gemüse teilweise ziemlich teuer ausfallen. Wenn man aber vergleicht, auf nahegelegenen Märkten einkauft oder etwas experimentierfreudig is(s)t, kann man unschlagbare Deals aushandeln.

Das Wohnen auf dem Campus, hat für mich eigentlich nur den einzigen Vorteil, dass ich für meine 1-2 Veranstaltungen pro Tag nur 5min Fußweg habe. Zum Teil liegt es bestimmt an Trimester 3, dass der Campus etwas lahm erscheint. Natürlich gibt es regelmäßig Events in den Residences oder Aktivitäten der DUSA. Nichtsdestotrotz ist das Angebot der Studentenclubs immens zurückgefahren. Das wurde mir auch von meinem Mitbewohner und anderen Studenten bestätigt. Darüber hinaus kann man sehr gute und preislich günstigere AirBnBs oder ebenfalls Shared Student Appartements finden. Ich würde jedem empfehlen, sich trotzdem in Campusnähe niederzulassen oder auf halber Strecke zwischen CBD und Burwood Campus zu suchen. Das hat den einfachen Grund, dass mit steigender Entfernung die Motivation früh morgens die Tram zur Uni zu nehmen erfahrungsgemäß exponentiell abnimmt, egal wie spannend der Kurs ist ;)

In Summe kostet mich mein shared Appartement auf dem Campus $5,000. Hier wird gewöhnlich wöchentlich abgerechnet, was $300 pro Woche entsprechen würde. Wie gesagt, findet man hier auch gute Alternativen zwischen $180-260.

Ein Vorteil als Student ist, dass man fast überall Vergünstigungen in Form von Concession-Preisen erhält. Das wäre auch der Fall für die myki Card, wodurch man 50% kosten einspart. Masterstudenten und ich als Study Abroad (im Vergleich zu den „echten“ Exchange Students) ausgeschlossen, was ich ziemlich unfair finde, da internationale Studenten ohnehin mehr Studentengebühren zahlen. So zahle ich für eine einfache Fahrt ca. $4.40.

Melbourne ist eine relative junge und hippe Stadt. Das schlägt sich auch im Nachtleben nieder. Vor allem die Elektro-Szene wird in der City hochgelebt. Die meisten Clubs verlangen $10-20 Eintritt oder man kommt als Student oder Frau gar kostenlos rein. Apropos: Den günstigsten Wein, den berühmt berüchtigten Goon bekommt man hier ab $9. Wohlgemerkt für einen 4l Beutel. Kopfschmerzen inklusive. Wer auf mehr Qualität wert legt, fährt mit $10-30 pro Flasche nicht schlecht. In den Clubs oder Bars ist man im Durchschnitt mit $10 für ein Bier oder ein Tequila Shot dabei. Die Melburnians lieben ihren Espresso Martini, mit dem ich noch kein Vergnügen hatte. Gelegentlich sollte man aber auf unschlagbare Sonderangebote achten, sonst ist der Kater am nächsten Morgen die kleinste Sorge. Während des Auslandssemesters zu arbeiten, habe ich prinzipiell ausgeschlossen. Das Trimester ist mit 12 Wochen so kurz, dass ich in meiner freien Zeit gerne so viel wie möglich in Australien erleben möchte. Noch dazu nimmt das Studium auch sehr viel Zeit in Anspruch.

Die meisten Kosten fielen jedoch bereits in Deutschland an. Die großen Posten sind vor allem die Studiengebühren mit ca. 5.000 – 6.000 EUR je nachdem ob man drei oder vier Kurse wählt und der Flug (ca. 1.300 – 1.700 EUR). Dazu kommen das Studenten Visum mit ca. 380 EUR ($560) und die Auslandsversicherung (Overseas Student Health Cover) mit ca. 190 EUR ($303).

Das ist natürlich eine riesige Menge an Geld und ich musste mir mehrmals überlegen, ob es mir das wert ist. Ich habe das unglaublich große Glück, dass mich meine Eltern zu 100% unterstützen und mich bekräftigt haben, mir den Traum von Australien zu erfüllen. Und jetzt wo ich hier bin, kann ich sagen: Wenn nicht jetzt, wann dann? Ja, die Erfahrung ist es definitiv wert.

Ich würde zusätzlich jedem raten, sich auf ein Auslandsstipendium zu bewerben. Meine Universität bietet z.B. in Kooperation mit dem DAAD das PROMOS Stipendium an, um die Mobilität der Studenten zu fördern, welches mich mit 2.400 EUR unterstützt. Daneben erhalte ich das IEC Ambassador Stipendium (700 EUR). Ohne die Hilfe meiner Eltern hätte ich das alles allerdings nicht stemmen können.

Daher an dieser Stelle ein riesengroßes DANKE an meine Eltern und alle, die mir geholfen haben, dass ich diese unvergessliche Zeit erleben kann.

 

Liebe Grüße und bis ganz bald,

Eure Marie

Marie Kloppe zuletzt bearbeitet am 31.01.2019