< zurück zum Blog von Patrick Zimmerer
< zurück zum Universitätsprofil: Hawai'i Pacific University

Der Ka’Au Crater Trail – Ein Tag mit vielen Abenteuern

Aloha,

ich sitze gerade beim Frühstück, höre unser Bundesliga-Heimderby gegen die Eintracht und dachte mir ich erzähle euch von einem weiteren Hike und einem insgesamt verrückten Tag erzählen.

Bei meinem bisher letzten Hike war ich mit zwei Freunden im Inselinnern unterwegs, auf dem Ka’Au Crater Trail. Der Ka’Au Crater ist ein erloschener Vulkankrater im Südosten von O’ahu. Der Trail beginnt im upper Palolo Valley am Ende der Wai’oma’o Street und ist sehr leicht zu übersehen. Aber von vorne…..

Ka'Au Crater

Sonntags morgens 9 Uhr: Benedikt, David und ich fahren mit dem Bus nach Palolo. Kaum an der Bushaltestelle ausgestiegen merke ich, dass mein Handy noch im Bus liegen muss und fange sofort an dem Bus hinterher zu rennen. In Waikiki oder Downtown wäre das durch die vielen Stopps und Passagiere kein Problem gewesen, aber in Palolo ist leider absolut nichts los und so hat der Bus an den beiden folgenden Haltestellen nicht gehalten. Nach der dritten Haltestelle musste ich mich dann leider geschlagen geben. Zurück bei David und Benedikt an Bushaltestelle #3028 hatten die beiden bereits ihre Handys in der Hand und die Nummer vom Busunternehmen herausgesucht. Der Mitarbeiter teilte mir mit, wir sollen an der Haltestelle warten, da die Buslinie im Kreis fährt, es also etwa 30 Minuten dauert bis derselbe Bus wieder bei uns vorbeikommt.

- Wir warteten also -

Und dann kam endlich die 9S. Es war tatsächlich die Busfahrerin von vorhin. Ich fragte sie ob ich kurz nach hinten gehen könnte um nach meinem Handy zu schauen, da griff sie schon in einen ihrer fast kniehohen Stiefel und zog mein Handy heraus. Warum das unbedingt in ihrem Stiefel aufbewahrt werden musste, war mir in diesem Augenblick sch***egal.

Ka'Au Crater Trail

Es konnte dann endlich losgehen

Wir folgten der Wai’oma’o Street bis zu ihrem Ende. Dort angelangt waren wir uns kurz etwas unsicher wo der Anfang des Trails war. Lediglich ein Schild mit „Continue on your own risk“ wies auf einen möglichen Trail hin. Wir zögerten nicht lange und krochen ins Dickicht. Nachdem wir uns unter einigen Ästen über Felsen in eine Böschung herunter gekämpft hatten, gab es nur noch eine Richtung. Der Trail ist dann eigentlich nicht mehr zu verfehlen, da man einer Wasserleitung folgen muss

Wasserfall am Ka'Au Crater Trail

Und dann irgendwann kommt man einen Wasserfall

Die Idylle nutzten wir für unsere erste Pause und natürlich machten wir auch ein paar Fotos. Was uns dann allerdings erwartete machte uns immer wieder sprachlos. Ab jetzt ging es nicht mehr einfach auf einem schmalen dicht bewachsenen Pfad an einer Wasserleitung entlang, sondern durch und über Wasserfälle bis auf den Kamm des Kraters. Das war der mit Abstand beste Teil eines Hikes, den ich bisher gemacht habe.

On the ridge

Hoch, hoch hinaus

Von dort aus bis auf den höchsten Punktes des Kraterrandes. Leider konnten wir die Aussicht leider nicht ganz so genießen, da Wolken aufzogen und wir bereits nach ein paar Minuten nur noch wenig sehen konnten. Zu allem Überfluss fing es dann auch noch an zu regnen. Da der Trail ein Rundweg ist, kannten wir den Weg zurück noch nicht, weshalb wir beschlossen ohne lange Rast weiterzugehen. Durch den Regen wurde der maximal 2 Meter breite – an manchen Stellen weniger als 1 Meter -  Bergkamm sehr rutschig, was angesichts der fast senkrechten Hänge links und rechts ein etwas mulmiges Gefühl hervorrief. Aber: Nicht darüber nachdenken, und konzentriert einen Schritt nach dem anderen machen. Wir brauchten etwas bis wir den nur schlecht gekennzeichneten Weg fanden, haben es jedoch noch etwa 45 Minuten dann geschafft.

On the top

Remember: „Continue on your own risk“

Als wir dann wieder etwas breitere Pfade erreicht hatten, passierte, was passieren musste. Ich bin gestürzt – natürlich auf das bereits durch einen Kreuzbandriss vorbelastete Knie. Das Blöde dabei: Wir hatten noch etwa 1-2 Stunden Rückweg vor uns. Ihr könnt euch vorstellen, wie froh ich war, als wir endlich wieder auf asphaltierten Straßen liefen und dann kurze Zeit später an der Bushaltestelle auf den Bus warteten. Ich war sehr froh als ich dann endlich zu Hause war – zum Glück mit meinem Handy, aber leider auch mit Schwellungen im Knie, wie ich einen Tag später beim Arzt erfuhr.

Arztbesuche in den USA

Die HPU bietet einen Medical Service für HPU Studenten für 10$ an. Ich gebe zu, es wirkt etwas seltsam, da die Behandlungszimmer nichts mit denen, die man aus Deutschland gewöhnt ist, zu tun haben. Es ist ein karger Raum, mit zwei Stühlen und einer Liege, mehr nicht. Nach ein wenig tasten und testen meinte die Ärztin, sie könne aufgrund der Schwellung nicht fühlen, ob etwas beschädigt ist oder nicht. Die Lösung: Ich habe eine Woche lang entzündungs- und schmerzlindernde Medikamente genommen und bin dann zu einem zweiten Termin wieder zum Medical Service. Diagnose: Glück gehabt – das Kreuzband und auch alle anderen Bänder scheinen nichts abbekommen zu haben.

Mein Tipp an euch: Für einen ersten und zweiten Besuch ist der Medical Service denke ich eine gute Alternative, da es sehr schnell und einfach ist. Wenn ihr dann das Gefühl habt, dass irgendetwas nicht stimmt, würde ich nochmal einen anderen Arzt aufsuchen.

Was ich gelernt habe?

  1. Handy immer im Rucksack haben
  2. Bandage tragen
  3. Der Ka’Au Crater Trail sollte definitiv bei gutem Wetter nochmal in Angriff genommen werden

So jetzt muss ich in die Vorlesung im Fach Digital Innovation. Thema heute: Netflix & Facebook.

Viele Grüße,

Patrick

Patrick Zimmerer zuletzt bearbeitet am 27.10.2017