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Der erste Monat ist rum

Ein goldener September geht vorbei. Gold nicht nur wegen dem kanadischen Herbst, sondern auch wegen dem spätsommerlichen Wetter. Blauer Himmel, Sonne und Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad. So sah der vergangene Monat hier in Victoria aus. Wer Kanada aber nicht den kanadischen Winter mag, der ist in Victoria – einem der mildesten Orte Kanadas – richtig aufgehoben.  

Unterwegs in Victoria – Mit und ohne Öffis

Nach diesem einen Monat hier kann ich eigentlich schon von mir behaupten, eine Menge von Victoria gesehen zu haben. Downtown ist sehr überschaubar, die Suburbs am Stadtrand verlaufen sich allerdings bis sonstwo. Flächenmäßig ist Victoria eine sehr ausgedehnte Stadt. Gleich in meinen ersten Tagen habe ich mir ein Fahrrad zugelegt – eine super Investition. Seitdem radle ich immer zur Uni und in der Stadt umher. Es macht sich super, man kommt schnell von A nach B. Das Bussystem funktioniert zu den Rush-Hour-Zeiten nicht immer zuverlässig. Die Busse gerade zur UVic sind oft sehr voll (manchmal nimmt der Busfahrer einen deshalb nicht mehr mit) und der Verkehr stockt. Ein gebrauchtes Fahrrad für um die $100 auf Craigslist zu finden ist kein Problem.

I love UVic!

Ich bin nach wie vor mehr als zufrieden mit der Wahl meiner Uni. Die UVic ist wirklich eine Uni von der man behaupten kann, dass sie sich für ihre Studenten einsetzt. Es gibt immer Events (auf Fun- als auch Career-Basis), es gibt so viele Clubs für so viele unterschiedliche Interessen, es gibt eine Food Bank bei der man sich einmal die Woche kostenlos Obst, Gemüse, Brot, Eier und Milch abholen kann, es gibt regelmäßig Messen, Give Aways auf dem Campus…ich bin wirklich begeistert.

Kurse

Ich besuche vier Politik-Kurse (European Integration, Communication & Politics, Nationalism in Eastern Europe, The Two Germanies) an der UVic, die alle etwa gleich anspruchsvoll sind. Und ja – es ist wahr, was man immer liest, man muss sich von Anfang an reinknien. Nichts mit die ersten zwei Monate die Beine hochlegen und abwarten, was passiert. Es gibt jede Menge Papers zu schreiben, Bücher zu lesen, Midterm und Final Exams zu schreiben, mal ganz abgesehen von den täglichen Hausaufgaben. Mit meinen vier Kursen bin ich also gut bedient. Was den Vorlesungsablauf angeht, bin ich etwas überrascht. Es läuft alles extrem schulisch ab. Der Professor trägt vor, die Schüler schreiben die PowerPoint-Folie ab, hin und wieder mal eine kleine Diskussion, die aber angesichts des straffen Lehrplans wirklich kurz bleiben muss. Die Energie fürs Diskutieren sollte man sich allerdings sowieso lieber für die Papers aufheben.

Textbooks – ein paar Tipps…

Das Problem mit den vielen teuren Textbooks hatte ich gottseidank nicht. Alle Textbooks waren in der Bibliothek zum Verleih verfügbar bzw. wurden von den Profs als PDF zur Verfügung gestellt. Von anderen Studenten habe ich gehört, dass sie mal eben $600 bezahlt haben für ihre Textbooks. Man sollte sich also einen entsprechenden Geldpuffer dafür einplanen. Bevor man blind drauf los kauft (wie die meisten), sollte man sich allerdings durchaus die Mühe machen, mal in den Bibliothek-Bestand zu gucken oder ein gebrauchtes Buch auf Amazon oder der Facebook-Gruppe zu erwerben. Da kann man meistens mindestens bei einem Buch gut was sparen.

Sehenswertes in und um Victoria

In und um Victoria habe ich schon einiges gesehen. Das Wetter war einfach zu verlockend. Man kann sich auf jeden Fall eine Menge Auslastung durch Hiken verschaffen. Mount Douglas ist gleich in der Nähe der Uni und der höchste Berg in der Stadt – sehr empfehlenswert bei Sonnenauf- und –untergang. Mit dem Bus und ein bisschen Hitch-Hiking gelangt man außerdem sehr gut zum nahe gelegenen East Sooke Park mit seinen leeren Stränden und dem kristallklaren Wasser. Hitch HIken ist sicherlich nicht jedermanns Sache, funktioniert aber wirklich gut in Kanada. Generell fühle ich mich sehr sicher. In Victoria selber sollte man auf jeden Fall auch mal abends durch den Hafen schlendern, das Parliament of British Columbia ist dann schön beleuchtet. Gleich in der Nähe ist auch der Beacon Hill Park. Ein absolutes MUSS ist auch ein schönes Picknick auf dem Felsen entlang der langgezogenen Küste. Trotz dass Victoria eine eher kleine Stadt ist (wie fast alles wenn man aus Berlin kommt J), gibt es immer Sachen zu unternehmen. Unternehmungen sind insbesondere einfach mit einem Fahrrad. Kauft euch also auf jeden Fall ein Fahrrad. Das wird euch viele Nerven und viel Zeit ersparen!

Entlang des Pacific Coast Trial im East Sooke Park

Steve Burkhardt zuletzt bearbeitet am 05.10.2015