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Wochentrip in den USA

Wenn man ein Auslandssemester in Victoria verbringt, ist es Pflicht einmal mit der Clipper Ferry nach Seattle rüber zu segeln. Wenn man außerhalb der Saison (nach September) und spätestens eine Woche vor Abfahrt bucht, ist man mit $ 103 (Roundtrip) dabei. Allerdings ist das Risiko, dass man dann einen verregneten Tag in Seattle erwischt fast 100 %. Und ein verregneter Tag heißt dort auch wirklich 24 Stunden nonstop Regen. Mit Couchsurfing in Seattle unterzukommen hast sich als sehr schwierig herausgestellt. Wie ich erfahren habe, ist Seattle eine der teuersten Städte in den USA, weswegen die kostenpflichtige AirBnb-Variante hier die erfolgreichere ist. Das hat mich jedoch nicht davon abgebracht meine Reading Break dort zu verbringen.

Reading Break: Durch den Nordwesten der USA

Mit wasserfesten Sachen bin ich also durch Seattle marschiert und habe mehr oder minder das Touristenprogramm durchgezogen (Pike Place Market, Space Needle…etc.). Abends war ich dann beim Hump Film Festival (googelt selbst was das ist ;)) und war anschließend noch im Szene-Viertel Capitol Hill etwas trinken.

Mit Greyhound ging es dann weiter nach Portland, auf das ich sehr gespannt war, da es mir von vielen als DIE Hipster-Stadt der USA empfohlen wurde. Das Wetter war hier deutlich besser. Downtown als auch East Portland fand ich jedoch eher langweilig. Faszinierend und inspirierend ist die Street Art überall, jedoch gibt es keinen Ort an dem es eine konzentrierte alternative Szene gibt. Jedenfalls nicht im November.

Nach Portland ging es weiter nach Seaside am Pazifik, dem absoluten Highlight meiner Reise. Die Busfahrt an den Ozean dauert von Portland aus nur zwei Stunden und führt durch die Berge Oregons, bis sich dann malerisch der Vorhang zwischen den Gebirgszügen zum Pazifischen Ozean öffnet. Noch am selben Tag habe ich den längsten und anstrengendsten, aber auch schönsten Hike ever bewältigt. Von Seaside bin ich nach Cannon Beach gewandert, 5 Stunden, 15 Kilometer bergauf, bergab, bergauf, bergab, immer entlang der Küste. Bei den zahlreichen Strände, Felsen und Inseln, die ich auf dem Weg gesehen habe, musste ich mir mehrmals die Augen reiben. Breath taking!

An meinem zweiten Tag in Seaside habe ich mir ein Fahrrad gemietet und habe eine Mini-Fahrradtour von zwei Stunden am Strand gemacht, inklusive Sonnenuntergang und Sternenhimmelgucken am Abend.

UVic: Endspurt und kurze Nächte

Wenn man meine Beiträge so liest, könnte man denken, ich habe hier nur Freizeit und Fun, aber nichts da! Diese Woche war eine knüppelharte Woche für mich. Drei Research Papers waren fällig + noch ein Test am Dienstag. Eigentlich mag ich es nicht an mehreren Sachen gleichzeitig zu arbeiten, da ich mich lieber in eine Sache vertiefe, statt ständig meine Gedanken zu wechseln. Aber es ist nicht so, dass ich eine Wahl hätte. Ich habe mich also zu Hause verschanzt und stundenlang bis tief in die Nacht an meinen Papers gearbeitet. Ich kann es nur noch mal wiederholen: Ein Auslandssemester in Kanada ist toll, aber mit VIEL Arbeit verbunden. Gerade jetzt kurz vor Ende der Vorlesungszeit scheint es, als würde alles auf einmal kommen. Vorarbeiten zahlt sich also definitiv aus.

Es wird jedoch langsam Licht am Ende des Tunnels. Noch zwei Wochen Vorlesungszeit, zwei Final Exams und dann kann ich durchatmen und wieder die kurze Zeit ohne Verpflichtungen genießen.  

In den Dünen von Cannon Beach

Steve Burkhardt zuletzt bearbeitet am 21.11.2015