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Und...Abflug

Leute, wo ist die Zeit geblieben? In weniger als 24 Stunden verlasse ich den deutschen Boden. Meine Berliner Wohnung ist untervermietet, meine Wäsche ist gewaschen, der Online-Checkin ist abgeschlossen. Jetzt wird es ernst. Ich sitze nun gerade in einem Berliner Cafe und versuche die Zeit rumzukriegen. Kennt ihr diese Tage kurz vor dem Abflug? Einerseits freut man sich riesig auf das Neue, andererseits schätzt man doch sehr das Alte. Irgendwo dort in der Mitte befinde ich mich gerade. Zweifel an meiner Idee über ein Auslandssemester hatte und habe ich allerdings keine Sekunde, auch wenn die letzten zwei Monate noch mal viel Energie gekostet haben.

Auslands-BAföG

Ich sag euch eines: Unterschätzt bitte nicht den Aufwand, den ihr mit der Organisation eures Auslandssemesters habt. Selbst wenn man sich, wie ich, vorher schon eine Liste mit Dingen macht, die einen erwarten bzw. die man erledigen muss, tun sich häufig auch in letzter Sekunde immer neue Sachen auf, die man zu bedenken hat.

Die meisten Nerven hat mich in letzter Zeit die Kommunikation mit dem Studentenwerk Thüringen gekostet. Mit dem Abschluss meiner Auslandskrankenversicherung versandte ich die letzten erforderlichen Unterlagen für meinen Antrag auf Auslands-BAföG vor einem guten Monat. Kurz darauf zwischen einem Termin und einer schriftlichen Prüfung rief mich meine Sachbearbeiterin an und teilte mir mit, dass die Studiengebühren nicht wie bisher üblich in einer Summe ausgezahlt werden könnten sondern anteilig monatlich, da es eine „Systemumstellung“ gegeben hätte. Den restlichen Tag musste ich diese Nachricht erst mal verarbeiten und stellte mir sofort etwaige Kostenpläne auf, in denen ich alle Szenarien vom worst bis zum best case rauf und runter kalkulierte. Unterm Strich kam ich jedoch immer auf das Ergebnis, dass das Geld nicht reichte. Ich probierte es daraufhin noch diverse Male telefonisch und schließlich dann schriftlich. Das Studentenwerk Thüringen hat sich leider überhaupt nicht kooperativ gezeigt. Bis heute erhielt ich keine Antwort. Letztendlich habe ich eine Lösung gefunden, aber dennoch…

Das war also der erste Stolperstein auf dem Weg in mein Auslandssemester.

Die lange Suche nach einer Unterkunft

Ich bin ein Planmensch. Durch und durch. Am liebsten würde ich im Flugzeug auf dem Weg nach Kanada alles organisiert wissen. Aber die Entfernung macht manche Dinge wirklich sehr schwierig von Deutschland aus zu organisieren. So zum Beispiel die Unterkunft. Bereits seit Monaten habe ich sowohl die Seite des UVic Off-Campus Housing, als auch Craiglist, als auch Airbnb nach diversen Wohnungsangeboten durchsucht, um a) zu sehen, wie der Wohnungsmarkt in Victoria so aussieht und b) eine Preisvorstellung zu bekommen. Für das On-Campus Housing hatte ich mich nicht beworben. Wenn man dann mal ein paar nette Angebote gefunden hat, ist es ja mit einer einfachen Anfrage noch nicht getan. Man stellt sich vor, versucht sich zu beschreiben. Was tut man so? Wie finanziert man sich? ...etc. Ich kann verstehen, dass die Leute auch eher skeptisch sind, jemanden von so weit her, den sie persönlich gar nicht kennen, bei sich wohnen zu lassen. Auf der anderen Seite weiß man als potenzieller Bewohner auch nicht, auf was für eine Wohnsituation man sich einlässt.

Glücklicherweise habe ich dennoch eine nette Dame über Airbnb gefunden, die zwei Zimmer in ihrer Wohnung an Studenten untervermietet. Und so habe ich zumindest schon mal einen festen Platz zum Bleiben für die erste Zeit.

Wie sehen die nächsten Tage aus?

Es steht viel auf dem Programm. Zunächst geht es morgen Mittag nach Island, wo ich mich zwei Tage aufhalten werde um meinen Anschlussflug nach Vancouver zu nehmen. In Vancouver dann zwei Tage Couchsurfing und dann geht es mit der Fähre rüber nach Vancouver Island – nach Victoria. Meiner neuen Heimat für das nächste halbe Jahr. Und das alles noch in dieser Woche. Verrückt, aber tatsächlich wahr!

Steve Burkhardt zuletzt bearbeitet am 24.08.2015