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Leben am Campus

Das Studentenwohnheim McFeetors Hall

Seit Mittwochnachmittag residiere ich im Studentenwohnheim McFeetors Hall. Es ist nur circa 7 Minuten vom Hauptgebäude der UWinnipeg entfernt und liegt mitten im Zentrum. Vielleicht sollte man hier dazu sagen, dass Winnipeg zwei Hauptstraßen hat (Main Street und Portage Avenue) und McFeetors in einer Seitenstraße der Portage - wie die Einheimischen sagen - liegt. Supermärkte wie Safeways aber auch eine Mall liegen gut erreichbar zu Fuß. Allerdings sollte man in Winnipeg versuchen, die vielen, teils ärmlichen Gebiete in den Seitenstraßen zu meiden.

McFeetors Hall

Mein Zimmer

Mein single dorm room ist im 6. Stock von McFeetors. Es gibt sowohl einen Aufzug als auch einen Treppenaufgang - je nachdem, wie sportlich ich mich fühle. Bei den vielleicht 17 Quadratmetern laut Beschreibung kann man Glück oder Pech haben: Ich habe das Zimmer nicht in Richtung Uni, dementsprechend ist es ziemlich hell. Es ist auch einen Tick größer als die Zimmer auf der anderen Seite des Ganges. Ich tausche definitiv nicht! Die vorhandene Einrichtung ist komplett zweckmäßig: Bett, Schreibtisch, Bad, Schrank, Kühlschrank und Tiefkühltruhe. Alles Weitere muss selbst hinzugekauft werden. Dazu gehört Putzzeug (yaaay...), Küchenutensilien, Bettwäsche und den Duschvorhang. Die letzten beiden Positionen kann man einfach über das Internet bestellen. Dazu gibt die Website der UWinnipeg dann Aufschluss. Allerdings sollte man rechtzeitig buchen: Ich habe eine Woche vor Deadline meine Bettwäsche (Spannbettuch, Decke, zwei Kissen und Bezüge) kaufen wollen und dort war die günstigste und schlichteste Option (ab $250) schon ausverkauft. Ich habe nun fragwürdig schwarze Bettwäsche mit einem Totenkopf darauf - in pink! Außerdem habe ich meinen Duschvorhang gleich mitbestellt, was super praktisch war, denn alles war bei meinem Einzug dann schon auf dem Zimmer. Leider ist mein Duschvorhang vielleicht 1,5 Zentimeter zu kurz, aber offensichtlich bin ich die Einzige, der das missfällt. (Memo an mich selbst: Lappen kaufen!)

Darüber hinaus gibt es einen Waschraum im zweiten Stock, der mit einer Laundry Card benutzbar ist, auf jedem Stockwerk eine Küche mit Mikrowellen sowie zwei größere Lounges mit Penthousecharakter. Man kann bedeutend schlechter wohnen!

Canadian Comfort
 
Wenn es doch nur immer so

The Key to Everything

Mein Studentenausweis ist hier in Winnipeg das wichtigste Utensil überhaupt. Hier öffnet die Student ID nicht nur buchstäblich sämtliche Türen (Eingang, Zimmer, Aufzug), sondern fungiert mit einem Aufkleber auch als Busfahrkarte, regelt den Eintritt ins universitäre Fitnessstudio und sorgt für Strom in meinem Zimmer, wie man es aus Hotels kennt. Des Weiteren habe ich noch gefühlt 50 andere Karten für die Kantinen, den Waschraum, die Krankenversicherung et cetera. Ohne Karte kommt man hier also nicht mal fünf Meter.

Der Studentenausweis hier ist nahezu magisch

Essen

Als Bewohner von McFeetors Hall ist man verpflichtet, einen Meal Plan aka eine Karte mit Guthaben zu kaufen. Preislich rangiert das Ganze dann von $1825 bis $2875. Ich hatte zuerst den zweiten Meal Plan, bis uns jedoch die nette Chefin der Cafetaria darauf hinwies, das zu ändern. Für Studenten, die nur ein Semester da sind, lohnt sich der günstigste Tarif, da man eher Geld wieder auf die Karte laden kann, als es zurückerstattet bekommt. Und dank dem langen Labor Day Wochenende diese Woche habe ich bisher auch genau einmal in einem der sechs (!) Restaurants gegessen, für die meine Meal Card gilt. Also kann ich noch nicht wirklich etwas über das Essen sagen. Außer, dass es verdammt schwer ist, an Kaffee zu kommen. Das Ändern des Meal Plans ist übrigens kein Drama innerhalb der ersten Semesterwochen: Man muss nur zum Student Service und dort buchen sie das Ganze dann um. Da ich per Kreditkarte meinen Meal Plan gebucht habe, bekomme ich Ende September einen Scheck ausgehändigt, den ich dann in Bargeld umtauschen kann. Bei anderen Zahlungsarten ist die Erstattung anders.

Die heilige Dreifaltigkeit des Studentenlebens: Schlafen, Essen, Internet

Abgesehen von dem UniWLAN, welches hier relativ weit geht, kann oder muss man bei McFeetors über den kanadischen Anbieter Bell MTS sein Internet beziehen. Für $35 im Monat habe ich jetzt ein eigenes Modem, für das ein Mitarbeiter zum Setup vorbeikommen muss. Dafür muss man zuerst bei Bell MTS anrufen und einen Termin ausmachen, sowie seine Reisepassnummer angeben.

[Achtung: Wer mit einem deutschen Prepaidvertrag dort anruft, wird innerhalb kürzester Zeit bitterarm. Mein Telefonat mit Bell dauerte genau 12 Minuten bis Schicht im Schacht war. Ich habe inzwischen eine kanadische Simkarte für $10 im Monat. Ob sich das auch für Vertragskunden lohnt, weiß ich nicht - meine Mitdeutschen im Wohnheim sind noch am Grübeln.]

Am Installationstag sollte im angekündigten Zeitraum der Mitarbeiter zuerst anrufen und dann vorbeikommen. Während bei einer Bekannten keiner im verabredeten Zeitraum kam - und auch kein Anruf erfolgte - hatte ich das Glück, dass mein Termin an einem Einzugstag war, sodass ohnehin Mitarbeiter des Internetproviders da waren. Daher musste ich nicht unten in der Lobby warten und den Installateur persönlich reinlassen.


Was ansonsten noch interessant ist? Für jedes Stockwerk ist ein Residence Advisor (RA) verantwortlich, an die man sich bei Fragen wenden kann. Die RAs organisieren auch täglich Events, an denen man teilnehmen kann. Ich hatte am Freitagabend keine Lust auf den Filmabend und wurde tatsächlich persönlich nochmals gefragt, ob ich nicht doch mitmöchte.

Lisa Denndörfer zuletzt bearbeitet am 04.09.2018