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Und was essen wir heute?

Da sich die meisten Fragen, die ich von Zuhause bekomme, nur um das eine - nämlich Essen - drehen, werde ich die Möglichkeit hier nutzen, um allen zu versichern, dass ich nicht verhungere. (Falls jemand von all jenen, die mich davor gewarnt haben, in Kanada zuzunehmen, das lesen: Es heißt fleischliche Vorratshaltung und nicht Winterspeck!)

  • Meal Plan 1

Wie schon erwähnt, müssen alle Studenten, die in McFeetors Hall leben, einen Meal Plan verpflichtend zu ihrer Wohnheimsmiete zahlen. Ob dieser dann genutzt wird, bleibt jedem selbst überlassen. Jedoch bietet es sich schon an, die $1825 tatsächlich aufzubrauchen. Das Restgeld wird einem zwar für das nächste Semester gutgeschrieben, als Visiting Student mit nur einem Auslandssemester hat man davon nur leider nichts. Insgesamt gibt es drei Stufen der Meal Card, jedoch wurde mir am Anfang des Semesters von der Kantinenchefin – eine so superliebe Frau! – empfohlen, doch auf den günstigsten umzuschwenken. Zum einen wegen der fehlenden Auszahlung, zum anderen, weil es selbst mit der günstigsten Stufe fast $20 am Tag sind, die man so „veressen“ muss. Ich mag Herausforderungen, aber ist das wirklich lobenswert? So hat der verpflichtende Meal Plan zwar einige Vor-, aber auch Nachteile, die man jetzt, nach fast genau einem Monat, herausgefunden hat.

Vorteil 1: Eine riesige Auswahl. Insgesamt fünf Kantinen nehmen die Meal Card und haben ein unterschiedliches Angebot, sodass einem zumindest nicht in der Theorie langweilig werden kann. Und stellenweise ist das Essen echt bombastisch. In welcher Uni kann man sich sonst Stirfry, Sandwich oder Pizza nach eigenen Wünschen zubereiten lassen? Und muss hinterher nicht abspülen? (Letzter Punkt ist subjektiv, aber für mich persönlich enorm wichtig)

Vorteil 2: Eine warme Mahlzeit am Tag. Die Hauptkantine serviert von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends unter der Woche warmes Essen. Und bei dem anbrechenden Winter ist comfort food wie eine Portion Poutine himmlisch. Poutine ist sozusagen Kanadas Nationalgericht – Pommes mit Bratensoße und Käse. Wer das widerlich findet, sollte es erstmal probieren… Man wird geradezu süchtig danach!

Vorteil 3: Nicht abspülen. Erklärt sich ja von selbst. Man kann natürlich unter Freunden fragen, wer einem beim Aufräumen hilft, aber ich würde für den Erfolg keine Hand ins Feuer legen…

Die vegetarischen Tacos? Nicht so sehr.
   

Die Kantinenauswahl kann sich sehen lassen

Nachteil 1: Kaum wechselnde Angebote Nach einem Monat hat man persönlich wahrscheinlich jedes Gericht probiert, wenn man versucht, sieben Tage die Woche was zu essen. Und irgendwann hat man die Klassiker – und bittere Enttäuschungen – dann zu Genüge erlebt.

Nachteil 2: Würzen nicht vergessen Manche der Speisen, vor allem in der Hauptkantine Pangea’s Kitchen, ist relativ frei von Gewürzen. Nachwürzen geht zwar, aber das Gelbe vom Ei ist es nun wirklich nicht. Ändert man jedoch die Perspektive hat dieser Umstand einen Vorteil: Das Essen ist niemals versalzen. Logisch, oder?

Nachteil 3: Öffnungszeiten Fünf Kantinen klingen in der Theorie ja unglaublich großartig. Jedoch gibt es ein klitzekleines Manko: Zu manchen Zeiten – oder gar am kompletten Wochenende – ist Schicht im Schacht. Am Samstag serviert die Hauptkantine bis nachmittags, am Sonntag nur das McFeetors-nahe Elements. Einige der Cafés operieren nur nach irgendwelchen mysteriösen Kriterien. Ich vermute mal Mondphasen oder so. Manchmal geht eben nichts über eine angemessene Vorratshaltung an Müsliriegeln und PopTarts.

 

  • Selbstkochen (auf eigene Gefahr)

Das Studentenwohnheim bietet nicht nur drei Mikrowellen pro Stockwerk, sondern auch zwei Küchenzeilen mit Herdplatten. Wer also so fleißig ist, und sich komplett mit Küchenutensilien ausstattet, kann also selbst kochen (und abspülen). Mir ist das Gerenne in den 5. Stock, das Kochen und Putzen ehrlich gesagt zu viel. Und Ramen zählen doch als vollwertige Mahlzeit, oder Mama?

 

  • Essen gehen

In diesem Sinne liegt das Studentenwohnheim schon sehr praktisch: Direkt gegenüber gibt es ein kanadisches Fast Food Restaurant, eine Pizzeria und sogar asiatisches Waffeleis – und sie alle bieten einen Studentenrabatt an. Komplett verhungern tut man hier also nicht. Auch im Restaurant kann man hier mehr oder minder circa $15 für ein Hauptgericht rechnen, chlorhaltiges Leitungswasser inklusive. Und das Trinkgeld, so habe ich mir sagen lassen, sollten circa 15% betragen – oder eben ungefähr den Steuerbetrag auf dem Beleg mal drei. Einige Gehminuten entfernt hat man dann die volle Auswahl: Burger, Sushibowls, die typischen Sandwiches…

Darf ich das hier Foodporn nennen? Liest die Bildbeschreibung überhaupt wer?

Lisa Denndörfer zuletzt bearbeitet am 29.10.2018