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It's not a drill.

[Da ich jede Rubrik einmal bedienen soll, folgt hier meine verspätete Zusammenfassung der Anreise.]

Mittwoch, 29. August

Am Mittwoch klingelte mein Wecker um drei Uhr morgens. Dank der Aufregung hatte ich ohnehin kaum ein Auge zugemacht. Da mein Flieger um 8:10 starten und über die USA gehen sollte, wurde einem empfohlen, schon drei Stunden vorher am Flughafen in Frankfurt zu sein. Sagen wir's so: Ich war pünktlich - das Flughafenpersonal nicht.

Nach der Sicherheitskontrolle und dem üblichen Trara hatte ich dann vielleicht 45 Minuten, bis mein Flieger von Frankfurt nach Chicago ging.

Acht Stunden und fünfzig Minuten später eilte ich dann durch die Kontrolle von Terminal 5. Die Amerikaner wollen auch bei Transitflügen, dass man seinen Koffer abholt und damit dann durch die Kontrolle geht. Keine Ahnung wieso, hatte man doch schon in Frankfurt festgestellt, dass ich weder waffenfähiges Uran noch eine hochgefährliche Nagelfeile im Handgepäck mitführe. Mein ESTA war auch gültig. Daher war die Kontrolle bei der Border Security war auch kein wirkliches Problem. Wahrscheinlich hätte ich mir die Antwort auf die Frage, wieso ich denn nicht in die USA zum Studieren wolle, weil sie beim jetzigen Präsidenten wohl kaum ein attraktives Einreiseland sind, verkneifen können.

Dann musste ich meinen Koffer nochmals getrennt abgeben und mit dem Bus zum richtigen Terminal fahren. Da der Flughafen in Chicago mein Abflugsterminal im Voraus schon drei Mal geändert hatte, fuhr ich erstmal komplett verloren zwei Mal im Kreis. So kann man sich die zwei Stunden Aufenthalt auch vertreiben! 

Plot Twist: Ich war rechtzeitig da. Nur der Flieger nicht.

Beziehungsweise er hatte technische Probleme. Nach dem Boarding und der Sitzplatzsuche durften alle dann in einen baugleichen, aber noch immer winzigen Flieger umsteigen. Zu dem Zeitpunkt war ich dann aber so müde, dass ich das schon gar nicht mehr als negativ wahrnahm.

Nach nochmals fast drei Stunden kam ich dann in Winnipeg an und musste zum Immigration Service. Wie von meiner Uni vorgeschlagen, hatte ich meinen Letter of Acceptance dabei, jedoch fand mein zuständiger Beamter den wohl etwas Spanisch. Da ich unter sechs Monate im Land bleiben werde, brauche ich kein Study Permit, sondern nur ein eTA. Allerdings wurde ich an der UWinnipeg nicht nur als Visiting Student aufgenommen, sondern bin auch an der Wirtschaftsfakultät eingeschrieben. In meinem Formular stehen also nicht nur die vier Monate Dauer des Fall Semesters, sondern auch, dass ich in einem drei Jahre dauernden Studiengang immatrikuliert bin. Zugegeben, ich verstehe es bis heute auch nicht. Nachdem wir uns dann eine halbe Stunde über die unterschiedlichen Zeiten debattiert haben, zeigte ich ihm nochmals den ersten Satz meines Letter of Acceptance "We accept her for one semester as a Visting Student..." Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Daraufhin stellte er mir dann eine zusätzliche Bescheinigung aus, die besagt, dass ich nur zum Studieren in Kanada bin. Ich bin bisher die Einzige in meinem Umfeld, die so einen Wisch hat, aber man nimmt ja alles, was nichts kostet;)

Mit mehr als eineinhalb Stunden Verspätung holte mich dann der universitäre Airport Pick-Up ab und fuhr mich zu McFeetors. 

Wenn der McDonald's in Kanada schon bei der Ankunft Flagge trägt.

Wer denkt, dass der Mittwoch dann vorbei war, irrt sich. Um 1:15 morgens war nämlich Feueralarm. Samt Pyjamaevakuierung ins Wissenschaftsgebäude. Spaßig ist was Anderes!

 

Donnerstag, 30. August

Die Business Faculty, die sich für mich verantwortlich fühlt, hatte zur Student Orientation geladen. Obwohl man mir auf Rückfrage versichert hatte, dass es super wichtig sei, dass ich auch als Visiting Student teilnehme, war das Einzige, welches ich von dort mitnahm, die gratis Pizza. 

Ein Gutes hatte der Feueralarm jedoch: Innerhalb kürzester Zeit hatten wir die Deutschen gefunden, die auch im Wohnheim wohnen. Zusammen mit anderen Deutschen, die man über gemeinsame Organisationsgänge kennengelernt hatte, gingen wir dann alle abends noch in einen Pub. 

 

Freitag, 31. August

Die International Student Orientation inkludierte nicht nur Frühstück und Mittagessen, sondern auch eine gemeinsame Busrundfahrt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Das Programm am Freitag

Busrundfahrt oder doch Kaffeefahrt?

Lisa Denndörfer zuletzt bearbeitet am 04.09.2018