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Das SDSU-Unileben

Da im Moment nicht so viel Neues passiert, hier mal ein kleiner Einblick in das Unileben in den USA. Das Ganze ist nämlich ganz anders, als man es von Deutschland gewöhnt ist.

Zuallererst, ist Anwesenheit ein großer Faktor. Während man in Deutschland selber entscheiden kann, ob man sich eine Vorlesung anhören will oder nicht, wird hier großer Wert darauf gelegt, dass die Studenten die Kurse besuchen. Viele Kurse haben Anwesenheitslisten, in die man sich eintragen muss oder es gibt kleinere Aufgaben, die im Unterricht gestellt werden und für die man im Nachhinein Extracredits bekommt. Manche Professoren testen die Anwesenheit auch mit einem sogenannten "Clicker".  Das ist eine Art Gerät, wie man es vielleicht aus der Sendung Wer wird Millionär kennt, wenn die Zuschauer die Chance haben, eine Frage zu beantworten. Es hat also Antwortbutton von A – E und der Professor kann es besonders gut anwenden, um sich einen Überblick zu verschaffen, wenn es ein recht großer Kurs ist. Meist werden pro Sitzung um die zehn Fragen gestellt, die dann von allen mit dem Clicker beantwortet werden und für die man ca. 10 Credits bekommt. Hochgerechnet auf das ganze Semester kann das schon einen großen Teil der Note ausmachen.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die Professoren ein viel persönlicheres Verhältnis mit ihren Studenten haben als in Deutschland. Zum einen sind die Kurs viel kleiner, was ein engere Beziehung natürlich einfacher macht, aber zum anderen sind die Professoren hier auch viel lockerer als man es von zu Hause kennt. In allen meinen Kursen haben die Dozenten von Beginn an darauf hingwiesen, dass wir sie gerne mit ihrem Vornamen ansprechen können. Manche geben sich sogar richtig Mühe, selbst in großen Klassen, die Namen ihrer Studenten zu lernen und sie im Unterricht mit einzubinden. Außerdem erzählen sie alle gerne Geschichten aus ihrem Privatleben, was dem Ganzen eine viel persönlichere Note gibt, weil man das Gefühl hat, den Professor ein wenig kennenzulernen. Zudem sind hier alle unglaublich hilfsbereit und wenn man mal ein Problem oder eine Frage hat, stehen sie sofort zur Verfügung bzw. beantworten E-Mails innerhalb weniger Tage.

Auch der Unterricht an sich ist viel interaktiver. Während man in einer Vorlesung in Deutschland dem Professor für gut 1,5 Stunden unaufhaltsam zuhören muss, wird hier versucht, den Unterricht so zu gestalten, dass Studenten mitarbeiten können. Es erinnert eher an den Schulunterricht aus Deutschland. Die Zeit vergeht somit viel schneller und man verfestigt sein Wissen wesentlich besser, da man nicht nur zuhören, sondern auch mitdenken muss. Man wird trotzdem nie aufgerufen, ohne sich gemeldet zu haben und dem entsprechend ist es immer eine lockere Atmosphäre, weil man nie dazu gezwungen wird, etwas zu sagen.  

Campus

Jara Beckmann zuletzt bearbeitet am 28.10.2013