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#10 GC INSIGHT: Memory Games

Mein Kopf ist voll! Voller Concept Art, Soundtracks, C# Fragmenten und Arcade Maschinen... Höchste Zeit also, mich auch hier mal wieder mit meinem Studium auseinanderzusetzen! Wenn Du einen Einblick in meinen Studiengang Game Cultures und das Studium an der LSBU gewinnen möchtest, empfehle ich Dir zunächst in einen meiner letzten Einträge (GC INSIGHT: Art and Sound Design) hineinzulesen.

Dieser Eintrag beschäftigt sich hingegen mit meinem Kurs Memory Games, eines der drei Module, die ich während meiner Zeit hier in London belege und welches sich voll und ganz mit der Geschichte des Videospiels beschäftigt. Während der Rest des Studiums vor allem der praxis-orientierten Produktion von Videospielen gewidmet ist, ist dieser Kurs wohl der einzige, den man so etwas wie akademisch nennen könnte. Einmal in der Woche treffen wir uns für 2 Stunden, um im Wesentlichen das Buch REPLAY: The History of Video Games zu rekapitulieren, das begleitend zum Modul gelesen werden soll. 

Die Geschichte des Videospiels hat zwei sehr große Vorzüge! Zum einen umfasst sie gerade einmal gute 50 Jahre und ist damit auf 370 Seiten in ihren Grundzügen erzählt - das spart Zeit und Festplattenspeicher. Zum anderen habe ich als 90er Jahrgang knapp ein Drittel dieser Geschichte bewusst miterlebt! Und nicht nur das: jeder der schon einmal herabfallende Blöcke zu Reihen angeordnet, Minenfelder mit Flaggen abgesteckt oder gleichfarbige Süßigkeiten zercrusht hat, ist wie ich ein Teil von ihr! Denn diese Geschichte passiert genau jetzt! In diesem Moment! Während Du diesen Blog liest!

Gemessen an der Historie anderer Medien steckt das Videospiel noch immer in seinen Kinderschuhen und hat mit Sicherheit noch nicht einmal annähernd die Grenzen seiner Möglichkeiten erreicht! Diejenigen, die heute aktiv an der Gestaltung dieses Mediums teilnehmen, werden in einigen hundert Jahren zu den Pionieren in ihrem Bereich gehören. Das was mich überhaupt so enthusiastisch darüber schreiben lässt, ist die sich bietende Chance, auf diesem Weg an etwas ganz Großem beteiligt sein zu können!

Dieses Gefühl wird auch von unserem Dozenten Ste vermittelt (Kurzform für Steve, Steven oder Stephen). Auch wenn ich über meine Dozenten an der LSBU nicht viel Gutes erzählen kann, Ste hat's drauf! Als ob er ein ganz normaler Student wär, kommt er meistens 10 Minuten zu spät zum Unterricht, sieht mit seinen zerzausten Haaren immer völlig durch den Wind aus und erzählt uns dann, wo er die letzte Woche überall gewesen ist. Denn während Ste vor einigen Jahren noch Journalist beim Games Magazin EDGE gewesen ist, reist er heute um die ganze Welt, um auf allen möglichen Veranstaltung über Videospiele zu sprechen. Was ihn dabei aber am sympathischsten macht ist, dass er nicht so aussieht, als würde er mit Reden sein Geld verdienen.

Natürlich gibt es wie in jedem Studiengang an dieser Uni jede Menge Zwischenprüfung - inzwischen eigentlich jede Woche eine. Die Note dieses Moduls hängt vor allem von der Qualität eines wissenschaftlichen Essays ab, das ich die letzte Woche geschrieben und am Freitag abgegeben habe. Das Lehrdogma meines Studiengangs scheint dabei zu sein, die Studenten ins kalte Wasser zu schmeißen und nach einigen Wochen wiederzukommen, um nachzusehen, ob auch jeder schwimmen gelernt hat. Dafür dass außer mir keiner meiner Mitstudenten je einen Text nach akademischen Richtlinien geschrieben hat, sind die Hilfestellungen klein und die Vorraussetzungen groß. 1500 Wörter mit zehn Prozent Toleranz, 15 akademische Referenzen und das alles nach APA Standards, die sich jeder nach eigenem Gutdünken aus dem Internet zusammensuchen soll. Neben der Literatur aus der unieigenen Bibliothek kamen mir vor allem Texte aus den vergangenen zwei Jahren Studium zugute: ob meine deutschen Referenzen Sinn machen (was sie natürlich alle tun!), kann hier schließlich eh niemand nachprüfen!

 

Cheers,

Lukas

P.S.: Neuer Soundtrack auf meinem SOUNDCLOUD-ACCOUNT!

Lukas Krähn zuletzt bearbeitet am 02.02.2015