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#07 GC INSIGHT: Art and Sound Design

Studieren ist die schönste Nebensache der Welt! Dafür dass ich doch offiziell zum Studium ins Ausland gegangen bin, ist jener Bereich in meinem Blog bisher doch reichlich zu kurz gekommen. Deshalb werde ich ab nun auch regelmäßig über meine Erlebnisse an der Uni und meine Erfahrungen in meinem Studiengang berichten. Wenn Dich das nicht interessieren sollte, kannst Du an dieser Stelle wieder Facebook reaktivieren, weiter Videos auf Youtube schauen oder eine Google Anfrage starten - falls doch, lies gerne weiter!

Noch einmal zur Erinnerung, ich studiere Game Cultures - also dreht sich mein Studium hier in London im Großen und Ganzen um die Produktion von Videospielen. Um gleich zu Beginn mit einem weit verbreitetem Irrtum aufzuräumen: Spiele spielen und Spiele entwickeln sind zwei völlig unterschiedliche Sachen. Die Entwicklung eines Spieles erfordert eine gute Idee, ein ausgefeiltes Konzept und eine Menge Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die über einen bestimmten Zeitraum eng miteinander arbeiten müssen, um am Ende ein Produkt zu garantieren, dass Menschen Spaß bereitet, sie ihre Umwelt vergessen lässt oder auch einfach nur die Zeit vertreibt.

Die Videospielindustrie ist gerade einmal 40 Jahre alt und hat aufgrund ihres rasanten Wachstums im 21. Jahrhundert schon seit geraumer Zeit die Filmindustrie als umsatzstärksten Kreativmarkt vom ersten Platz verdrängt. In zahlreichen Studios auf der ganzen Welt wird mit hunderten von Leuten an großen Triple-A Titeln gearbeitet oder in kleinen Teams versucht, das nächste Doodle Jump, Subway Surfer oder Flappy Bird zu entwickeln. Jeder mit einem Smartphone besitzt mit Sicherheit auch mindestens eine App zum Zeitvertreib an der Bushaltestelle oder in der S-Bahn, das Angebot ist riesig und wird mit jedem Tag größer - beste Voraussetzungen also und höchste Zeit für mich, um einmal über eine berufliche Zukunft im Videospielsektor nachzudenken   

Mein Studiengang besteht im ersten Jahr aus drei verschiedenen Modulen:  

2D Game Design

Art and Sound Design

Memory Games

In diesem Eintrag möchte ich über den Unterricht in Sound Design im Rahmen des Art and Sound Design Modules berichten:

Sound Design wird unterrichtet von Andy Lemon. Und Andy Lemon heißt nicht nur so, er ist auch so! Mr. Lemon hat lange dunkle Haare, zu einem Zopf gebunden, der Bart um den Mund herum wird durch Koteletten an seinen Schläfen ergänzt. Dazu trägt er weiße XXL-Shirts (die durch seinen üppigen Bauchumfang jedoch stets auf Spannung gehalten werden) und eine Brille mit blaugetönten Gläsern auf der Nase. Alles deutet also darauf hin, das Andy Lemon im Geiste noch immer ein Kind der 90er zu sein scheint, als das Videospiel den Aufschwung begann, den es bis heute noch erfährt! Er produziert seit über 20 Jahren Soundtracks für Videospiele auf verschiedenen Plattformen und hat damit bereits angefangen, als der erste Gameboy den Markt für mobile Spielekonsolen begründete.

Während unseres wöchentlichen Unterrichts sitzen wir zusammen in einem der vielen MAC-Labore der Uni und schauen Andy Lemon dabei zu, wie er an seinem Schreibtisch sitzend Beats baut. Dass er dabei jede Menge Spaß hat, ist unverkennbar! In seinem Drehsessel hin- und herwackelnd kleistert er mit Logic Pro X Snare mit Kickdrum zusammen, ergänzt das Ganze mit geschlossener Hi-Hat und ein paar "Ooooh Yeaahs". Ist der Beat fertig, wird eine schnelle Bassline und ein Synthesizer eingespielt, der auf Knopfdruck ausgefeilte Arpeggios erzeugt. Jedes Mal, wenn Andy Lemon den Play Button betätigt, schaut er erwartungsvoll in die Runde, tanzt ein wenig zu seiner eigenen Komposition und lacht herzhaft, nur um danach die nächste kleine Änderung an seiner kleinen Soundübung in Angriff zu nehmen.

Manchmal dürfen wir auch selber ran. Andy Lemon wird nicht müde zu betonen, dass wir nur durch Übung und Anwendung der Software besser werden. Dann gibt es eine simple Aufgabe und jeder fängt an zu arbeiten. Nach spätestens 15 Minuten ist damit jedoch wieder Schluss, weil Andy Lemon - nachdem er sich einen Kaffee in der Cafeteria geholt hat - zurückkehrt und Ergebnisse hören will. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich meistens erst für ein digitales Instrument entschieden, dass ich benutzen will und noch nix aufgenommen. Andy Lemon möchte jedes Stück der Reihe nach hören, bekundet bei allen sein Wohlgefallen, tanzt hier und da ein wenig und setzt sich wieder an den vordersten Schreibtisch, um uns zu zeigen, wie man einen Oldschool-Hip-Hop-Beat baut.

So inkosequent sich der Unterricht in Sound Design bis jetzt auch gestaltet, er stößt den wertvollen Impuls in mir an, mich außerhalb der offiziellen Kurszeiten hinzusetzen und Dinge zu machen. Die Software die wir benutzen macht verdammt viel Spaß und ist so effektiv, dass man im Grunde null Ahnung von jeglicher Musiktheorie haben muss. Wenn man dann aber ein rudimentäres Wissen darüber mitbringt, was musikalisch gut funktioniert, lassen sich mit wenig Aufwand eindrucksvolle Kompositionen erschaffen. In meinem 2D Game Design Projekt - über das ich noch berichten werde - bin ich daher in den nächsten Wochen für jegliches Sounddesign und einen passenden Soundtrack verantwortlich. Ich werde Dich auf dem Laufenden halten!

Cheers,

Lukas

P.S.: In diesem SOUNDCLOUD - Account werde ich in Zukunft alles hochladen, was in Zusammenhang mit unserem Spiel steht! STAY TUNED!!

 

Ist doch Logic!

Lukas Krähn zuletzt bearbeitet am 02.02.2015