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#03 Nach London und durch London hindurch

Nachtrag vom 6. September 2014:

 

Es ist vollbracht! Heute morgen habe ich deutschen Boden verlassen und bin wenig später in London Lutton (einer der vier Flughäfen Londons) gelandet. Da ich in den letzten Tagen wenig Zeit hatte, meine ersten Stunden in London zu planen, ließ ich mich - einmal die richtige Richtung angepeilt - zunächst durch die endlosen Wirrungen des öffentlichen Nahverkehrs treiben. Neben meiner Gitarre auf dem Rücken und meinem Handgepäck in der Hand hatte ich meinen 30 kg schweren Koffer dabei, ein rotes Monstrum, dass sich häufig nur widerwillig dem Gefälle zwischen Bahn - und Bürgersteig fügen wollte.

 

Ich frage von Natur aus nicht gerne nach dem Weg:  In London Blackfriars lief ich eine ganze Zeit um das Bahnhofsgebäude herum, nur um festzustellen, das mein Anschluss genau von dem Gleis abfahren würde, an dem ich eine halbe Stunde zuvor ausgestiegen war. An der Busstation Elephant & Castle muss ich so hilflos ausgesehen haben, dass mich sogar einer der Wartenden ansprach, ob ich denn wüsste, welchen Bus ich nehmen müsse. Das war mir in Berlin noch nie passiert! Dankbar setzte ich mich in den mir empfohlen roten Doppeldecker und kam schließlich fertig aber glücklich am St. George Circus an - meinem neuen Zuhause.

 

Ich wohne im McLaren House, eines der vier studentischen Wohnheime der LSBU. Nachdem ich in der studentenvollen Lobby die Anmeldungsprozedur hinter mich gebracht hatte, machte ich mich auf den Weg zu meinem Wohnblock. Für den Preis meiner Unterkunft hatte ich goldene Deckenleuchter und eine Kloschüssel aus Marmor erwartet, doch mit dem ersten Betreten meines neuen Zuhauses musste ich leider feststellen, dass man mir fälschlicherweise eine etwas größere Abstellkammer zugeteilt hatte. Ein kurzer Blick auf meine ROOM INVENTORY Liste beseitigte jedoch jeglichen Zweifel - dies war mein Zimmer. Ich gebe zu, es ist bescheiden, aber dafür ist das Inventar in tadellosem Zustand! Für die Dauer meines Aufenthalts bin ich neben meinen persönlichen Habseligkeiten leihweise Besitzer eines Betts, eines Schranks, eines Schreibtisches, eines Bücherregals, eines kleinen Bads mit Waschbecken, Toilette und Dusche und - tadaaaa - einer Zentralheizung (Solltest du schon einmal einen Winter mit der Wärme eines Kachelofens verbracht haben, wirst Du meine Freude mit Sicherheit nachvollziehen können)!

 

Nach Auspacken meines Koffers bestätigte ich zunächst die Vollständigkeit meines Rauminventars: Desk Chair - CHECK, Notice Board - CHECK, Floors, Walls, Ceiling - ähh Check!? Oha, hier müssen verdammt harte Parties gefeiert werden! Ich hoffe allerdings sehr, dass die physikalischen Begrenzungen meines Raumes diesen weitestgehend standhalten. Während des Eincheckens ins Studentenwohnheim habe ich ein lilafarbenes Stoffarmband bekommen. Laut den Ausführungen des Rezeptionisten dient dies zum einen der Repräsentation meines Hauses (4 Häuser, 4 Farben - halt so wie bei Harry Potter) und zum anderen der Identifikation derjenigen Studenten, die von Zeit zu Zeit volltrunken und bewegungsunfähig in den Straßen Londons aufgegabelt werden. Ich habe gelacht, aber dem Gesichtsausdruck meines Gegenübers konnte ich entnehmen, dass er keinen Spaß gemacht hatte.

 

Einmal als Student identifiziert, wirst du laufend angequatscht. Schon nach wenigen Stunden hatte ich mich auf mehreren E-Mail-Listen verewigt, eine Versicherung für meine Gitarre abgeschlossen und mir die frohe Botschaft Jesu verkünden lassen. Ich habe schon viele neue Leute kennengelernt, ungefähr die Hälfte von ihnen sprechen Deutsch - aber dazu mehr in meinem nächsten Eintrag.

 

Dinge die ich vergessen habe:

Adapter für die Steckdose

Klopapier

Cheers,

Lukas

Ich bin da!

Lukas Krähn zuletzt bearbeitet am 02.02.2015