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Trip to Seattle

Ein weiterer Grund, der für Vancouver spricht: Die Lage! Vancouver liegt direkt an der U.S Grenze, das heißt nur 250 km entfernt von der Metropole Seattle - ideal für einen Wochenendtrip mit Freunden...oder wie ich es eher nennen sollte: Prokrastination in einer neuen Dimension. Von Vancouver kommt man mit einem Zug direkt nach Seattle, und das für einen angemessenen Preis - also los! Hier ein kleiner Tipp: Die Zugtickets sind abends fast um die Hälfte günstiger. Aber Achtung: 5 Minuten vor Abfahrt werden die Schalter geschlossen und man kann nur einsteigen, wenn man den Kontrolleur an der Passkontrolle unschuldig (bepackt mit Tim Hortons Bechern und viel zu viel Gepäck) anschaut.

Nach einer 4-stündigen Zugfahrt mit den bequemsten Sitzplätzen EVER, sind wir angekommen im wunderschönen Seattle. Es kam sofort ein anderes Feeling hoch, als wir den U.S. Boden betreten haben. Man spart viel Geld, wenn man mit mehreren unterwegs ist. Dann kann man sich ein Airbnb mieten und die Kosten teilen! Hostels findet man nämlich in Seattle nicht unter 80 USD die Nacht, wobei jeder für unser Airbnb nur 40 USD pro Nacht zahlen musste – und es war ein wirklich cooles Loft, dass nur 15 Minuten entfernt von Downtown Seattle liegt. Das Airbnb war in Georgetown – Seattle´s oldest neighbourhood. Dort war zwar nicht viel, außer mexikanische Restaurants und Bars, aber dennoch hatte es seinen eigenen Charme und nette Menschen!

Tag 1

Da der Trip wirklich sehr spontan war, haben wir uns gar nicht überlegt, was wir machen können. Also ab in die Stadt: Mit der sogenannten Orca-Card, das ist ein aufladbares Zugticket, sind wir einfach irgendwo ausgestiegen. Glücklicherweise genau im Herzen der Stadt: an der Waterfront! Es gibt dort etliche Fischrestaurants, Cafés, ein Riesenrad und sogar ein ziemlich populäres Antiquitätengeschäft. Es heißt Seattle Antiques Market - Unbedingt vorbeischauen!

Von dort ging es zu Fuß in Richtung Downtown. Downtown Seattle hat ziemlich viel zu bieten. Ich empfehle, einfach durch die Straßen zu schlendern und zu genießen! Auch wenn es ziemlich nah an Vancouver liegt, hat es wirklich ein ganz anderes Flair. Auf dem Weg haben wir den berühmt berüchtigten Seattle Public Market gefunden. Dort gibt es einfach alles! Von Kleidung bis zu Obst und Gemüse, zu Bäckereien und Restaurants. Ich kann euch nur empfehlen, dort einen Salmon Burger zu essen. Ich würde es zwar eher Sandwich nennen, aber ich träume heute wirklich noch davon! Allgemein war das Essen in Seattle einfach köstlich. Zufällig haben wir dann noch ein Restaurant gefunden, dass wohl einer der besten Chowders in ganz Amerika anbieten soll. Überall hangen Auszeichnungen und es war eine 45-Minuten lange Schlange. Chowder ist eine Art Suppe, die in einer Brotbowle serviert wird. Ich habe die Smoked Salmon Chowder bestellt und kann es nur bestätigen – es war unglaublich lecker! Der Name des Restaurants ist Pike Place Chowder. Falls ihr keinen Fisch mögt: Es gibt auch vegane und vegetarische Suppen. 

Auch in Downtown befindet sich das Wahrzeichen der Stadt: Die Space Needle. Der Preis um hochzufahren ist 55 USD. Direkt an der Space Needle gibt es mehrere Museen, wie das Chihuly Garden and Glass, das Pop Art Museum oder das Museum of Flight. Aus Zeitgründen konnte ich keines davon besuchen. Aber mein Tipp: Der Columbia Tower ist eine günstige Alternative. Der Tower ist das höchste Gebäude in Seattle und dann hat man sogar die Space Needle mit im Bild. Der Preis beträgt nur 15$.

Danach ging es zu meinem persönlichen Favoriten – dem Kerry Park! Wir haben uns zu Fuß aus Downtown auf den Weg gemacht, um dort den Sonnenuntergang zu begutachten. Im Kerry Park angekommen, sind wir auf etliche Menschen getroffen, die genau dasselbe vorhatten. Kein Wunder, es war mit Abstand die schönste Skyline, die ich bisher gesehen habe. Unvergesslich.

Tag 2

In Seattle gibt es etliche Parks, also war am zweiten Tag das Ziel, so viele Parks wie möglich zu sehen. Wir sind wir auf die glorreiche Idee gekommen, in Downtown zu starten und uns durch mehrere Parks zu begeben. Das Ziel: Washington Park Arboretum! Das liegt jedoch 6 km entfernt von Downtown. Unser naives Ich war aber der Meinung: Locker easy! Es wäre aber vielleicht von Vorteil gewesen nachzuschauen, ob sich dort auch Fußgängerwege befinden.. Aber das Gute war: Wir haben so viele kleine Stadtteile abgeklappert, dass wir wirklich viel von der Stadt gesehen haben.

Wir kamen etwa 6 Stunden später wirklich müde und erschöpft an unserem Ziel an. Das war natürlich nicht reine Gehzeit, wir haben immer wieder gestoppt …oder uns verlaufen. Dazu eine kleine Anekdote, die U.S. Amerikaner nicht besser beschreiben könnte: Als wir nach dem Weg gefragt haben, gab es immer dieselbe Reaktion: „Do you really want to walk there. It is so far away!!“. Wir haben dann natürlich erwartet, dass es 1-2 Stunden entfernt ist. Als wir dann nachgefragt haben, waren es lediglich 25 Minuten, ca. 1,5 Kilometer. Ein weiterer Grund, wieso Amerikaner nicht mit Kanadiern zu vergleichen sind. Meine Gastmutter läuft wie verrückt die Treppen zu Hause rauf und runter, wenn sie über den Tag keine 10.000 Schritte erreicht hat :D

Tag 3

Unser Zug zurück nach Vancouver fuhr um 18 Uhr ab, also hatten wir noch den ganzen Tag in Seattle. Wir haben aus dem Airbnb ausgecheckt und unsere Koffer in der Bahnhofstation für 10 USD pro Gepäck abgegeben. Danach waren wir etwas shoppen, dort gibt es z.B. Tkmaxx mit viel besseren Marken und Produkten als in Deutschland. Für die Make-Up Begeisterten: Es gibt sogar Anastasia Beverly Hills Paletten, Too Faced und Armani für weniger als die Hälfte!!!!

Außerdem hat Amazon seinen Hauptsitz in Seattle. In Downtown wurde daher ein Amazon Gewächshaus aus Glas gebaut. SO impressive! Ein Must-see für Architekturbegeisterte.

Mit einer Menge mehr Gepäck ging es dann zurück nach Hause - nach Vancouver! Seattle war ein tolles Erlebnis, auch wenn alles ungeplant und spontan verlief. Wer in Vancouver ein Auslandssemester macht, sollte diese Möglichkeit auf jeden Fall nutzen. 

Merve Özyurt zuletzt bearbeitet am 14.11.2018