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Ready or not - here I come!

Ich begrüße euch herzlich zu meinem allerersten Blogeintrag mit einer kleinen Einleitung in meine zurzeitige Gefühlslage und einigen Tipps. Mein Vater begrüßt mich übrigens am Frühstückstisch mit einer ganzen Hand, welche die Tage bis zu meiner Abreise verbildlichen sollen. Ich glaube, das ist seine Art seine Aufregung und Traurigkeit zum Ausdruck zu bringen... Es sind schließlich meine letzten Tage in der Heimat, bevor ich den Flieger in das 8000 km weit entfernte Vancouver nehme. Ich werde dort in etwa ein halbes Jahr verbringen, um genau zu sein 155 Tage, 22 Wochen oder ganze 3720 Stunden. Doch der Weg zu einem Auslandssemester in Vancouver hat mindestens genauso viel Zeit in Anspruch genommen. 

Wenn du dich auf meinen Blog verirrt hast, hast du mit Sicherheit auch vor, ein Auslandssemester in Kanada oder sogar Vancouver zu machen. Andernfalls bist du gezwungen diesen Blog zu lesen, weil du zu meiner Familie oder Freunden zählst. Eine letzte Möglichkeit ist noch, dass du einfach nur ein neugieriger Stalker bist. Erwischt!

Do's and Don'ts

Jetzt mal Spaß bei Seite, kommen wir mal dazu, dem Eintrag einen gewissen Sinn zu verschaffen: Nachdem man sich entschieden hat, ein Auslandssemester in Vancouver zu machen, kann ich euch nur empfehlen, alles organisatorische so schnell wie möglich zu erledigen (,,NICHT BUMMELN"). Das kann ich euch, als Prokrastinations-Vorsitzende höchstpersönlich, nur ans Herz legen. Ich habe mal gehört, dass manche ihre Anmeldeformulare sogar zwei Tage vor Anmeldeschluss per Expressversand (Ich wusste gar nicht, dass sowas 13,99 Euro kostet) verschicken mussten, weil es einige Probleme mit ihren Formularen gab. Wenn man sich an der KPU bewerben will, benötigt man kein DAAD-Zeugnis oder ähnliches, sondern ein Formular, welches bestätigt, dass man über ausreichende Englischkenntnisse verfügt. Meine Dozenten und Professoren waren sichtlich ,,unamazed". Keiner wusste so wirklich, wer dafür zuständig war und ich wurde von einem Büro ins andere geleitet. Als ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte, wurde ich in der letzten Sekunde an die richtige Adresse geleitet. Ein Dozent, der mit mir wenige Sätze auf Englisch sprach, unterschrieb es mir letztendlich. Worauf ich hinaus will ist: Es kann immer einige Komplikationen geben. Wenn mal alles frühzeitig erledigt, hat man genügend Zeit eine Lösung zu finden.

Je früher ihr die Bewerbung abschickt, desto früher kriegt ihr auch von der Universität Bescheid. Somit könnt ihr euren Flug früher buchen und bezahlt dementsprechend auch weniger. Meine Zusage kam erst Mitte Juli, also 3 Wochen nachdem ich die Unterlagen versendet hatte. Mein Flug war echt teuer. Danke an der Stelle an mein Stipendium als IEC Ambassador. Wie dem auch sei, ich habe mich für die Variante mit einer Zwischenlandung entschieden. Das macht nämlich das Wesentliche in den Preisunterschieden aus. Ich werde demnach aber auch 16 Stunden fliegen... Ich bin jedoch zuversichtlich, dass Netflix und Co mir meinen unendlichen Flug erträglich machen. Zum Thema Gepäck kann ich nichts Positives erzählen. Zu den ohnehin schon überteuerten Flugtickets kamen noch versteckte Kosten dazu. Das Ticket beinhaltet nur das Handgepäck von 8 kg. Das Gepäck von 23 kg kostet mich 100 Euro extra. Ich bin schon oft mit Lufthansa geflogen, aber kam noch nicht in so eine Situation. Das sollte man also in jedem Fall einkalkulieren. Ich würde dir gerne noch sagen, wie ich mein ganzes Leben in einen 23 kg-Koffer untergebracht habe, aber ich habe noch nicht mit dem Packen begonnen. Darüber werde ich aber mit Sicherheit berichten, wenn ich angekommen bin. 

Ein Argument für Kanada war für mich damals, dass man kein Visum benötigt. Ihr spart euch also sowohl die Fahrt zur US Botschaft, als auch das Interview dort. Falls ihr weniger als 6 Monate in Kanada bleiben wollt, benötigt ihr nur ein ETA-Formular (9$). Dieses kann man einfach online ausfüllen. Falls ihr wie ich mit Zwischenlandung über die USA nach Vancouver fliegt, denkt daran auch ein ESTA(14$) zu beantragen. Das hat auch noch den Vorteil, dass man dann auch während der Zeit in Vancouver mal problemlos in die Staaten einreisen kann, was ich natürlich auch vorhabe!

Wahrscheinlich ist für euch besonders von Interesse, welche Wohungsplanungen man schon vor Anreise machen kann. Ich schaue immer wieder mal auf der Seite Craigslist nach Angeboten, jedoch kann ich jedem nur raten, ein oder zwei Wochen vor Uni-Beginn vor Ort nach einer Wohnung zu suchen. Ich habe mir für meine Zeit direkt nach der Ankunft ein günstiges Airbnb gemietet. Dort werde ich bleiben, bis ich etwas Passendes gefunden habe. Bei der Wohnungssuche aus Deutschland ist Vorsicht geboten. Zum einen gibt es viele Betrüger, die das Geld schon vorher überwiesen haben wollen und zum anderen ist es besser, sich alles gründlich anzugucken. Es ist nämlich nicht einfach nur ein Hotelzimmer, in dem man einige Tage verbringt, sondern man zieht dort für mehrere Monate ein. Es ist also wichtig, dass man sich wohlfühlt. Leider reichen die Mietpreise durchschnittlich von 600$-1500$. Ich habe einige passende Zimmer gefunden und die Vermieter kontaktiert und mit ihnen einen Besichtigungstermin ausgemacht. Ich bin gespannt, wo ich unterkommen werde.

Es gibt auch noch einige wichtige Dinge, die ihr auf keinen Fall vergessen dürft. Ich rate jedem, eine Auslandsversicherung abzuschließen. Die Studiengebühren enthalten zwar einen Versicherungsschutz, jedoch müsst ihr euch auch für die Zeit davor und danach versichern lassen. Da gibt es ganz viele verschiedene Angebote, die man individuell für sich abwägen muss. Ich habe mich für die Allianz entschieden. Desweiteren solltet ihr euch eine Kreditkarte besorgen. Ich habe vor einem Monat eine Mastercard der Volksbank beantragt und habe sie nach zwei Wochen erhalten. Man bezahlt meines Wissens nur einen geringen Beitrag beim Geldabheben. Falls ihr schon 21 seid und euch dort ein Auto mieten wollt, könnt ihr euch in eurem zuständigen Rathaus gegen eine kleine Gebühr auch einen internationalen Führerschein besorgen. Ansonsten bietet Vancouver wohl ein gutes Verkehrsnetz. 

Bewirbt man sich an der KPU, muss man eine Application Form ausfüllen. Dort wählt man Kurse aus, die man dort wählen möchte. Ein Monat vor Beginn, kann man sich dann für die jeweiligen Kurse anmelden. Achtung: Die Kurse sind sehr schnell voll. Aber es gibt zum Glück eine Waitlist, für die man sich direkt auch anmelden kann. Ich hatte das Pech, mich nur in einen Kurs anmelden zu können. Ich kam nämlich überhaupt nicht mit dem System klar. Deswegen mein Tipp: Findet euch schon vor dem Anmeldezeitraum mit dem System zurecht! Zu Not könnt ihr euch an Ray Lee wenden. Er ist ein Mitarbeiter der KPU, welcher den Internationals Unterstützung bietet. Er hat mir dann angeboten, eine neue Application Form auszufüllen. Diese wird dann geprüft und man wird zu den Kursen zugelassen und kann sich anmelden. Das hat am Ende gut geklappt und ich konnte mich in alle Kurse anmelden. Die KPU bietet übrigens noch Orientation Days und Welcome-Party san, auf die ich sehr gespannt bin. Darüber wird man aber über Mail informiert und kann sich dafür dann auch anmelden.

Das waren jetzt viele wichtige Informationen auf einmal, deswegen verabschiede ich mich nun. Abschließend kann ich nur noch sagen, dass ich unendlich viel Aufregung und Angst verspüre. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass ich ab nächster Woche in einem fremden Land wohnen werde. Ich freue mich auf diese Erfahrung und hoffe ihr seid auch interessiert daran. Der nächste Beitrag erfolgt dann aus Vancouver!

 

 

Merve Özyurt zuletzt bearbeitet am 22.08.2018