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COLLEGE LIFE

Vor meinem ersten Uni Tag an der CSUCI war ich ziemlich aufgeregt bzw. gespannt, wie die Vorlesungen und Seminare an amerikanischen Unis so aufgebaut sind, wie viel man nach der Uni zutun hat, wie die Dozenten drauf sind etc. Wenn ich hier von Einheimischen gefragt werde, was der Unterschied zwischen der Uni hier und meiner Heimatuni ist, dann kommt mir immer wieder diese Antwort in den Sinn: Amerikanisches College erinnert mich an die gymnasiale Oberstufe in Deutschland. Der Schwierigkeitsgrad des Lerninhalts kommt natürlich an das Fach, den Anforderungen des Dozenten und den Dozenten selbst an. Jedoch sind die Seminare und der Lernstoff im allgemeinen viel leichter als das, was wir an deutschen Universitäten gewöhnt sind. Dafür sind die Vor- und Nachbereitungen der Seminare hier vieeeel zeitaufwendiger und natürlich sind die Kurse/Aufgaben nicht in unserer Muttersprache. Die Seminare an sich erinnern mich daher an die Oberstufe in Deutschland, da man ständig Analysen einreichen muss, viel Gruppenarbeit leistet, viele Referate hält, weil mündliche Beteiligung erwartet und teilweise auch bewertet wird und von einigen Dozenten echt ‚bemuttert’ wird – vor allem eben, wenn sie weiblich sind. Dazu muss ich noch erwähnen, dass die Kurse hier größtenteils aus nur 25-35 Studenten bestehen und alles viel übersichtlicher und irgendwo auch ‚intimer’/persönlicher als an deutschen Uni ist. Die Dozenten sind stets bemüht die Namen der Studenten zu lernen, suchen Kontakt zu den Studenten, erzählen viel aus ihrem Privatleben und sind in allem einfach viel lockerer.

Beispiel Erlebnisse aus meinen Kursen, damit ihr euch das ganze bisschen vorstellen könnt (mein Hauptfach: Kommunikations- und Medienwissenschaft)

  • in einem meiner Kurse trägt jede Woche eine andere Referatsgruppe was vor und muss hierfür Essen & Trinken für den gesamten Kurs mitbringen (ansonsten  gibt’s Punktabzug bei der Bewertung, kein Scherz)
  • eine meiner Dozentin hat für den ganzen Kurs einen Termin mit Arbeitern der Uni Bib vereinbart, die uns korrektes Zitieren und wissenschaftliches Arbeiten beibringen sollen (nette Idee, aber für uns deutsche Studenten dezent merkwürdig bzw. ungewohnt)
  • eine Dozentin hat letztens ihren Ehemann, der an einer anderen Cal State  ebenfalls Dozent ist, in den Unterricht mitgebracht und die beiden haben offen über ihre Ehe und Lebensgeschichte gesprochen (Kontext: interpersonal communication / romantic relationships)

 

...und die Liste an Beispielen könnte endlos weitergehen.

Man muss den Unterricht selbst erleben, das lässt sich nicht so leicht in Worte fassen. Jedenfalls macht es mir persönlich ziemlich viel Spaß, weil das ganze nicht so anonym und förmlich wie an deutschen Unis gestaltet ist. Klar, in der einen oder anderen Situation denkt man sich zwar „hm, komisch das ganze“ oder man ist ein wenig unterfordert, da man anderes gewöhnt ist. Dennoch ist eine echt schöne Erfahrung, finde ich, auch als Student das Gefühl des Schullebens zurückzubekommen. Die Dozenten sind ziemlich warmherzig und aufgeschlossen und es macht sogar echt Spaß zur Uni zu gehen ;D

 

Info für angehende International Students:

Als international Student muss man, bevor man seinen Stundenplan erstellen/festlegen kann, Kurse ‚crashen’. Bedeutet, dass man sich online Kurse raussucht, die man belegen möchte, und anschließend zu Beginn des Kurses/des Semesters im Kurs vorbeischaut und den Dozenten um ‚Erlaubnis’ bittet, in den Kurs beitreten zu können. Das Problem hierbei ist, dass die Kursräume echt klein sind und teilweise nicht mehr als 35 Studenten reinpassen. Tipp von mir: Sobald die Kurse für euer Semester online sind, solltet ihr euch euren Stundeplan provisorisch erstellen und die Dozenten einfach per Mail anschreiben. Auf die Weise könnt ihr euch euren Platz sichern und müsst kein Bammel haben, dass ihr keine passenden Kurse findet. Bei weiteren Fragen könnt ihr mich gern über Facebook anschreiben! 

 

Nadya (: 

school. bell tower building

Nadya Yoksulabakan zuletzt bearbeitet am 30.10.2015