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Die Konsequenzen des „Yes Votums“ für Auslandsstudierende in Großbritannien

Hypothese:

 Dadurch, dass die Schotten ihre Unabhängigkeit nach 305 Jahren aufgegeben haben, stieg der Pfund/Euro Wechselkurs von ehemals 1,2 auf nun 1,4. 

Für Auslandsstudierende die in England studieren wirkt sich diese Entscheidung negativ aus, da sie unter dem steigenden Wechselkurs leiden.

 

Rechnung:

Wechselkurs bei 1,2 ( 17.09.2014) à 100 Pfund kosten 120 €

Wechselkurs bei 1,4 (konstant 19.09.2014- 03.10.2014)

à 100 Pfund kosten 140 €

 

 

Spitze des Wechselkurses der vergangen Tage: 1,64 (18.09.2014)

 

à 100 Pfund kosten 164 €

 

 

Auswirkung:

Ein Auslandssemester in England wird teurer.

   

Beleg:

 

Die Unabhängigkeit Schottlands wurde als institutionelles Anleger/Investorenrisiko angesehen.

Aufgrund des Wegfallens des institutionellen Risikos, steigen die Investitionen in Großbritannien und damit auch der Wechselkurs.

 

Vor dem 18.September 2014 schrieben viele Zeitungen, dass Schottland ohne England nicht überleben könne, dies entspricht aber nicht der Realität!

 

Durch das Erreichen der schottischen Unabhängigkeit, würde es zu einer Unsicherheit über die künftige Währung kommen, dadurch hätte das Pfund abgewertet werden müssen und natürlich würden die Aktienkurse schottischer Unternehmen sinken.

Investoren und Bankkunden würden daraufhin ihr Vermögen in andere Länder transferieren (Kapitalfluss aus Schottland in andere Länder) was zu einer schottischen Finanzkrise werden würde.

 

Jedoch würde sich die schottische Wirtschaft auch wieder erholen.

Da Dienstleistungen ¾ der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen, die Bevölkerung gut ausgebildet ist und die Universitäten zu den besten der Welt gehören.

 

Es muss aber auch gesagt sein, dass die Schotten mit großen Strukturproblemen zu kämpfen hätten, da sie übermäßig abhängig von der Öl- und der Finanzbranche wären.

 

Der Öl Sektor macht zurzeit 13 % der schottischen Wirtschaftsleistung aus, was Schottland sehr anfällig für Ölpreis Schwankungen  machen würde. 

Außerdem sinkt die Ölproduktion seit 1999.

 

Der Finanzsektor würde von selbst schrumpfen, da er viel zu überdimensioniert ist.

Die Bilanzsummen der schottischen Banken ist 12 Mal so groß wie die schottische Wirtschaftsleistung!

Würde man den Gedanken weiterverfolgen würde jede einigermaßen großen Bankenpleite einen Staatsbankrot nach sich ziehen.

 

Da 90 % Prozent der Bankkunden in England sitzen würden bei einer Unabhängigkeit Schottlands bestimmt mehrere Banken ihre Zentralen nach London verlegen , da sie dann den Schutz der Bank of England genössen.

 

Aber wer schon mal in Schottland gewesen ist, der weis, dass es in Schottland nicht nur Banken und Ölraffinerien gibt.

 

Die schottische Lebensmittelindustrie ist sehr stark (ihre Exporte sind mit 4,7 Milliarden Pfund pro Jahr höher als die Ölausfuhren!).

Dabei ist der Scotch Whisky der Exportschlager mit 109 Brennereien, die mehr als 500 Millionen Liter pro Jahr produzieren. 

Neben der Lebensmittelindustrie ist der Tourismus ein weiterer sehr wichtiger Wachstumszweig für Schottland. Zirka 15 Millionen Touristen kommen pro Jahr nach Schottland, davon sind 2,5 Millionen Touristen aus dem Ausland.

 

Nun ja, zu den negativ Folgen der Unabhängigkeit würde gehören, dass meiner Meinung nach, die verbliebenden schottischen Werften schließen würden, da sie zurzeit auf die Rüstungsaufträge aus England angewiesen sind.

 

Alles in Allem müsste Schottland um langfristig erfolgreich zu werden, neue Märkte erschließen, wenn man sich die Exportzahlen mal ansieht:

 

Im Jahr 2013 exportiere Schottland Güter für 47,6 Milliarden Pfund nach Großbritannien und im vergleich nur 26 Milliarden Pfund in der Rest der Welt.

Zudem müssten die schottische Regierung eine aktivere Wirtschafts- und Außenhandelspolitik betreiben. Durch die sie unteranderem auch mit niedrigen Steuersätzen, ausländische Unternehmen nach Schottland bringen könne.

Als Vorbild könnten sie sich ihren Nachbarn Irland nehmen, der Großbritannien schon seit Jahren Investoren und Unternehmen abjagt.

 

 

Fazit:

 

Die Unabhängigkeit hätte Schottland zwar kurzfristig geschadet, aber langfristig gesehen ,hätten sie dem Geist von William Wallas alle Ehre erteilt.

In den britischen Medien wurde zwar sehr viel gegen die Unabhängigkeit gehetzt um die schottische Bevölkerung vielleicht zu verunsichern, aber sie hätten es geschafft!

Man darf das niemals vergessen.

 

 

 

Uns, den Auslandsstudierenden die in England studieren, hätte die schottische Unabhängigkeit fast nur Vorteile gebracht.

 

Der Euro wäre stärker geworden, da ,wie ich schon geschrieben habe, das institutionelle Anlegerrisiko das Pfund geschwächt hätte und damit wäre ein Auslandssemester für uns billiger geworden.

 

Naja, eine Negativauswirkung hätte es mit sich gezogen, der Scotch Whisky wäre teurer geworden.

Schottland vs. Großbritannien

Paul Blass zuletzt bearbeitet am 13.10.2014